Seit 2010: Inflationsrate frisst Sparbuchzinsen auf

Seit fast zehn Jahren sinkt der Wert des Sparvermögens. Warum das so ist, und seit wann die Schere zwischen Verzinsung am Sparbuch und Inflationsrate besonders weit auseinander geht und die Geldentwertung damit besonders rasant geht.

Seit 2010: Inflationsrate frisst Sparbuchzinsen auf

Höhere Inflation als Zinsen am Sparbuch: Bandbeschleuniger der Geldentwertung

Der erste Juli 2008 markiert einen schwarzen Tag für Sparbuchsparer. Seither geht es mit den Zinsen, bis auf ein kurzes Zwischenhoch, bergab - die meiste Zeit in gehörigem Tempo. Damals gab es zu Jahresbeginn, für all jene, die sich für eine Ein-Jahresbindung am Sparbuch entschieden, noch 4,19 Prozent, was bei einer Inflation knapp unter vier Prozent allerdings auch nicht berauschend war. Abzüglich der Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 25 Prozent auf die Zinserträge wurde damit höchstens mit Ach und Krach noch kein Wert vernichtet, sofern das Geld nicht noch schlechter verzinst wurde.

Vermögensaufbau am Sparbuch: Spätestens seit 2010 praktisch unmöglich
Bereits 2010 sah die bittere Realität so aus: Die Sparzinsen für ein Sparbuch mit einjähriger Laufzeit betrugen im August 2010 nur noch 1,01 Prozent für ein Sparbuch, mit 2-jähriger Bindung. Bei einer Inflationsrate um die zwei Prozent war damit bereits die Geldvernichtungsmaschinerie angeworfen.

2012 gab es noch ein kurzes Zinszwischenhoch. Im Jänner gab es bis heute das letzte Mal 1,84 Prozent Zinsen für gebundenes Sparbuch mit einjähriger Laufzeit. Seither fallen und fallen die Zinsen. Denn mit dem Amtsantritt EZB-Chefs Mario Draghi ging es im Jahr 2012 im Höllentempo praktisch ausschließlich bergab.

Seit neun Jahren: Inflationsrate über den Einlagenzinsen
Besonders brisant: Seit etwa 2010 liegt die Inflation im Schnitt über dem Einlagenzins für Haushalte. Seit 2017 liegt die Inflationsrate sogar deutlich über den Sparzinsen. Das bedeutet: Die Wertvernichtung von Sparkapital ist seither in vollem Gang. Die jährlich Kapitalertragssteuer muss von diesem Einlagenzins ebenfalls stets einmal pro Jahr noch abgezogen werden. Der Staat muss schließlich auch vom Ersparten partizipieren. Verluste am Sparbuch durch eine höhere Inflation darf man allerdings in der Steuererklärung nicht geltend machen.

Wer heute sein Geld für ein Jahr am Sparbuch binden, erhält dafür 0,15 Prozent. Dass bei einer Inflationsrate von aktuell 1,2 Prozent. Die Geldvernichtung lässt grüßen.

EZB-Chef Mario Draghi: Brandbeschleuniger der Geldentwertung.

Weiter fallende statt steigende Zinsen
Dabei hat das Jahr 2019 so gut angefangen. Hätte dieses Jahr doch die Zinswende bringen sollen. Noch zu Beginn des Jahres gab es Signale, dass die Zinsen leicht steigen könnten. Aber genau das Gegenteil ist passiert. Der Einlagezinssatz für Banken bei der EZB wurde von Minus 0,4 auf Minus 0,5 Prozent gesenkt und die Banken haben die Sparzinsen für die Kunden nach und nach weiter gesenkt.

Verkehrte Welt: Bund kriegt von Anlegern Geld dafür, dass er Anleihen ausgibt
„Für die Sparer in Österreich bedeutet das eine schleichende Entwertung ihres Geldvermögens. Zuletzt lagen die Einlagenzinsen bei minus 1,5 bis zwei Prozent real“, sagt Lukas Sustala, Ökonom bei der Agenda Austria. Für die Schuldner Staat und Unternehmen bedeutet das gleichzeitig aber auch sehr niedrige, manchmal negative Kreditzinsen: Zuletzt hat der Bund etwa immer wieder Anleihen mit einer negativen Verzinsung begeben.

Mit der richtigen Polizze gegen Hacker

Mit der richtigen Polizze gegen Hacker

Gestohlene Daten, blockierte IT-Systeme: Cyberkriminalität verursacht …

„Immobilien bieten idealen Schutz vor Inflation"

NIKO SCHÜLER, neuer HEAD OF REAL ESTATE VON SWISS LIFE SELECT, über die …

Immobilien bleiben im Fokus der Anleger

Immobilien bleiben im Fokus der Anleger

Plus zwölf Prozent im ersten Halbjahr: Die Sorge vor einer höheren …

„In Inflation lässt sich investieren“

„In Inflation lässt sich investieren“

Für René Lobnig, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Select …