Vermögensverwaltung: Wenn Geld gut betreut wird

Professionelles Veranlagungsmanagement ist längst nicht nur etwas für Reiche. Vermögensverwalter wie Select Investment bietet ihren Service schon ab Veranlagungssummen von 100.000 Euro an. Und bei automatisierten Robo Advisors liegt die Einstiegshürde noch viel niedriger.

Vermögensverwaltung: Wenn Geld gut betreut wird

Moderne Vermögensverwaltung setzt auf solide Rendite bei überschaubarem Risiko.

Dunkles Holz, tiefe Teppiche, gedämpfte Stimmen - und ein Eintrittsgeld ab fünf Millionen Euro. Helles Licht, viel Glas und noch mehr Algorithmen - und das ab 1.000 Euro. So gegensätzlich präsentieren sich gegenwärtig die verschiedenen Welten der Vermögensverwaltung. Individuelle Beratung wird exklusiver, womit auch die Einstiegshürde für das zu veranlagende Kapital gestiegen ist. Parallel dazu entstehen immer mehr Robo Advisors, also digitale, automatisierte Vermögensverwaltungen, die am anderen Ende der Reichtums-Skala Veranlagungsmanagement anbieten, inklusive monatlicher Sparpläne von 100 Euro und weniger. Manche Experten sprechen daher schon von einer "Demokratisierung" der Vermögensverwaltung.

Oben exklusiver, unten automatisiert

Was diese parallele Entwicklung deutlich zeigt: Die Klientel, die sich für professionelle Vermögensverwaltung interessiert, ist breiter geworden, der Markt größer. "Die Themen Vorsorge und Risiko haben, auch durch Corona, an Bedeutung gewonnen", sagt René Lobnig, Geschäftsführer von Select Investment, als Vermögensverwaltung Teil der Swiss-Life-Gruppe. Aber Vorsorge bedeutet Investment, und Investment bedeutet Vorsorge, so Lobnig, "und weil das angesichts von Niedrigzinsen mit klassischen Sparprodukten und Staatsanleihen nicht zu erreichen ist, vertrauen immer mehr Menschen auf professionelle Veranlagung" (siehe auch Interview). Hinzu kommt: Durch eine Generation von Erben kommen mehr junge Menschen als in früheren Jahrzehnten zu Vermögen und wollen sich bei dessen Veranlagung beraten lassen.

Mit den Klienten haben sich auch die Ansprüche verändert. War jahrzehntelang Diskretion der zentrale Wert, um den sich bei der Vermögensverwaltung alles gedreht hat, ist es jetzt zunehmend Transparenz. Das bedeutet nicht, dass der Kunde sein Depot in den sozialen Medien öffentlich wiederfinden will; es bedeutet nachvollziehbare Investitionsentscheidungen, einen jederzeitigen Überblick über das Depot und dessen Entwicklung - und vor allem auch eine ehrliche Kostenstruktur.

Überzogene Erwartungen

Zudem ist das jetzige Publikum in der Regel besser über Kapitalmärkte und Anlagemöglichkeiten informiert als früher. Für die Profis ist das durchaus eine Herausforderung. "Die Erwartung an mögliche Renditen bei einem überschaubaren Risiko sind oft viel zu hoch", so Lobnig, "da ist es wichtig, erst einmal die Emotionen aus diesem Thema herauszunehmen."

Welche Rolle professionelles Veranlagungsmanagement spielen kann, zeigt ein Vergleich der Anlagestrategien von Vermögenden und dem österreichischen Durchschnittsbürger: Während Family Offices bevorzugt in Aktien investieren, bleibt der Österreicher ein Sparer (siehe Grafik). In Coronazeiten gilt das noch mehr als sonst. So ist die Summe der gebundenen Spareinlagen laut Oesterreichischer Nationalbank im vergangenen Jahr noch einmal um mehr als 15 Prozent auf 169 Milliarden Euro gestiegen.

Das Geld aufs Sparbuch zu legen, ist kein gutes Geschäft: Die Minizinsen werden durch die Inflation aufgefressen, das Geld wird immer weniger wert. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria, hat für den trend ausgerechnet, wie viel Kaufkraft die privaten Haushalte in Österreich seit der Finanzkrise 2008 verloren haben: Rund 35 Milliarden Euro.

Immerhin: Laut einer Studie für das Aktienforum hat jeder fünfte Österreicher alleine oder gemeinsam mit Partner Geld in Aktien- und Anleihenfonds investiert. Allerdings geben nur vier Prozent an, sich sehr gut mit Veranlagungen an der Börse auszukennen. Und die Corona-Turbulenzen haben die Unsicherheit noch vergrößert: Jeder achte Befragte steht dem Aktienmarkt kritischer gegenüber als noch vor einem Jahr.

Minus bei Finanzbildung

Doch um mehr aus dem eigenen Geld zu machen, braucht es Finanzwissen -was in Österreich nicht sehr weit verbreitet ist. "Neben steuerlichen Anreizen bei Kapitalerträgen brauchen wir einen stärkeren Fokus auf Wirtschafts- und Finanzbildung", fordert daher Industriellen-Präsident Georg Knill. Auch Erste-Bank-Vorstand Thomas Schaufler wünscht sich "mehr Investitionen in die Finanzbildung an den Schulen, damit die Kinder nicht nur den Sparefroh, sondern auch den Investmentfonds kennenlernen, um in Zukunft mehr aus ihrem Geld zu machen." Um hier weiterzukommen, bieten einige Banken und Vermögensverwalter kostenlose Webinare an (siehe unten).

Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung

IV-Präsident Georg Knill: "Wir brauchen einen stärkeren Fokus auf Wirtschafts- und Finanzbildung."

Und die Zukunft? Wie es mit den Kundenbedürfnissen bei der Vermögensverwaltung weitergeht, haben die Wirtschaftsprüfer und Berater von EY untersucht. Fazit der Studie: Der Wunsch nach ganzheitlicheren, transparenteren und maßgeschneiderten Dienstleistungen wird stärker. Was auch wichtiger wird: eine einfach zugängliche Übersicht über das Gesamtvermögen, bessere und verlässlichere digitale Tools sowie die Interaktion mit dem Berater. Im Gegenzug steigt - vor allem bei Jüngeren - die Bereitschaft, persönliche Daten mit Finanzdienstleistern zu teilen. Das allerdings nur, wenn diese Offenheit Vorteile bringt und in einem personalisierten Service mündet.

Select Investment bietet kostenlose Online-Webinare an. Die Termine und die Aufzeichnungen der bisherigen Webinare finden Sie unter select-investment.at/veranstaltungen


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