Finanzplanung statt Erbstreit

Bald wandern jährlich 20 Milliarden Euro durch Erbschaften an die nächste Generation. Finanzdienstleister wie SWISS LIFE SELECT helfen, dafür die Weichen richtig zu stellen.

Finanzplanung statt Erbstreit

Daran hat wirklich niemand gedacht – bis dann das Schicksal zuschlug. Ein Paar in den besten Jahren, beide gute Jobs, keine Kinder. Und dann eine plötzlich auftretende, tödliche Krankheit, er stirbt innerhalb weniger Wochen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, es kommt noch dicker. Keine Kinder, kein Testament – neben der Ehefrau erben die Eltern des Verstorbenen ein Drittel des Hauses. Doch die sind nicht nur alt, sondern auch dement und besachwaltet. Die Konsequenz: Über jedes Detail der anstehenden Sanierung des Hauses muss die Witwe mit dem Sachwalter verhandeln.

Kein Einzelfall, wie Johannes Berger-Sandhofer weiß. „Es kann jeden treffen“, sagt der Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Select Investment. Deshalb spielt das Thema Vererben und Vermögensweitergabe auch bei zahlreichen BeratungsgesprächeneineRolle. „Unser Ansatz ist es, die persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Kunden zu analysieren und ihnen eine Struktur zu geben“, schildert der erfahrene Banker.

Was damit konkret gemeint ist: Was ist an Vermögen eigentlich vorhanden? Passt der Asset-Mix? Wie ist das Verhältnis von liquidem Vermögen, also vor allem Spareinlagen und Wertpapieren, zu illiquidem Vermögen wie Immobilien und der Sammlung teurer Uhren? Und entspricht das eigentlich den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden?

WUNSCH NACH SICHERHEIT

„Mal geht es um das konkrete Ansparen für eine Eigentumswohnung, mal um den kontinuierlichen Vermögensaufbau. Aber im Mittelpunkt steht dabei praktisch immer der Wunsch nach Sicherheit und Selbstbestimmung im Alter“, weiß Berger-Sandhofer aus Erfahrung. Dabei tut sich allerdings eine erhebliche Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit auf. Nur vier von hundert Österreichern haben eine Vorsorgevollmacht, nur acht eine Patientenverfügung. Zum Testament ist es dann nur noch ein kleiner Schritt, geschätzt hat nur jeder sechste Österreicher die Weitergabe des Vermögens geregelt.

Dabei gewinnt das Thema in den kommenden Jahren an Bedeutung. Denn 75 Jahre ohne Krieg, ziemlich einmalig in der europäischen Geschichte, haben die privaten Vermögen enorm anwachsen lassen. Laut Schätzung des WU-Ökonomen Stefan Humer werden heuer rund 15 Milliarden Euro an die nächste Generation weitergegeben. Und das steigert sich in den kommenden Jahren erheblich. In nicht einmal 15 Jahren wechseln 20 Milliarden an die Jüngeren, später an die 25 Milliarden Euro – jährlich (siehe Grafik). Und das ist noch konservativ geschätzt. Humers Simulation ist aus dem Jahr 2017, seitdem sind die Vermögen dank Immobilienboom und Börseneuphorie erheblich gewachsen, die Summen dürften also eher höher sein.

EMOTIONALES THEMA

Wehe dem, der die Verteilung seines Vermögens nicht bewusst regelt. Die Zahl der Familien, die sich wegen Erbstreitigkeiten entzweit haben, füllt Aktenordner bei Gerichten. „Um das zu vermeiden, sprechen wir die Vermögensweitergabe aktiv an“, sagt Berger-Sandhofer. Ein heikles Thema, bei dem es weniger um Zahlen als um Emotionen geht. Wer beschäftigt sich schon gerne mit dem eigenen Tod? Gleich mehrere „gute Gründe“ also, das Thema vor sich herzuschieben.

Wer allerdings will, dass sich die Nachkommen nicht wegen des Erbes zerstreiten, und möchte, dass gewisse Vermögenswerte erhalten bleiben, sollte rechtzeitig planen und die Weichen richtig stellen. „Nur dann kann der Erblasser sicherstellen, dass seine Vorstellungen auch verwirklicht werden“, so Berger-Sandhofer. Wer wie bedacht werden soll, muss sorgfältig bedacht werden. Gerade bei Patchworkfamilien spielt eine individuelle Regelung, zum Beispiel mittels Testament, eine entscheidende Rolle.

Durchschnittliche Erbschaften bestehen fast zur Hälfte aus dem selbst genutzten Eigenheim oder der Eigentumswohnung. Bei zwei oder mehr Kindern steht derjenige, der diese Immobilien bewohnt, vor der Herausforderung, seine Miterben auszuzahlen. „Bei so einer Konstellation ist es wichtig, rechtzeitig für entsprechende Liquidität zu sorgen“, sagt Berger-Sandhofer, „sonst muss der Familienwohnsitz verkauft werden.“ Klar ist auch: Ein Wertpapierdepot mit täglich aktuellen Kursen lässt sich leichter auf- teilen als die Sammlung moderner Skulpturen. Berger-Sandhofer: „Durch eine entsprechende Vermögensveranlagung kann auch eine spätere Aufteilung erleichtert werden.“

Geht es um die Bestandssicherung von Familienunternehmen, sind Stiftungen ein probates Mittel, den Betrieb zu erhalten. Ansonsten sind sie atmosphärisch heikel, da sie im Grunde eine Gängelung der Erben über Jahrzehnte festschreiben. Will man das als Erblasser wirklich? Nach gängiger Expertenmeinung sind Stiftungen zudem erst ab einem Vermögen von fünf bis zehn Millionen Euro sinnvoll, ansonsten sind die Kosten für Stiftungsvorstände, Verträge und andere Auflagen zu hoch.

Die Erbschaftswelle, die auf Österreich zukommt, kann aber auch für die Begünstigten eine Herausforderung darstellen.Immer mehr Vermögen wird auf immer weniger Köpfe verteilt – der jetzigen Erbengeneration fällt so viel in den Schoß wie keiner Generation zuvor. Darüber kann man sich freuen, sollte aber darauf vorbereitet sein. Auch dabei kann individuelle Beratung helfen.

„Wie für den Vermögensaufbau und -erhalt gibt es auch für die Weitergabe keine Standardlösungen“, lautet das Fazit von Berger-Sandhofer. Um die Nachfolge im Einzelfall zu regeln, ist die Expertise von Notaren und spezialisierten Anwälten notwendig. „Diese Arbeit können wir natürlich nicht ersetzen. Wir beschäftigen uns ausschließlich mit Financial Planning, da geht es stets um individuelle, maßgeschneiderte Lösungen, um die aufgebauten Vermögenswerte im Sinne des Erblassers optimiert an die nächste Generation weiterzugeben.“

Facts & Figures

SWISS LIFE SELECT ist mit 100.000 Kundinnen und Kunden Marktführer unter den ungebundenen Finanzberatern in Österreich. Allein in den vergangenen zwölf Monaten führten die rund 270 selbstständigen Vertriebspartner sowie die 80 Mitarbeiter in der Wiener Zentrale über 30.000 Beratungsgespräche zu den Themen Veranlagung, Vorsorge, Versicherung und Finanzierung durch. Der Finanzdienstleister ist Teil der börsennotierten, international tätigen Schweizer Swiss-Life-Gruppe, die weltweit rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.


Eine Kooperation mit

„Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Tatsache“

„Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Tatsache“

Weil die Inflation immer kräftiger an den Sparguthaben knabbert, gibt es …

Gesamte Finanzen auf einen Klick

Gesamte Finanzen auf einen Klick

Alle Finanzdaten auf einen Blick, und das immer und sofort: THORSTEN …

Digitalisierung erreicht Finanzberatung

Digitalisierung erreicht Finanzberatung

Die Erfahrungen mit Google, Amazon und Co. verändern auch die Ansprüche …

Johannes Rogy, Head of Sales Central & Eastern Europe Nordea Asset Management

Engagement, Mäßigung und Anpassung

Unsere Reise in Richtung nachhaltige Finanzen hat bereits vor über …