kitzVenture: Hoch-Risiko-Investments in Start-ups

kitzVenture: Hoch-Risiko-Investments in Start-ups
kitzVenture: Hoch-Risiko-Investments in Start-ups

Kitzbüheler Berge: Fernsicht mit hohem Risiko.

In Zeiten niedriger Zinsen und volatiler Aktien scheint es attraktiv, in Start-ups zu investieren. Das Problem dabei ist das Risiko. Das Kitzbüheler Unternehmen kitzVenture verspricht mit einem neuen Finanzprodukt hohe Erträge. Doch kitzVenture ist selbst ein Risiko für sich. Die Finanzmarktaufsicht FMA hat das Unternehmen bereits am Radar.

Gute Renditen mit möglichst geringem Risiko und einer abschätzbaren Laufzeit - in Zeiten volatiler Aktienmärkte und niedriger Zinsen sind die schwer zu finden. Da erscheint eine fixe Verzinsung von 9,75 Prozent, mit der die Kitzbüheler Investmentgesellschaft kitzVenture GmbH wirbt, erst recht verlockend.

Nach einer ersten, intensiven Werbekampagne im Oktober 2016 wird seit Jahresbeginn 2017 auf diversen Online-Portalen großer heimischer Medien mit Bannern und Advertorials für das Produkt von kitzVenture geworben. Unter anderem auf den Websites der "Tiroler Tageszeitung", von "Die Presse" und "der Standard". Rund um das Hahnenkamm-Ski-Rennwochenende in Kitzbühel sogar mit Werbung im Fernsehen, zur besten Sendezeit - vor und zwischen den Rennen und am Hauptabend. Der trend ist der Frage nachgegangen, wie das Unternehmen eine derartige Verzinsung, die jährlich ausgezahlt werden soll, in Aussicht stellen kann.

kitzVenture Advertorials auf den Portalen tt.com, derstandard.at und diepresse.com (Jänner 2017)

kitzVenture Advertorials auf den Portalen tt.com, derstandard.at und diepresse.com (Jänner 2017)

kitzVenture wirbt mit dem neuen Finanzinstrument des Venture-Loan-Investments in Start-ups. Es soll auch Laien ermöglichen, zu investieren. Das Risiko soll dabei gering sein, weil es gestreut werde, indem in mehrere Start-ups investiert werde.

"Berechenbar, planbar, überschaubar", heißt es. Durch das umfangreiche Know-how und die langjährige Erfahrung der Gründer von kitzVenture könnten Anleger darauf bauen, dass sie in "spannende, attraktive und wachstumsfähige" Unternehmen investieren. Da die Ideen durch die kitzVenture GmbH vorher identifiziert, bewertet und gefiltert würden, sei das Risiko für die Anleger überschaubar. Was gleichzeitig auch der einzige Hinweis auf ein mögliches Risiko auf der gesamten Website des Unternehmens ist.

Lockmittel: "Fest vereinbarte Verzinsung von 9,75% p.a."

Lockmittel: "Fest vereinbarte Verzinsung von 9,75% p.a."

Soweit die Theorie. Risikolos sind Investments in Start-ups nämlich von Natur aus nicht. Bei Start-up-Investments handelt es sich immer um Risikokapital. Eine Faustregel ist, dass Investments in neun von zehn Fällen verloren sind.

Es mag zwar sexy erscheinen, in junge oder überhaupt noch in der Gründungsphase befindliche Unternehmen zu investieren und dann an deren Wachstum und Erfolg zu partizipieren. Doch es gibt klarerweise keine Garantie für Wachstum und Erfolg und es ist schwer, die Business-Modelle der Unternehmen zu analysieren und Risiken und Ertragschancen abzuwägen. Bis ein Start-up den ersten Euro verdient kann es außerdem lange dauern. Oft zu lange.

Fragliche Verzinsung, Nachrangdarlehen

Doch zum konkreten Angebot von kitzVenture: Das Unternehmen wirbt mit einer "attraktiven, fest vereinbarten Verzinsung, regelmäßigen Zinszahlungen und einem ausgewogenen Chancen-Risiko-Verhältnis. "Die Vergütung: 9,75% Zinsen pro Jahr, bei einer Laufzeit von nur 36 Monaten und jährlicher Zinszahlung!", heißt es auf der Website des Unternehmens. Dem online zum Download angebotenen, 107 Seiten langen Kapitalmarktprospekt, ist jedoch unter Punkt 1.6 zu entnehmen, dass die in Aussicht gestellten Zinsen keineswegs garantiert sind.


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Investoren erhalten demzufolge nur dann Zinsen, wenn es einen Jahresüberschuss gibt und nachdem sämtliche vorrangigen Gläubiger befriedigt wurden. Ist das nicht der Fall ist, dann werden keine Zinsen ausbezahlt (siehe untenstehenden Screenshot). Bezeichnend: Der Prospekt trägt den Dateinamen "kitzVenture_Kampitalmarktprospekt" (sic!).

Auszug aus dem Kapitalmarktprospekt von kitzVenture. Zum Download des Prospekts klicken Sie auf das Bild.

Die nächste Falle: Als Investor stellt man über kitzVenture Geld in Form von Nachrangdarlehen zur Verfügung. Dieser Terminus bedeutet, dass das investierte Kapital im Falle einer Insolvenz oder Betriebseinstellung von kitzVenture praktisch unwiederbringlich verloren sein kann, weil zuerst die Forderungen aller anderen Gläubiger entsprechend den Quoten befriedigt werden.

In den Advertorials von kitzVenture heißt es jedoch: "Anleger stellen Kapital in Form von Nachrangdarlehen zur Verfügung. Dies bedeutet, dass das Darlehen erst am Ende der Laufzeit fällig wird." (siehe unten) . Diese Information ist der Einschätzung von Rechtsexperten zufolge nicht nur falsch, sondern obendrein auch irreführend.

"Nachrangdarlehen" laut der Advertorials von kitzVenture (Screenshot aus dem Advertorial auf www.diepresse.com vom 9.1.2017).

"Nachrangdarlehen" laut der Advertorials von kitzVenture (Screenshot aus dem Advertorial auf www.diepresse.com vom 9.1.2017).

Rechtsanwalt Gerald Ganzger erklärt dazu: "Bei irreführender Werbung können insbesondere Konkurrenten nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorgehen. Außerdem käme ein Vorgehen von Verbänden wie dem VKI oder dem Verband gegen Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Frage. Es könnten insbesondere Ansprüche auf Unterlassung und Urteilsveröffentlichung geltend gemacht werden. Wenn die einzelnen Verbraucher bei Vertragsabschluss in die Irre geführt werden, wäre auch eine Vertragsanfechtung durch die einzelnen Verbraucher denkbar."

Die oben angeführte Definition des Nachrangdarlehens wurde in der Folge (per 14. Jänner 2017) aus den Advertorials gestrichen. Die zuvor angegebene Definition sei aufgrund eines redaktionellen Irrtums unrichtig gewesen (siehe untenstehenden Screenshot).

Aktualisierter Passus zu "Nachrangdarlehen" in den Advertorials von kitzVenture (Screenshot vom 16.1.2017; Advertorial auf www.tt.com).

Aktualisierter Passus zu "Nachrangdarlehen" in den Advertorials von kitzVenture (Screenshot vom 16.1.2017; Advertorial auf www.tt.com).

Was hinter kitzVenture steckt

Im Promotion-Video auf der eigenen Website präsentiert sich kitzVenture als "global operierende Mountain Capital Group", es werden imposante Bergpanoramen, Bilder aus München, New York, Dubai, Paris, Berlin, London und weiteren Orten gezeigt, die suggerieren, das Unternehmen sei dort tätig (siehe unten).

kitzVenture Promotion-Video

Die Realität sieht andes aus. Die kitzVenture GmbH hat ihren Firmensitz in Kitzbühel, Tirol. Die genaue Anschrift ist laut Website und Firmenbuch "Josef Pirchl Straße 5". Eine Top-Adresse in der Kitzbüheler Innenstadt. An dieser Adresse existieren drei weitere Unternehmen: Die "El Dorado Bar", ein bekanntes Nachtlokal, ein zur Schweizer Visilab-Gruppe gehörendes Optiker- und Brillengeschäft sowie das Wirtschaftstreuhand-Unternehmen "kitzTreuhand" des Kitzbüheler Bürgermeisters Klaus Winkler (Dr. Winkler & Partner Wirtschaftstreuhand KG).

Anfang 2017 bestehen das Team und der Beirat der Website von kitzVenture zufolge aus Olaf Wittbrodt (Geschäftsführender Gesellschafter) und sowie den beiden Beiratsmitgliedern Joachim Graf (Zukunftsforscher und Publizist) und Markus Miller (Gründer des spanischen Medien- und Beratungsunternehmens Geopolitical.Biz mit Sitz auf Mallorca).

Der Zukunftsforscher Joachim Graf legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass von Kitzventure ausschließlich als Zukunftsforscher beauftragt war. "Ich sollte also ausschließlich einschätzen, ob gegebenenfalls die von Startups entwickelte Technik zukunftsfähig ist. Mit finanziellen Belangen und den Investments selber war ich nie befasst." Inzwischen habe ihm das Unternehmen versichert, dass er als "Beirat" von der Website entfernt werde (siehe den Kommentar zum Artikel) .

Auch der Medienunternehmer Markus Miller legt Wert darauf, dass er "nie als Beirat für dieses Unternehmens tätig" war. Miller: "Es gab vor rund einem Jahr die lose Anfrage einer Softwarefirma die Steuerbuchhaltungsdienstleistungen offeriert, deren Geschäftsführer ich kenne, ob ich für derartige Mandate grundsätzlich zur Verfügung stehe. Das habe ich grundlegend bejaht." Eine Zusammenarbeit sei aber nie zustande gekommen "weder vertraglich noch operativ". "Mir war bis heute nicht bewusst, dass das Unternehmen quasi mit meinem Namen, Bild und meiner Expertise öffentlich wirbt", erklärt Miller dem trend (siehe den Kommentar zum Artikel, unten) .

Nach Millers Intervention bei kitzVenture hat das Unternehmen auch die Informationen zu seiner Tätigkeit als Beirat vom Netz genommen. In einer Erklärung vom 9. Februar 2017 betont das Unternehmen jedoch nach wie vor, dass der "fachkundige Beirat" junge Unternehmen unterstützt.

kitz & kitz in Kitz

Doch wie stehen kitzVenture und kitzTreuhand in Verbindung? Der Kitzbüheler Bürgermeister wurde im Oktober 2016 noch auf der kitzVenture-Website an prominenter Stelle als "Mitglied des Beirats" angeführt. Auf Anfrage des trend erklärte Winkler jedoch, mit der Beteiligungsgesellschaft sonst nichts zu tun zu haben. Er sei nur in der Gründungsphase des Unternehmens im Jahr 2015 im Beirat gewesen. "Ich habe dieses Amt allerdings schon lange wieder zurückgelegt und war auch nie operativ tätig", erklärte Winkler dem trend. "Ich werde mich bemühen, dass der Hinweis auf meine Person möglichst rasch von der Website genommen wird." Sein Eintrag ist mittlerweile gelöscht, die Postadresse von kitzVenture ist jedoch noch immer identisch mit der Treuhandgesellschaft des Bürgermeisters.

Bürgemeister und Steuerberater Winker erklärt dazu allerdings: "kitzVenture hat im Gebäude Josef Pirchl Straße 5 in Kitzbühel eigene Räumlichkeiten gemietet, welche nicht ident mit jenen unserer Steuerkanzlei sind. Wir nutzen unsere Räumlichkeiten, die kitzVenture nutzt ihre Räumlichkeiten. Es handelt sich somit um getrennte Büros. Bei genauer Betrachtung liegt somit auch eine andere Postadresse vor." Und er betont auch, dass seine Position als Gemeindepolitiker nichts mit Geldanlageprodukten eines Unternehmens zu tun habe.

Deutsche Eigentümer

Im Firmenbuch sind als Gesellschafter von kitzVenture zu gleichen Teilen Olaf Wittbrodt, geboren 1976, und die deutsche Beteiligungsgesellschaft Patriarch Trust GmbH mit Sitz in Hamburg angeführt. Auch der geschäftsführende Gesellschafter Wittbrodt stammt aus Deutschland, und zwar aus Osnabrück. Auf der Website von kitzVenture finden sich darüber hinaus nur wenige weitere Informationen zu dem Unternehmen selbst. Also hat trend nachgebohrt.

Die Kitzbüheler Kapitalgesellschaft verstand sich laut Auskunft von kitzVenture-CEO Olaf Wittbrodt zu Beginn der Inseratenkampagne im Oktober 2016 als ein Mix aus Venture-Capital-Unternehmen, Private-Equity-Gesellschaft und Inkubator. Den eigenen Angaben zufolge sollte nicht nur Geld in Start-ups investiert, sondern die Unternehmen auch in ihrem Wachstum mit Beratungsleistungen und Betriebsmitteln begleitet werden. Doch das muss selbstredend auch finanziert werden.

Das Ziel wäre, wie Wittbrodt dem trend erklärte, keine schnellen Exits - also lukrative Verkäufe der Unternehmen an andere Investoren oder große Konzerne - zu machen, sondern der Aufbau nachhaltiger Unternehmen und Geschäftsmodelle mit gesunden Cashflows.

Mitte Oktober 2016 hätten sich laut Wittbrodt fünf Start-ups aus den Branchen E-Commerce, Digital Business und Telekommunikation in der Pipeline befunden. Welche, darüber hüllte sich Wittbrodt allerdings in Schweigen. Das Team von kitzVenture habe selbst "jahrelang Erfahrung in diesen Branchen gesammelt" und könne die Gründer daher auch entsprechend beraten. Nähere Auskünfte blieb er allerdings schuldig. Er erklärte nur, welche Klientel er als Kunden ansprechen will: Durchschnittsbürger, die sich für die Start-up-Szene begeistern, aber selbst keine Unternehmen gründen wollen. Die Mindestzeichnungssumme liegt bei 250 Euro, Investments von mehreren tausend Euro gab es laut Wittbrodt nur in Ausnahmefällen.

Beteiligungen von kitzVenture

Auf der Website von kitzVenture findet man unter "Beteiligungen" nähere Informationen zu den Unternehmen, an denen kitzVenture nach eigenen Angaben Beteiligungen hält. Start-ups sind dort allerdings erst zwei angeführt, und zwar erstens die von kitzVenture im Juli 2016 selbst gegründete "Markenmacher Media & Venture GmbH" mit Sitz in Osnabrück. Deren Geschäftsführer ist wiederum Olaf Wittbrodt, kitzVenture hält 100 Prozent an der Firma. Markenmacher versteht sich nach eigenen Informationen als Mischung aus klassischer Werbe- und Media-Agentur und Beteiligungsgesellschaft. Auch Markenmacher "geht gern Beteiligungen in der Gründungsphase ein und stellt hierbei Start-ups entsprechende Gründungs- und Wachstumspakete gegen Unternehmensbeteiligung zur Verfügung".

Das zweite Unternehmen, an dem kitzVenture beteiligt ist, ist die kitzTrust GmbH. An dieser ist kitzVenture mit 85 Prozent beteiligt. Die restlichen 15 Prozent hält der Geschäftsführer, der Hamburger Rechtsanwalt Dirk Lindberg. Der ist wiederum zusätzlich Geschäftsführer der bereits erwähnten "Patriarch Trust GmbH", die eben auch 50 Prozent der Firmenanteile an "kitzVenture" hält. Die Firmenanschrift von kitzTrust ist laut Firmenbuch abemals die bekannte Josef Pirchl Straße 5 in Kitzbühel.

Zusammengefasst stehen hinter allen bisher genannten Firmen zwei Personen, der Osnabrücker Olaf Wittbrodt und der Hamburger Dirk Lindberg. Die Postadresse von "kitzVenture" und "kitzTrust" ist identisch mit der von "kitzTreuhand". Verbindungen der ersten beiden zum letztgenanntem Unternehmen werden jedoch dementiert.

Unbekannter Investor

kitzVenture gibt dafür an, "Minderheitsbeteiligungen" an zahlreichen großen, börsenotierten Unternehmen zu halten. Im Oktober waren Unternehmen wie Zalando, Facebook, Wirecard, die Österreichischen Post AG, Volkswagen und die OMV angeführt (siehe untenstehenden Screenshot).

Beteiligungen von kitzVenture.com, Screenshot der Website vom 24.10.2016

Beteiligungen von kitzVenture.com, Screenshot der Website vom 24.10.2016

Im September 2016 schickte kitzVenture eine OTS-Meldung (OTS0077 vom 5. September 2016, 11:37 Uhr) aus, in der zu lesen war:

"Die kitzVenture GmbH hat sich als in Kitzbühel ansässige Private-Equity-Gesellschaft am 30. August 2016 dazu entschlossen, ihre minderheitliche Beteiligung an der Zalando SE langfristig zu betreiben und somit auch kontinuierlich auszubauen. Dies ist Ausdruck eines hohen Vertrauens in die Strategie der Zalando-Vorstände."

Eine Anfrage des trend an Zalando, ob und wie die beiden Unternehmen miteinander verbunden sind, blieb vorerst unbeantwortet.

Man sollte sich daher durch die angeführten Beteiligungen bei den genannten AGs nicht hinreißen lassen, kitzVenture als ein besonders finanzkräftiges Unternehmen zu einzuschätzen. Aus den Firmenbucheinträgen der erwähnten Unternehmen ist - soweit das im Zuge der Recherche überprüfbar war - auch keine meldepflichtige Beteiligung von kitzVenture herauszulesen. Diese wäre laut Aktiengesetz ab einer Beteiligung von drei bis fünf Prozent erforderlich.

Eine schon im Oktober 2016 durchgeführte exemplarische Nachfrage bei der Österreichischen Post AG ergab, dass kitzVenture dort gänzlich unbekannt war. Man war dort mit der Angabe, kitzVenture halte eine Minderheitsbeteiligung, auch gar keineswegs glücklich. Post-Sprecherin Kathrin Schrammel erklärte: "Wir werden uns bemühen, dass der Hinweis auf uns möglichst bald von dieser Website entfernt wird." Bis zum Jänner 2017 ist das der Post allerdings nicht gelungen. Im Gegensatz zu Volkswagen und der OMV, die dort mittlerweile nicht mehr aufscheinen.

Beteiligungen von kitzVenture.com, Screenshot der Website vom 16.01.2017

Beteiligungen von kitzVenture.com, Screenshot der Website vom 16.01.2017

Die juristische Vertretung von kitzVenture erklärt jedoch: "Unsere Mandantschaft hält eine Beteiligung an der Österreichischen Post AG und ihr wurde von einer dazu befugten Stelle der Österreichischen Post AG auch gestattet, dies (unter Verwendung des Logos an der Österreichischen Post AG) öffentlich bekannt zu geben. Dies gilt im Übrigen für sämtliche von unserer Mandantschaft auf deren Website ausgewiesenen Beteiligungen: diese existieren, und der öffentliche Bekanntgabe (unter Verwendung der jeweiligen Logos) wurde unserer Mandantschaft von diesen Unternehmen auch gestattet."

Update vom 13. Februar 2017: Der Hinweis auf die Beteiligung bei der Österreichischen Post wurde in der Zwischenzeit ebenfalls von der Website entfernt. Das Unternehmen erklärt dazu: "kitzVenture hat sich das Unternehmen aus strategischen Gründen dazu entschlossen, die Beteiligung an der Österreichischen Post AG aufzugeben."

Die von kitzVenture angeführten "Minderheitsbeteiligungen" an den aufgelisteten Unternehmen dürften jedoch ebenso einzuordnen sein wie eine 250-Euro-Beteiligung an einem Start-up. Dass kitzVenture aus der Entwicklung von Umsatz und Mitarbeiterzahl der Unternehmen ableitet, es als Private-Equity-Gesellschaft selbst zu verstehen, Wachstum zu erzeugen und auch umzusetzen sollte eher abschreckend wirken.

kitzVenture über die "Beteiligungen"

kitzVenture über die "Beteiligungen"

Dass kitzVenture obendrein behauptet, die Unternehmen, an denen beteiligt sei, wären entweder in enger Zusammenarbeit mit kitzVenture dabei, ihr Geschäftsmodell auf dem Markt zu etablieren oder sie befänden sich auf überdurchschnittlichem Wachstumskurs sollte ebenso die Alarmglocken schrillen lassen. Zu glauben, Mark Zuckerberg habe sein Geschäftsmodell mit kitzVenture abgesprochen, ist schlichtweg fahrlässig.

Finanzmarktaufsicht mahnt allgemein zur Vorsicht

Privatpersonen, die dennoch überlegen, in Start-ups zu investieren sollten sich angesichts der erwähnten Risiken jedenfalls gut überlegen, ein Investment über kitzVenture zu platzieren. Bei allen grundsätzlichen Risiken, die es bei Investments in Start-ups gibt, dürfte das Risiko eines Totalverlusts in diesem Fall noch erheblich größer sein. Und was die in Aussicht gestellte Verzinsung von 9,75 Prozent betrifft: Hier gilt es, eine alte Weisheit zu beachten, die da sagt: "Was zu gut klingt um wahr zu sein, ist in der Regel auch nicht wahr."

Das ist auch im Sinne der Finanzmarktaufsicht FMA, die zu Beginn des Jahres 2017 eine eindringliche Warnung vor hochriskanten Finanzprodukten ausgegeben hat, die teilweise aggressiv beworben werden. Die FMA erklärt auf Anfrage des trend: "Wir haben kitzVenture aufgrund der vielen Anfragen bereits auf dem Radar. KitzVenture betreibt aber kein konzessionspflichtiges Geschäft. Es handelt sich jedoch um ein öffentliches Angebot, für das die Prospektpflicht gilt, und das Angebot ist mit einem Prospekt unterlegt."

So lange keine Straftat vorliegt kann die FMA allerdings nicht von sich aus tätig werden. Auch wenn die Behörde bei derartigen Angeboten prinzipiell Bauchweh hat. Anleger sollten sich, so der Rat der FMA, in keinem Fall von Chancen verlocken lassen, sondern stets die Risiken dieser Geschäfte abwägen und sich außerdem über die Berechtigung des Anbieters informieren. "Keine Geschäfte tätigen, für die keine verständlichen und transparenten Informationen zur Verfügung stehen", warnt FMA-Chef Helmut Ettl und weiter: "Wir raten Privatanlegern davon ab, ohne Risikoaufklärung und angemessene Beratung in derartige Instrumente zu investieren. Derartige Produkte eignen sich nicht für eine nachhaltige Geldanlage. Schon gar nicht als Einzelinvestment von Privatanlegern."


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