Apple zieht Börsen und Technologie-Werte nach unten

Apple ist seit etlichen Jahren eines der Zugpferde in der High-Tech-Branche und am Aktienmarkt. Unvorteilhafte Einschätzungen von Analysten und Berichte über Probleme mit Chip-Lieferanten haben dem jetzt einen Dämpfer verpasst. Und den Börsen ebenso.

Apple CEO Tim Cook: Rätselraten über die neuen iPhone-Chips.

Apple CEO Tim Cook: Rätselraten über die neuen iPhone-Chips.

Einem Bloomberg-Bericht zufolge hat Apple die strategische Entscheidung getroffen, sich bei Bauteilen nicht mehr auf einen einzigen Zulieferer zu verlassen. Künftig sollen Qualcomm und Intel Chips liefern,und da die Intel-Chips nicht ganz so leistungsfähig wie die Qualcomm-Chips sind, soll Apple beschlossen haben, die von Qualcomm gelieferten Bausteine zu drosseln, damit alle Geräte dieselbe Leistung haben - weniger als aktuelle Android-Geräte.

Obwohl außerhalb der Apple-Zentrale noch niemand mit Sicherheit weiß, mit welchen Chips das nächste, für September erwartete iPhone ausgestattet sein wird, reagierten die Börsen auf den Agenturbericht verschreckt: Schon am Freitag verlor die Apple-Aktie vier Prozent an Wert, der Kurs rutschte von 154,99 § auf 148,98 $. Am Montag verlor Apple weitere 2,5 Prozent. Weitere US-Technologiewerte wurden durch den Kursrutsch nach unten gezogen: Amazon und Facebook verloren je drei Prozent.

Apple Aktie (ISIN US0378331005); Stand vom 12. Juni 2017: 148,98 $. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Apple Aktie (ISIN US0378331005); Stand vom 12. Juni 2017: 148,98 $. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Der plötzliche Kursrutsch bei den Tech-Werten hat die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Monate war er aber überfällig gewesen, denn Apple, Facebook und Amazon hatten im letzten Halbjahr rund 30 Prozent zugelegt. Nach den Kursverlusten von drei bis vier Prozent am Freitag ging es mit den Aktien von Apple, Facebook, Amazon, Netflix und der Google-Mutter Alphabet am Montag nochmals bis zu vier Prozent nach unten. Bis zum Handelsschluss in Europa grenzten die Aktien allerdings ihre Verluste teils deutlich ein. So hatte der Nasdaq-Composite zeitweise 1,6 Prozent verloren.

"Wir stellen allmählich die Bewertungen von Technologiewerten auf dem aktuellen Niveau infrage", sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Anlageberaters Janlyn Capital,

Dämpfer für die Weltbörsen

"Die negativen Kommentare zu Apple kamen für Investoren wie aus heiterem Himmel und entsprechend verunsichert sind sie jetzt", sagte ein Händler. "Das hat die Branche verschreckt." Der europäische Tech-Index, der vergangene Woche noch auf ein 15-Jahres-Hoch geklettert war, büßte 2,7 Prozent ein.

Der Ausverkauf von US-Technologiewerten hat auch bei Anlegern an den europäischen Börsen für Verunsicherung gesorgt. Sogar politische Ereignisse, die in den vergangenen Wochen den Takt am Aktienmarkt maßgeblich mitbestimmt hatten, rückten am Montag in den Hintergrund. Dax und EuroStoxx rutschten je um gut ein halbes Prozent auf 12.755 und 3562 Punkte ab. Der österreichische ATX gab 1,12 Prozent ab und ging auf 3.173 Punkte zurück.

In Deutschland rutschte Dax-Schwergewicht SAP um 2,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Bergab ging es auch für Chiphersteller und deren Zulieferer: Die Aktie des Münchener Infineon-Konzerns verlor 3,6 Prozent, die Papiere des deutsch-britischen Herstellers Dialog Semiconductor sogar fünf Prozent. In Holland gaben die Titel von BESI und ASML ebenfalls je gut fünf Prozent nach und der in Paris notierte Rivale STMicroelectronics sackte um sieben Prozent ab. In Asien sah das Bild ähnlich aus: Kursverluste bei Technologie-Riesen wie SoftBank und Samsung drückten den japanischen Leitindex Nikkei nach unten.

Entspannung in Frankreich

Entwarnung gab es dagegen an politischer Front: Die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron entschied die erste Runde der Parlamentswahlen am Sonntag klar für sich und kann damit auf eine klare Mehrheit in der Nationalversammlung hoffen. "Das wäre nicht nur erstaunlich für eine so junge Partei, sondern auch gut für Macron, dessen Mandat für Reformen gestärkt wäre", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. "Kann er seine Pläne umsetzen, könnte die Zuversicht der französischen Unternehmen zunehmen und damit ihre Investitionen. Reformen würden zudem das Vertrauen internationaler Investoren gegenüber Frankreich erhöhen."

Anleihen aus Frankreich waren daher gefragt. Die Renditen der zehnjährigen Papiere fielen im Gegenzug auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Auch Anleihen aus Italien standen hoch im Kurs bei Anlegern, nachdem die Europa-kritische "Fünf-Sterne-Bewegung" bei italienischen Kommunalwahlen schwach abgeschlossen hatte.

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