"Kurspotenzial von US-Techaktien auf Jahre ausgeschöpft"

Es gibt Anzeichen, dass sich die US-Tech-Rallye ihrem Ende nähert. Bis zu welchem Punkt der US-Techboom an der Börse noch anhalten dürfte, worauf sich Investoren in Facebook oder Netflix die nächsten zehn Jahre gefasst machen müssen und welche Bereiche 2021 ein Comeback feiern könnten.

"Kurspotenzial von US-Techaktien auf Jahre ausgeschöpft"

Haben nach acht Jahren Tech-Rallye diese Bullen ausgedient und startet 2021 eine neue Ära an den Börsen?

Es sind gute Tage für Techaktien - wieder einmal: Der Kurs von Apple ist sogar schon so hoch gestiegen, dass selbst eine einzige Aktie bisher über 400 Dollar kostete. Damit ihn sich auch kleinere Anleger wieder leisten können und die Aktie optisch billiger wirkt, wurde am Montag den 31. August, ein Aktiensplit vollzogen - woraufhin der Kurse wieder kräftig gestiegen ist. Nur eine Aktie von Facebook kostet schon fast stattliche 300 Dollar das Stück. Was zeigt, welche Dimensionen der Anstieg mancher Aktien der New Economy bereits erreicht hat.

Die Überflieger unter den Techaktien
Überhaupt sind Anleger in die Techaktien und speziell jene, die in sogenannte FAANG-Aktien investiert sind - dazu gehören neben Apple, Aktien von Facebook, Amazon, Netflix und Google (Alphabet) - von einem scheinbar nie enden wollenden Glück an der Börse gesegnet. Selbst während des Highnoons in der Corona-Krise zählten vor allem diese vier Techaktien im zweiten Quartal 2020 zu den echten Glückspilzen. Diese vier handeln bereits 33 Prozent über dem Vorkrisen-Niveau. Die techlastige Nasdaq um 23 Prozent höher als vor Ausbruch der Pandemie.

FAANG-Aktien: 1.700 Prozent in acht Jahren
Seit Mitte 2012 legten FAANG-Aktien zusammengenommen gar um mehr als 1.700 Prozent zu, verglichen mit Papiere in Tech- und New Economy Aktienindes NASDAQ mit 350 Prozent und dem breiten US-Aktienindex S&P 500 mit 150 Prozent. Damit ist ein großer Teil des Aktienmarktanstieges in den USA auf diese Titel zurückzuführen (siehe Grafik).

Aktien von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (Alphabet), die sogenannten FAANG-Aktien, haben den Gesamtmarkt seit 2001 eindrucksvoll outperformt.

Diese Branchen haben sich in der Corona-Krise bewährt: IT, Gesundheit und Versorger
Die meisten anderen Branchen haben sich während der heißen Phase der Corona-Krise im zweiten Quartal 2020 alles andere als gut geschlagen. Unternehmen der Sektoren IT, Versorger und Gesundheit gelang es dagegen in dieser schwierigen ökonomischen Phase im Schnitt den Umsatz sogar zu steigern und beim Gewinn entweder einen Zuwachs zu verzeichnen oder wenn, nur einen geringen Rückgang, wie das Beispiel der Unternehmen, die im US-Index S&P notieren, zeigt. "Aktien dieser Unternehmen bekommen deshalb von Anlegern derzeit eine ´Sicherheitprämie´ zugesprochen", so Valentin Hofstätter in einer Analyse.

In den USA konnten IT-Unternehmen, und die Branchen Gesundheit und Versorger im zweiten Quartal 2020, trotz Corona im Schnitt ihre Profitabilität steigern, also höchstens einen minimalen Gewinnrückgang und sogar Umsatzwachstum verbuchen.

Ertragserwartung für den US-Aktienindex unterdurchschnittlich
Basierend auf dem zyklisch adjustierten KGV liegt die langfristige Ertragserwartung nach Einschätzung von Raiffeisen für den S&P bei rund fünf Prozent jährlich und fällt damit im historischen Vergleich unterdurchschnittlich aus. Ein prognostizierter Wertzuwachs, der aber noch immer deutlich über dem Niveau von Renditen für Staatsanleihen liegen würde.

Tech-Börse Nasdaq: Gefährliches Niveau
Deutlich gefährlicher erscheint das Bewertungsbild bei Aktien der New-Economy und IT dominierten Nasdaq 100. Bei diesem Börsenindex gilt das Kurs-/Umsatz-Verhältnis (KUV) als guter Indikator für die künftige Performance. Je niedriger das KUV, desto höher waren in den folgenden Jahren die Kurszuwächse. Die jüngste Rallye hat die Bewertungen dramatisch verändert. Das aktuelle KUV war nur während dem Höhepunkt der Techblase im Jahr 1999 höher als heute. "Das würde theoretisch fallende Kurse für den Nasdaq erwarten lassen. Zwar kann man einen einzigen Indikator nicht alleine als Prognose heranziehen, es zeigt aber doch die übertrieben positive Einschätzung für den Index auf", so Raiffeisen-Experte Hofstätter.

Das Kurs-/Umsatz-Verhältnis: Historisch ein guter Indikator für die künftige Aktienperformance der Techbörse Nasdaq ist in der Krise so stark in die Höhe geschossen, wie zuletzt 2001. Damit gelten fallende Kurse für den Index als erwartbar.

Tech-Aktien: Ertragspotenzial ausgeschöpft
Bei Raiffeisen Research erwartet man deshalb auch, dass das langfristige Ertragspotenzial ausgeschöpft ist. Vor allem die immens hohe Bewertung sei der Grund. Die langfristige Ertragserwartung für den US-Techsektor wird jährlich mit minus 4,7 Prozent beziffert.

In den nächsten zehn Jahren könnte der Ertrag bei US-Techunternehmen jährlich im Schnitt um fast fünf Prozent sinken, die Aktienbewertung um rund sieben Prozent.

Old-Economy-Titel könnte 2021 vor Comeback stehen
Solange die Unsicherheit wegen Corona andauert, sehen die Experten von Raiffeisen aber noch keine Gefahr, dass die Tech-Blase platzt. "Heuer wird die Outperformance der New Economy und damit auch der Nasdaq weitergehen. Für 2021 erwarten wir jedoch eine Sektorrotation. Sobald jedoch die Aussicht auf eine baldige Massenimpfung und damit die Überwindung der Pandemie absehbar ist, werden die bisher vernachlässigten Old-Economy-Sektoren Kursanstiege verzeichnen." Im Zuge eines allgemeinen Kursanstieges könnten zunächst auch noch die Techwerte weiter anziehen.

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