Kursanstieg für Börse Wien prognostiziert

Kursanstieg für Börse Wien prognostiziert

Nach einem starken Jahr stehen die Chancen auf kräftige Kurszuwächse für die Wiener Börse auch 2017 gut. Welche Aktien favorisiert werden.

Die jahrelange Flaute am Wiener Aktienmarkt ist seit rund einem Jahr vorbei. Der Kurs des Aktienindex ATX stieg seither um knapp elf Prozent auf 2.624 Punkte. Die Börse hat damit praktisch gleich gut abgeschnitten wie das deutsche Börsenbarometer DAX. Und das trotz deutlicher Gewinnmitnahmen seit Freitag.

Doch das ist nichts gegen die Börsen in Osteuropa. Sie haben in den vergangenen zwölf Monaten auf Eurobasis im Schnitt einen Wertzuwachs von rund 35 Prozent erzielt. Doch genau von dem Aufschwung in Osteuropa profitieren die Wiener Börse und deren Unternehmen unmittelbar.

Austro-Firmen profitieren von überdurchschnittlich hohem Wachstum in Osteuropa

Geht es Osteuropa gut, geht es auch den exportorientierten österreichischen Unternehmen gut. Erwirtschaften doch rund 70 Prozent der ATX-Unternehmen einen Großteil ihres Umsatzes und Ertrags in den osteuropäischen Ländern.
Das lässt Aktienprofis auch für 2017 auf hohe Renditen im breiten Wiener Index ATX hoffen. „Die Kernländer Zentral- und Osteuropas sollten auch weiterhin im Stande sein, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum zu erbringen“, so Fritz Mostböck, Leiter des Aktienresearch der Erste Bank. Denn im Gegensatz zur globalen Weltwirtschaft, dessen Wachstum sich verbessert hat, aber nach Einschätzung der Erste Bank verletztlich bleibt, werde sich Osteuropa weiterhin stabil und überdurchschnittlich gut entwickeln.

Acht Prozent Kurspotential

Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in Osteuropa wird im kommenden Jahr auf drei Prozent geschätzt, anhaltender irritierender externer Effekte zum Trotz. Zum Vergleich: Für die Eurozone liegen die Schätzungen bei 1,7 Prozent. Für den ATX erwarten die Erste-Experten eine rund acht prozentige Steigerung bis Ende 2017. Der ATX sollte damit Ende nächsten Jahres bei rund 2.800 Punkten stehen. Die günstige Bewertung, attraktives Gewinnwachstum und solide Dividendenrenditen signalisieren in anhaltenden Niedrigzinsumfeld 2017 ein moderates Aufholpotential der Wiener Börse“, prognostiziert Fritz Mostböck. Dass die Aktien der Wiener Börse moderat bewertet sind, zeigt auch ein Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen drei Jahre. Über lange Strecken tümpelte der Kurs, trotz kurzer Ausreißer nach oben dahin, brachte aber letztlich nicht mehr als ein Plus von gut sieben Prozent in drei Jahren zustande.

Top-Empfehlungen: RBI, Andritz, Porr und Palfinger

Vor allem für zyklische Aktien am Wiener Parkett sieht er Potential. „Seit Herbst sehen wir einen eindeutigen Trend zu zyklischen Aktien, sowohl international, als auch in Österreich. Gute Konjunkturaussichten verbunden mit steigenden Renditen lassen diese Papiere wieder attraktiver erscheinen“, so Mostböck. Derzeit zählen Raiffeisen Bank International, Andritz und die Bauwerte Porr und Palfinger zu den Favoriten des Erste-Research-Teams. Für die RBI sprechen ein verbesserter Kapitalpolster, die Aussicht auf deutliche Gewinnsteigerungen und eine günstige Bewertung. Die Bank profitiert besonders stark von seiner Position in Osteuropa. Das Fachmagazin Financial Times kürte die RBI erst kürzlich zur Bank des Jahres in Zentral- und Osteuropa aus. Auch RBI-Tochterbanken in Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Rumänien und der Slowakei erhielten als „Bank of the Year“ Awards.

Für Andritz spricht das wirtschaftlich stark verbesserte Umfeld und für die beiden Bauwerte Porr und Palfinger die anhaltend starke Auftragslage aufgrund staatlicher Infrastrukturprojekte in Deutschland.

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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