„Immobilien bieten idealen Schutz vor Inflation"

NIKO SCHÜLER, neuer HEAD OF REAL ESTATE VON SWISS LIFE SELECT, über die Bedeutung von Immobilien bei der Vermögensverwaltung und warum er keine Immo-Blase sieht.

„Immobilien bieten idealen Schutz vor Inflation"

TREND: Warum bietet Swiss Life Select jetzt auch Immobilienservice an?
NIKO SCHÜLER: Als Vermögensberater gehen wir auf die persönliche Situation unserer Kunden ein. Das heißt, die Beratung ist individuell auf jeden Einzelnen, auf dessen Wünsche und Möglichkeiten zugeschnitten. Und bei der Veranlagung von Vermögen spielen Immobilien eine große Rolle. Und diesen Service können wir im Sinne eines ganzheitlichen Financial Plannings jetzt als strukturierten Prozess aus einer Hand anbieten.

Welchen Service bieten Sie genau?
Das Angebot für unsere über 100.000 Kundinnen und Kunden in Österreich umfasst die Suche, die Bewertung über die Finanzierung bis zum Kauf oder Verkauf einer Immobilie. Also zum Beispiel das Finden einer passenden Vorsorgewohnung, um auch in späteren Jahren ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Über unser neues Kundenportal FiLiP können wir 95 Prozent aller in Österreich angebotenen Immobilien abbilden, gefiltert nach konkreten Suchkriterien. Über ein Bewertungstool kann man sich gleich eine Einschätzung verschaffen, ob die konkrete Immobilie preislich eher günstig oder eher teuer ist. Zusätzlich bespielen wir auch einen anderen Kanal: Wir bieten Bauträgern die Chance, attraktive Projekte unseren Kunden vorzustellen und anzubieten.

Aber wer verkauft derzeit Immobilien, wenn er nicht in einer Notlage ist?
Das kann mit Diversifikation zusammenhängen. Wenn jemand sehr einseitig sein ganzes Vermögen in mehrere Wohnungen investiert hat, kann es sinnvoll sein, eine zu verkaufen und den Betrag in Wertpapieren anzulegen, einfach um eine breitere Streuung in der Veranlagung zu erzielen. Oder es sind persönliche Gründe, etwa wenn ein Partner stirbt und der andere sitzt alleine in einem großen Haus mit Garten. Da kann es sinnvoller sein, das Haus zu verkaufen und in eine Wohnung in der Stadt zu ziehen.

Sie haben das neue Kundenportal erwähnt. Was bietet das?
FiLiP ist wirklich ein einzigartiges Tool, das es in dieser Form in Österreich bisher nicht gibt. Über ein Dashboard haben unsere Kunden einen kompletten Überblick über ihre Finanzen und ihre Vermögenswerte. Konten und Depots bei verschiedenen Banken, Immobilien mit aktueller Bewertung, Versicherungsverträge, laufenden Kredite – und das alles auf einen Blick. Das ist ein einzigartiger Service, der unserem ganzheitlichen Ansatz der Finanzplanung entspricht. Viele reden von Digitalisierung, wie bieten sie, um exzellenten Service zu bieten.

Wie schätzen Sie den Immobilienmarkt ein? Droht nach einem so langen Anstieg der Preise eine Blase?
Wenn man vom Platzen einer Blase an den Aktienmärkten spricht, redet man von Kursverlusten von 50 oder 60 Prozent. Eine solche Dimension ist bei Immobilien unrealistisch, zumal die Zinsen niedrig bleiben sollten. Und der Bedarf nach Wohnraum steigt weiter, es wird viel zu wenig gebaut. Und wenn die Inflation stärker werden sollte: Durch indexierte Mieten bieten Vorsorgewohnungen einen intelligenten Inflationsschutz.

Werden die Immobilienpreise weiter steigen?
Ja, davon gehe ich aus. Vielleicht nicht mehr in dem Ausmaß wie bisher, aber generell werden die Preise weiter nach oben gehen. Für eine Trendumkehr fehlen mir die harten Argumente.


ZUR PERSON. NIKO SCHÜLER, 39, ist neuer Head of Real Estate des Finanzdienstleisters Swiss Life Select. Der gebürtige Deutsche hat Betriebs- und Volkswirtschaft studiert. Er lebt seit über zehn Jahren in Österreich und war im Immobilienbereich von Bank Austria, der Privatbank Schel- hammer und Schattera sowie PwC tätig. Zudem setzt er als Bauträger selber Projekte um.


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