Private Banking: Mit Megatrends Vermögen sichern

Asiatische Wachstumsmärkte, Energiewende, die Stadt der Zukunft und gesellschaftliche Umwälzungen sind die Themen, die Anlegern künftig Renditen bringen werden.

Private Banking: Mit Megatrends Vermögen sichern

Private-Banking-Kunden sind anspruchsvoll. Individuelle Beratung? Voraussetzung. Zugang zu verlässlichem Research? Selbstverständlich. Maßgeschneiderte Anlagelösungen von einem versierten Asset-Management? Natürlich. Klarerweise auch aktuelle Informationen über die chancenreichsten Trends. Aber - was sind diese Megatrends? Hier zeichnen sich vier Themen ab, an denen Anleger nicht vorbeigehen dürfen.

Die größte öffentliche Präsenz schafft das Thema Energiewende. Die Stilllegung von Kohlekraftwerken eröffnet Chancen für lukrative Investments. In den kommenden Jahren sind Milliardeninvestitionen notwendig, um die vielfach geforderte CO2-Neutralität zu erreichen. Zahlreiche börsennotierte Unternehmen sind in den Bereichen Solaranlagen, Windparks und der schrittweisen Abkehr von Verbrennungsmotoren aktiv.

Ebenfalls vor den Augen der Öffentlichkeit erfolgt der Aufschwung Asiens. Der bevölkerungsreichste Teil dieser Erde zählt auch zu den Regionen mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Bis 2030 wird die Hälfte des Konsums der Mittelschicht auf Asien entfallen. Doch gerade Asien gehört zu den Regionen, in denen sich Privatanleger auf die Expertise von Analysten stützen sollten, die mit den Eigentümlichkeiten der dortigen Börsen vertraut sind. Auch hier können Privatbanken mit ihren internationalen Verbindungen helfen.

Luxusmarken als Gewinner

Zu den Gewinnern des Booms in Asien zählen Luxusmarken. Europäische und US-amerikanische Labels verfügen in Asien immer noch über das höchste Prestige, doch lokale Marken holen stark auf. Chancen ergeben sich auch durch die Exportstärke der Region.

Der Pandemie ist es zu danken, dass die Digitalisierung der Welt einen gewaltigen Schritt vorwärts machen konnte. "Digitalisierung" ist ein weiterer Megatrend, der die kommende Dekade prägen wird. Von Telekommunikation, sozialen Netzwerken über Videokonferenzen bis hin zum Onlineshopping - an den Aktienkursen der in diesen Wachstumsbereichen tätigen Unternehmen ist abzulesen, wo die Gewinner dieser Entwicklung zu finden sind. Cloud Computing, Artificial Intelligence, Cybersecurity, Fintech sind vielversprechende Zukunftstechnologien.

Und schließlich gesellschaftlich relevante Umwälzungen: Die Stadt der Zukunft, der Wandel der Lebensstile, das Welternährungsproblem, eine alternde Gesellschaft, neue Wege in der Medizin - kreativen Investments sind hier keine Grenzen gesetzt, Chance und Risiko liegen hier allerdings nah beisammen. "In der Anlagephilosophie unserer Vermögensverwaltung haben wir den Next-Generation-Ansatz im Fokus. Hier geht es darum, die langfristigen strukturellen Veränderungen zu verstehen, die von solchen Megatrends ausgelöst werden. In den vergangenen zehn Jahren konnten wir da einen umfassenden Erfahrungsschatz aufbauen", so Roger Stoop, Head Germany and Austria bei der Bank Julius Bär - siehe auch das folgende Interview.


INTERVIEW.

"UNS GEHT ES DARUM, HINTER DIE KULISSEN ZU BLICKEN"

Roger Stoop, Verantwortlicher für Deutschland und Österreich bei der Bank Julius Bär

Roger Stoop, Verantwortlicher für Deutschland und Österreich bei der Bank Julius Bär

Roger Stoop, Verantwortlicher für Deutschland und Österreich bei der Bank Julius Bär, über Anlagestrategien für Anspruchsvolle. Und gibt Entwarnung: Die aktuelle Phase mit anziehenden Rohstoffpreisen werde die Inflation kurzfristig anheizen. Stoop rechnet aber nicht mit einer nachhaltigen Wirkung.

trend: Wie wichtig ist der österreichische Markt für eine Schweizer Privatbank wie Julius Bär, die ja doch weltweit tätig ist?
Roger Stoop: Julius Bär ist mit dem österreichischen Private-Banking-Markt seit Jahrzehnten sehr erfolgreich verbunden, insofern ist der Markt für uns sehr wichtig. Wir betreuen unsere österreichische Kundschaft mit einem Expertenteam von Zürich aus. Zu unseren Kunden zählen vermögende Privatkundinnen und Privatkunden vornehmlich mit unternehmerischem Hintergrund. Hier sehen wir gerade in Österreich weiterhin großes Wachstumspotenzial.

Unterscheidet sich der österreichische Markt von anderen Märkten?
Es gibt mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Was die österreichische Kundschaft mit der internationalen Klientel gemeinsam hat, ist die Suche nach einer internationalen Diversifikation, wenn sie sich an eine Schweizer Bank wendet. Dazu kommt der Faktor Sicherheit. Diese Kernwerte verändern sich auch auf globaler Stufe wenig.

Welche Kunden sprechen Sie besonders an - welche Zielgruppe ist aus Ihrer Sicht besonders interessant?
Da Unternehmertum ein integraler Bestandteil der DNA unseres Bankhauses ist, können wir Unternehmerinnen und Unternehmern umfassende Beratung und ein ganzheitliches Angebot bieten. Als reiner Vermögensverwalter unterstützen wir unsere Kundschaft bei Themen wie Vermögensstrukturierung, Nachfolgeplanung und diversen Finanzierungsarten. Fragen in Bezug auf Nachfolgeregelungen von Unternehmern haben gerade in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Hier können wir mit unserer Erfahrung und Kompetenz innovative Lösungen bieten.


Next-Generation-Anlagephilosophie: Langfristige globale und strukturelle Veränderungen verstehen.

Historisch betrachtet war ein Konto in der Schweiz eine Art Statussymbol, es gehörte zum guten Ton - auch weil man die Professionalität einer Schweizer Bank geschätzt hat. Ist das heute noch so?
Das ist sicherlich ein Thema. Ausschlaggebend für unsere Kunden ist die internationale Anlagestrategie, die wir bieten können. Was an unserem Bankhaus sehr geschätzt wird, ist die Diversifikation und Sicherheit der Vermögensanlagen. Gerade in unserer Zeit, in der sich vieles im Umbruch befindet, ist Sicherheit ein zentrales Thema. Ja, ein Konto in der Schweiz gehört immer noch zum guten Ton.

Sie haben den internationalen Aspekt angesprochen - welche Megatrends können Sie da erkennen, von denen Anlegerinnen und Anleger profitieren können?
Teil der Anlagekompetenz unserer Vermögensverwaltung ist unsere thematische Next-Generation-Anlagephilosophie. Sie stellt einen Ansatz dar, um die langfristigen globalen und strukturellen Veränderungen zu verstehen, die von diesen Megatrends ausgelöst werden. In den letzten zehn Jahren haben wir umfassende Erfahrung mit thematischen Anlagen aufgebaut. Wir schälen strukturelle Wachstumsstorys heraus und schauen hinter die Kulissen von aufgebauschten Trends, um Anlagelösungen mit einer klaren thematischen Ausrichtung zu erarbeiten.

Roger Stoop, Julius Bär

Roger Stoop: "Krisen beschleunigen die Veränderung und beschleunigen neue Entwicklungen."

Um welche Themen geht es da?
Schlüsselthemen in einer Next-Generation-Anlagephilosophie sind das aufstrebende Asien, digitaler Umbruch und die Energiewende, bei der man versucht, aus dem konventionellen Bereich in eine grünere Zukunft zu gelangen. Weitere wichtige Themen sind "die Ernährung der Welt", bei dem es um die langfristige Sicherung der Ernährung für die Weltbevölkerung geht, das Thema Städte der Zukunft, die Veränderungen der Lebensstile und nicht zuletzt das Thema Ungleichheit. Aus all diesen Themen heraus entwickeln wir Anlagelösungen mit einer klaren thematischen Ausrichtung.


Hinter Schlagworten wie Cloud Computing und künstliche Intelligenz steht oft sehr wenig an echtem Wert.

Stellen Sie das mit Einzeltiteln oder mit Fonds dar?
Sowohl als auch.

Sie haben "aufgebauschte Trends" erwähnt. Können Sie da den einen oder anderen nennen?
Die sehe ich zum Beispiel beim Thema digitaler Umbruch. Dieses Thema ist in aller Munde, und es kursieren viele Schlagworte wie Cloud Computing und künstliche Intelligenz. Letztlich muss man jedoch feststellen, dass hinter solchen Worthülsen oft sehr wenig an echtem Wert steht. Uns geht es darum, hinter die Kulissen zu blicken, um echte Chancen zu erkennen. Zugleich gewährleisten wir, dass Anleger an langfristigen Trends teilhaben können. Im letzten Jahrzehnt haben wir umfangreiche Expertise im thematischen Investieren aufgebaut. Wir identifizieren strukturelle Wachstumsthemen, lassen uns nicht von Hypes leiten und bieten Anlagelösungen mit einem klaren Fokus.

Apropos langfristige Trends: Wird etwas von den Änderungen bleiben, die durch die Pandemie ausgelöst wurden - etwa Homeoffice oder die verstärkte Nutzung elektronischer Kommunikationswege?
Davon bin ich überzeugt. Wir haben das ja jetzt über einen längeren Zeitraum erlebt, und es wird uns bestimmt prägen. Solche Situationen treiben Veränderungen an. Das, was wir jetzt tun (das Interview fand im Rahmen einer Onlinevideokonferenz statt, Anm.) - ich weiß nicht, ob wird das ohne Corona auch so gemacht hätten. Es gab somit auch positive Aspekte - denken wir nicht nur an Videokonferenzen, sondern auch an das Working from Home, das zu einer Entlastung des Verkehrs führen wird. Dies ist nicht nur aus Umweltgründen begrüßenswert. Oder denken Sie auch an die mRNA-Impfungen. Der Druck durch Corona hat dazu geführt, dass die Forschung einen enormen Impuls bekommen hat. Diesen Entwicklungsschritt hätten wir sonst vielleicht erst in fünf Jahren gemacht. Krisen beschleunigen die Veränderung und beschleunigen neue Entwicklungen.


Nachhaltigkeit ist für die Generation, die jetzt beginnt, sich mit Anlagethemen auseinanderzusetzen, ein wichtiges Thema.

Welchen Stellenwert hat das Thema Nachhaltigkeit in Ihrer Strategie?
Das wird für unsere Kundschaft immer wichtiger. Aufbau, Erhalt und Weitergabe des Vermögens an die nächste Generation setzen ein tiefes Verständnis der individuellen Bedürfnisse voraus. Nachhaltigkeit ist dabei ein wichtiges Thema. Wir stellen fest, dass die Generation, die jetzt beginnt, sich mit Anlagethemen auseinanderzusetzen, affiner gegenüber Nachhaltigkeitsthemen ist als die vorhergehende Generation. Ich darf erwähnen, dass Julius Bär einer der Gründungsunterzeichner der Prinzipien der Vereinten Nationen (UN) für Responsible Banking ist. Diese Prinzipien stellen einen einheitlichen Rahmen für die Bankenbranche dar, der darauf abzielt, Nachhaltigkeit in allen Geschäftsbereichen zu verankern.

Wie schätzen Sie das Inflationsrisiko ein?
Wir gehen davon aus, dass die aktuelle Phase mit teils recht stark ansteigenden Rohstoffpreisen kurzfristig die Inflation anheizen wird, dass dies aber keine nachhaltige Wirkung haben wird.

Was steht bei Julius Bär im Zentrum der Bemühungen, was sind Ihre Schwerpunkte?
Unsere Kundinnen und Kunden. Der Aufbau, Erhalt und die Übergabe eines Vermögens an die nächste Generation setzen ein tiefes Verständnis ihrer individuellen Bedürfnisse voraus - deswegen stehen sie im Zentrum all unserer Aktivitäten. Mit unserem ganzheitlichen Wealth-Management-Ansatz erarbeiten unsere Expertenteams finanzielle Lösungen in den Bereichen Vermögensplanung, Investieren und Finanzieren. Das Resultat ist eine umfassende Beratung, welche ihren Präferenzen ganzheitlich entspricht und ihren finanziellen, geschäftlichen und persönlichen Zielen vollumfänglich Rechnung trägt.


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