Geldanalage: Aktien bleiben attraktiv, aber Volatilität nimmt zu

Die Anlage-Experten der zur Züricher Kantonalbank gehörenden Swisscanto Invest sehen angesichts der wirtschaftlichen Erholung weiteres Potenzial für Aktieninvestments. Bei Schwellenländer- und Gold-Investments mahnen sie allerdings zur Vorsicht.

Geldanalage: Aktien bleiben attraktiv, aber Volatilität nimmt zu

Steigende Inflationsraten, vor allem getrieben durch eine sehr dynamische Entwicklung bei den Energiepreisen und anhaltend hohen Rohstoffpreisen, werfen bei Anlegern und Investoren immer öfter die Frage auf, wie sie ihre Investments nun steuern sollen.

In ihrem aktuellen Ausblick gibt die zur Züricher Kantonalbank gehörende Asset-Management Holding Swisscanto die aktuelle Lage unter die Lupe. "In Zeiten wie diesen sind die Aktienmärkte volatiler und konsolidierungsanfälliger als sonst", wird in dem Ausblick gewarnt. Der Verlauf der Coronapandemie sei weiterhin ein Unsicherheitsfaktor, ein Ende der Pandemie ist noch nicht in Sicht. "Der Höhepunkt der wirtschaftlichen Erholung aus der coronabedingten Krise ist überschritten, die Weltwirtschaft schaltet einen Gang zurück", urteilt Swisscanto.

Europa im Blickfeld

Auf Basis der konjunkturellen Entwicklung schätzen die Asset Manager gerade den europäischen Aktienmarkt aktuell als besonders attraktiv ein, weil hier die konjunkturelle Dynamik noch besonders groß ist. Neben der Eurozone wird auch die Schweiz als für Investoren interessant bewertet, weil die Schweiz von den engen wirtschaftlichen Beziehungen mit der Eurozone profitiert. "Zusätzlich kann der Schweizer Aktienmarkt mit seiner relativ hohen Gewichtung der defensiven Sektoren seine Stärke ausspielen, wenn die Unsicherheit der Investoren zunimmt", wird argumentiert. Ähnlich wird auch die USA bewertet. Der US-Markt ist zwar deutlich zyklischer, er gilt aber im internationalen Kontext als sicherer Hafen.

Weniger Potenzial sehen die Investment-Spezialisten dagegen bei den Schwellenländern. "Wir beurteilen sie seit längerem vor allem wegen einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik im Vergleich zu den Industriestaaten und den regulatorischen Eingriffen bei chinesischen Unternehmen als unattraktiv", heißt es in der Bewertung.

Risiken und Frühindikatoren

Generell gehen die Schweizer Anlage-Experten jedoch davon aus, dass die Phase auf breiter Ebene steigender Kurse dem Ende zugeht. "Wir haben in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass wir die Weltwirtschaft jetzt in einer reifen Phase des Aufschwungs sehen", heißt es in dem Ausblick und weiter: "Mittlerweile kommt das auch in den konjunkturellen Frühindikatoren zum Ausdruck, deuten sie doch auf eine Wachstumsverlangsamung bei noch immer überdurchschnittlich hohen Inflationsraten hin. Und die zumeist noch sehr zuversichtlichen Volkswirte und Finanzanalysten werden von den Konjunkturdaten immer öfter negativ überrascht."

Als Risiko kommt die aktuelle Diskussion um eine früher als ursprünglich angenommene Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank (Fed) hinzu. Die Notenbank signalisiert eine weniger expansive Geldpolitik und dürfte noch 2021 mit dem Abbau der Wertschriftenkäufe beginnen. Die aktuell herrschende Unsicherheit über das weitere Vorgehen der Fed sollte aber nach der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses, der am 22. September stattfindet, verfliegen.

Höhere Renditen bei Staatsanleihen

Die langfristigen Renditen bei Staatsanleihen sind seit dem Frühjahr wieder spürbar gesunken - für die Swisscanto-Manager eine Spur zu weit, denn obwohl sich die Konjunkturrisiken zuletzt erhöht haben blieben die wirtschaftlichen Aussichten ansprechend. "Gleichzeitig muss sich die Annahme einer nur temporär erhöhten Inflation erst noch bewahrheiten", wird betont und der Schluss gezogen: "Die vielerorts stark negativen Realrenditen sind vor diesem Hintergrund kaum erklärbar und dürften unserer Meinung nach auch nicht Bestand haben. Wir rechnen deshalb in den kommenden Monaten mit moderat steigenden Renditen."

Vorsicht beim Goldkauf

Den Goldpreis sieht Swisscanto aktuell unter dem Einfluss von Spekulationen rund um die US-Geldpolitik. Anfang August habe ein unerwartet stark ausgefallener Juli-Arbeitsmarktbericht zu einer Korrektur beim gelben Edelmetall geführt. Weitere Fortschritte bei der Arbeitsmarkterholung bedeuten, dass eine Reduktion der Wertpapierkäufe der US-Notenbank immer näher rückt.

Damit nimmt auch das Risiko steigender Realrenditen (inflationsbereinigte Renditen) zu. "Die Attraktivität von Gold für die Investoren wird zunehmend geringer", urteilt Swisscanto, "Die Euphorie der Investorengemeinschaft für Gold lässt entsprechend nach."

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