Kampf gegen Deflation: Japan beschließt Negativzinsen

Kampf gegen Deflation: Japan beschließt Negativzinsen

Bank of Japan Gouverneur Haruhiko Kuroda

In Japan werden Bankeinlagen künftig mit einem Negativzins von 0,1 Prozent belastet. Die Maßnahme der Zentralbank soll die Konjunktur ankurbeln und die Deflation bekämpfen.

Nach Abschluss zweitägiger Beratungen gab Bank of Japan Gouverneur Haruhiko Kuroda bekannt, künftig einen Negativzins von 0,1 Prozent einzuheben. Banken müssen nun eine Gebühr bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Zentralbank parken, statt es weiter zu verleihen.

Die Bank of Japan (BoJ) beschloss zugleich, die Geldmenge unverändert um jährlich 80 Billionen Yen (rund 617 Mrd. Euro) auszuweiten. Die Aktienbörse in Tokio legte daraufhin kräftig zu. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank zugleich auf das Rekordtief von 0,185 Prozent.

Inflationsziel bei zwei Prozent

Die japanischen Notenbanker kämpfen darum, nach fast zwei Jahrzehnten der Deflation mit stetig fallenden Preisen ein Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Wie für die EZB ist das auch bür die BoJ nicht zuletzt wegen des Ölpreisverfalls schwierig. Das Ziel will die japanische Zentralbank in der ersten Hälfte des Fiskaljahres 2017/2018, das am 1. April beginnt, erreichen. Im Dezember lag die Inflationsrate im Kern - also ohne die stark schwankenden Preise für frische Lebensmittel - ganzähnlich wie in der EU bei 0,1 Prozent..

In Marktkreisen war der Druck auf die Notenbank der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zuletzt gewachsen, die geldpolitischen Zügel angesichts der Flaute beim größten Handelspartner China sowie des geringen Preisanstiegs im Inland abermals zu lockern.

Rückläufige Ausgaben

Die Staatsausgaben lagen nach Regierungsdaten im Dezember 4,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang war deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Die Industrieproduktion sank im vergangenen Monat mit 1,4 Prozent ebenfalls überraschend stark.


"Die Wirtschaft läuft nicht gut, und es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass sie im Zeitraum von Oktober bis Dezember geschrumpft ist", sagte Yoshiki Shinke, Chefökonom vom Dai-ichi Life Research Institute. "Wenn dem so ist, drückt das weiter auf die Preise." Sinkende Preise gelten als problematisch, weil sinkende Erlöserwartungen Unternehmer von neuen Investitionen abhalten können.

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