Kampf gegen Wirtschaftsschwäche: China lockert Geldpolitik

Kampf gegen Wirtschaftsschwäche: China lockert Geldpolitik

Chinas Notenbank stemmt sich gegen die schwächelnde Wirtschaft und lockert mitten im Handelsstreit mit den USA ihre Geldpolitik. Wie die Zentralbank "People's Bank of China" mitteilte, sinkt der Mindestreservesatz zum 16. September um 0,5 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent. Für einige Banken fällt der Satz in zwei Schritten sogar um insgesamt einen ganzen Prozentpunkt.

Die chinesische Zentralbank "People's Bank of China" senkt den Mindestreservesatz zum 16. September um 0,5 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent. Der Mindestreservesatz gibt vor, welchen Anteil ihrer Einlagen die chinesischen Banken bei der Notenbank deponieren müssen. Je niedriger der Satz, desto mehr Kredite können die Banken für Konsum und Investitionen vergeben. Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Notenbank den Satz reduziert.

Ähnliche Maßnahmen hatte die chinesische Zentralbank bereits im Jänner und im Mai dieses Jahres ergriffen, um die Realwirtschaft anzukurbeln. Die chinesische Konjunktur ist durch den Handelsstreit mit den USA geschwächt, im zweiten Quartal betrug das Wachstum im Vorjahresvergleich 6,2 Prozent, das war der niedrigste Stand seit fast drei Jahrzehnten.

Finanzspritze für die Märkte

Die jetzige Senkung soll nach Angaben der Notenbank 900 Milliarden Yuan (etwa 115 Milliarden Euro) an Liquidität freisetzen. Die Zentralbank versicherte, dass eine starke geldpolitische Lockerung nicht zu erwarten sei. Die Geldpolitik werde vielmehr "umsichtig" bleiben, wiederholte sie eine Standardformulierung der vergangenen Jahre. Eine Flutung der Wirtschaft durch billiges Geld solle es nicht geben.

Damit dürfte die Notenbank auch zu erwartender Kritik aus den Vereinigten Staaten vorgreifen. Die USA werfen China vor, ihre Währung gezielt zu schwächen, um im internationalen Handel Wettbewerbsvorteile für ihre Unternehmen zu erzielen. Der große Handelsüberschuss Chinas gegenüber den USA ist ein zentraler Punkt, den US-Präsident Donald Trump der Volksrepublik seit langem vorhält. Er betrachtet den starken Export in die USA als Ausbeutung.

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