Kreditklemme ist größer als von Banken behauptet

Kreditklemme ist größer als von Banken behauptet

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zeigt, dass die Kreditklemme in Österreich größer ist als von den Banken behauptet wird. Vor allem Klein- und Mittelunternehmen haben es schwer, an Geld zu kommen. Und es wird nicht einfacher werden, weil die Banken künftig mehr Kapitalpuffer brauchen.

Banken bestreiten zwar, dass es wegen der strengeren Regulierung als Folge der Finanzkrise eine Kreditklemme gebe, doch eine aktuelle Wifo-Studie widerspricht ihnen. Gleich kreditwürdige Unternehmen erhalten demnach einen Kredit oder auch nicht - je nach dem, wie gut die Kapitalausstattung ihrer Hausbank ist.

Für ihre Studie mit dem Titel "The Credit Channel And the Role of Monetary Policy - A Micro Data Approach" haben Wifo-Bankenexperte Franz Hahn und seine Co-Autoren die Daten von 950 kleineren und mittleren Unternehmen ausgewertet, denen 235 kleinere Geldhäuser - Sparkassen, Raikas, Volksbanken - gegenüberstanden. Das Ergebnis: Ob ein Unternehmen einen Kredit bekommt oder nicht, hängt vor allem von der (Kern-)Kapitalquote der Bank ab.

Das Risiko von Einschränkungen bei der Kreditvergabe dürfte viel höher sein, "als viele, Experten wie Behörden, bis heute bereit sind zu glauben", sagen die Wifo-Experten.

Mehr Kapitalrücklage, weniger regulatorischer Aufwand

Die Kreditvergabe für die kleineren Banken Österreichs - es sind derzeit rund 550 Geldhäuser - dürfte demnach auf im Jahr 2017 nicht einfacher werden. Nach den Weihnachtfeiertagen wurde bekannt, dass es für die kleineren Banken höchstwahrscheinlich nicht einfacher wird Kredite zu vergeben.

Zwar soll der Regulierungsdruck zurückgefahren werden. Für die kleinere Banken sollen im Gegensatz zu den Großbanken nicht dieselben detailreichen regulatorischen Anforderungen und besonderen Meldevorschriften gelten. Allerdings sollen die kleinen Geldhäuser etwas mehr Kapital als Sicherheitspuffer vorhalten, wie Österreichs Finanzmarktaufsicht der APA bestätigt hat.

Die FMA arbeitet demnach an einem "Proportionalitätskonzept". Damit soll der laut FMA "übermäßige regulatorische Aufwand" neu definiert und abgebaut werden.

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