Kapitalmarkt: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Kapitalmarkt: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Die Aktien- und Anleihenmärkte reagieren nach wie vor deutlich auf Sorgen und Ängste. Angst war jedoch noch nie ein guter Ratgeber, schon gar nicht an der Börse. Wie Sie von Emotionen profitieren können.

An den internationalen Kapitalmärkten regiert nach wie vor die Angst. Nach dem Brexit-Votum, das die Aktienmärkte kurz, aber heftig aufwühlte, geht nun die Angst vor einem möglichen US-Präsidenten Donald Trump um. Am 8. November entscheiden die Bürger der USA bei den Präsidentenwahlen, ob der polternde Börsenschreck der nächste Präsident wird.

Bank Austria Analystin Monika Rosen hat in einem Kommentar für den trend bereits beschrieben, welche Auswirkungen ein Wahlsieg Donald Trumps auf die Aktienmärkte haben könnte. So schätzt Citigroup etwa, dass es an den US-Börsen generell zu einem Kursrückgang im Ausmaß von rund fünf Prozent kommen könnte. Internationale Investoren könnten verunsichert sein und Gelder abziehen. Jedenfalls, so Rosen, wäre im Falle eines Sieges von Trump mit einer steigenden Volatilität zu rechnen.

Furcht vor dem Unbekannten

Aber Angst war noch nie ein guter Ratgeber, und schon gar nicht beim Investieren in Aktien. "Ein Merkmal der letzten Jahre ist, dass Bedenkenträger problemlos etwas finden, vor dem sich Anleger fürchten können", merkt Robert Karas, Leiter Asset Management der Schoellerbank an. So erklärbar die Sorgen auch sein mögen, es gäbe immer auch eine Möglichkeit, um die vorherrschende Stimmung zum persönlichen Profit zu nutzen.

"So mancher Vermögensverwalter reduzierte die Aktienquote, als die Kurse zu Jahresbeginn kräftig korrigierten. Doch anstatt weiter zu purzeln, machten sie Mitte Februar eine Kehrtwendung, um über Monate wieder nach oben zu klettern", weiß Karas. Wie so oft beim kurzfristigen Timing-Versuch, erfolgten die Verkäufe daher dann zu Tiefstständen.

Das Resultat: Ein Verhalten, das im ersten Moment hinsichtlich der Risikoreduktion konservativ und vorausblickend erschien, erhöhte am Ende das Risiko der Anleger. Sie konnten nicht im gleichen Ausmaß von der Aufwärtsbewegung zu profitieren, wie sie zuvor Verluste einstecken mussten.

Aussichten

Die Entwicklung der Aktienmärkte auf längere Zeit zu prognostizieren ist schlichtweg unmöglich. Selbst harte Fakten wie ein gutes Kurs-Gewinn-Verhältnis oder außerordentliche Gewinne wirken sich mitunter nicht belebend auf den Kursverlauf aus. Andererseits genügt dann oft auch wieder eine "Story", die sich nicht durch den Geschäftserfolg untermauern lässt, um einen Kurs in die Höhe zu treiben.

Bei den Anleihemärkten drückt das Zinsumfeld die Renditen. Auch die Inflationserwartungen bleiben tief. Bei konventionellen Anleihen empfiehlt die Schoellerbank daher auch keine Laufzeiten von mehr als vier Jahren. Auch aus Fremdwährungen ist relativ wenig zu holen. Der US-Dollar bewegt sich seit Monaten in einem sehr engen Band zwischen 1,10 und 1,15 zum Euro.

Euro/US-Dollar 5-Jahres-Entwicklung; Stand vom 4.10.2016: 1,11 €/$. Zur aktuellen Wechselkursinformation klicken Sie bitte auf den Chart.

Euro/US-Dollar 5-Jahres-Entwicklung; Stand vom 4.10.2016: 1,11 €/$. Zur aktuellen Wechselkursinformation klicken Sie bitte auf den Chart.

Im vergangenen Quartal konnten Rohstoffe ihre fulminante Aufwärtsbewegung nicht mehr fortsetzen. Von den Bereichen Bergbau/Minen, Edelmetalle und Energie wird teilweise auf defensivere Segmente wie Wasser, Agribusiness und Holz umgeschichtet. Asset Manager Karas empfiehlt daher, einen kleinen Teil des Portfolios in Rohstoffe zu investieren und verstärkt auf Bereiche, die über Preisfestsetzungsmacht („pricing power“) verfügen, zu setzen.

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