Rothschild-Investmentchef: Emerging Markets im Fokus

Trotz hoher Bewertungen bleibt Benjam Melman, Investmentchef von Edmond de Rothschild Asset Management bullish für die Börsen. Der Anlagespezialist richtet seine Investments in Richtung der Schwellenländer, wo er hohe Renditen erwartet.

Rothschild-Investmentchef: Emerging Markets im Fokus

Rothschild Asset Management CIO Benlamin Melman setzt auf Emerging Markets.

Seit der Pharma-Konzern Pfizer (US7170811035) am 9. November 2020 den ersten Impfstoff gegen Covid-19 angekündigt hat, blicken Investoren mit anderen Augen in die Zukunft. Benjam Melman, Global Chief Investment Officer (CIO) bei Edmond de Rothschild Asset Management etwa glaubt seither fest an eine starke konjunkturelle Erholung, „die sich noch nicht im vollen Umfang in den Kursen niedergeschlagen hat, trotz deutlich gestiegener Bewertungen.“ Ungeachtet einzelner Anzeichen einer Blasenbildung wie bei manchen an der NASDAQ notierten Tech-Aktien.

So haben auch Aktien konjunkturabhängiger Sektoren in Antizipation dieser Entwicklung schon angezogen. „Insgesamt betrachtet war die Kursanstieg, gemessen an der Intensität des Einbruchs im vergangenen Jahr aber bescheiden“, meint Melman.

Risiko ultralockere Geldpolitik

Die Kursanstiege an den Börsen waren zwar hoch, deuten laut Rothschild Asset Management aber nicht auf eine Überbewertung hin. Das größte Risiko ginge vielmehr von der US-Notenbank aus, die eine massive „Monetarisierung“ eingeleitet haben“, so Melman.

Benjamin Melman, Global Chief Investment Officeri Edmond de Rothschild Asset Management

Benjamin Melman, Global Chief Investment Officeri Edmond de Rothschild Asset Management

Demnach begleiche die Notenbank Staatsschulden mit Geld, das vor dem Aufkauf noch gar nicht existierte. Es wird also zusätzliches Geld geschaffen. „Die ultralockere Geldpolitik könnte letztlich dazu führen, dass sich die Rückabwicklung als schwierig erweist“, so der Anlageprofi, zumal Anleger nach wie vor in risikoreiche Anlagen investieren. „Je früher die US-Notenbank Details über ein Zurückfahren der expansiven Geldpolitik bekannt gibt, desto leichter wird es für die Märkte sein, das zu verarbeiten“, so der Banker. Noch sieht es aber nicht danach aus.

„Trotz Pandemie weist die Wirtschaft eine überraschende Widerstandsfähigkeit auf“, bemerkt Melman. US-Unternehmen haben im Corona-Jahr 2020 ihre Investitionen nur um 1,3 Prozent gegenüber 2019 zurückgefahren. Zum Vergleich: Ein Jahr nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 lag der Rückgang bei 10,3 Prozent.

Diese Entwicklung liegt nach Ansicht des Experten nicht nur an steigenden Investitionen im Zuge der Digitalisierung. So legten in den Industrieländern auch Unternehmensgründungen im Vorjahr stark zu. Rothschild-Anlageboss Melman: „Sobald sich die Lage normalisiert, könnte es bei den Unternehmen zu einer nie da gewesenen positive Dynamik kommen.“

Bullish für Börsen und Schwellenländer

Bei Edmond de Rothschild ist man deshalb "weiterhin bullish für die Börsen", während Anleihen mit langen Laufzeiten weiter unter Druck bleiben dürften. Die Asset Manager senken daher ihr Engagement bei Staats- und Investment-Grade-Unternehmensanleihen, stocken aber Investitionen in Wandelanleihen auf. „Da wir das Risiko für die Portfolios nicht erhöhen wollen, haben wir den Anteil an Hochzinsanleihen reduziert“, erläutert Melman.

Worin lohnt es sich nun zu investieren? Anleger, die im Jahr 2020 in Schwellenländeraktien und Anleihen untergewichtet waren, kehren in dieses Anlagesegment zurück (MSCI Emerging Markets Index CH0007292201), bemerken die Investmentspezialisten. Nach Ansicht von Melman profitieren Schwellenmärkte von einigen gut vorhersehbaren Schlüsselfaktoren wie einem hohen Wachstum in China, einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in diesen Ländern, einem Abschlag auf vergleichbare Anlagen in Industrieländern und einer möglichen Entspannung oder dem Ende der Eskalation der geopolitischen Lage unter der neuen US-Regierung. Melman: „Wir sind seit einigen Monaten in Schwellenländeranlagen übergewichtet und bleiben dabei.“

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