Mit der richtigen Polizze gegen Hacker

Gestohlene Daten, blockierte IT-Systeme: Cyberkriminalität verursacht Millionenschäden. Davor schützen nicht nur Firewalls, sondern auch die richtigen Versicherungen, sagt DANIEL SCHOBER, Experte für Industrie- und Betriebsversicherungen bei Swiss Life Select.

Mit der richtigen Polizze gegen Hacker

TREND: Cybercrime wird ein immer größeres Problem. Wie kann sich ein Unternehmen davor schützen?
DANIEL SCHOBER: Tatsächlich nimmt die Cyberkriminalität gewaltig zu. Es gibt täglich Tausende von Attacken gegen österreichische Unternehmen. In den Statistiken erfasst werden nur die gemeldeten, die sind aber nur ein Bruchteil davon. Und je mehr Geschäftsprozesse digitalisiert werden, je mehr die Unternehmen mit Daten arbeiten, desto höher wird das Risiko. Beim Schutz geht es natürlich einerseits um die größtmögliche Sicherheit der eigenen IT-Systeme, andererseits aber auch um die Versicherung möglicher Schäden.

Wie kann sich ein Betrieb gegen Schäden durch Cyberattacken versichern?
Es gibt spezielle Cyber-Versicherungen, die etwa den Verlust und Missbrauch entwendeter Daten abdecken und Kosten übernehmen, die durch Betriebsunterbrechungen entstehen. Teilweise werden auch Kosten für Datenspezialisten erstattet. Wichtig ist in jedem Fall, zusätzlich zu einer solchen Cyber-Versicherung eine Vertrauensschaden-Versicherung abzuschließen.

Was bedeutet das?
Eine solche Versicherung schützt, wenn Daten bei einem Dritten gestohlen werden. Ein klassisches Beispiel ist die Bestellung bei einem Webshop. Bei der Bezahlung müssen ja Kreditkartennummer oder IBAN angegeben werden. Werden diese heiklen Daten jetzt bei einem Hackerangriff gestohlen, sind eventuelle Schäden durch deren Missbrauch abgedeckt. Das Angebot an Versicherungsmöglichkeiten ist jedenfalls vielfältiger, als man glaubt. So lässt sich etwas auch ein möglicher Imageschaden versichern, die Kosten für eine entsprechende Werbekampagne werden dann übernommen. Als Swiss Life Select ist es ja unsere Aufgabe und unsere Kompetenz, unsere Kunden entsprechend zu beraten und das für sie passende Angebot herauszusuchen.

Wie schaut diese Beratung konkret aus?
Wir führen bei jedem Betrieb, der uns anspricht, eine Risikoanalyse durch und erstellen auf Basis der Ergebnisse eine Ausschreibung, um die passende Versicherung und das passende Angebot zu finden. Das geschieht schon weitgehend digital.

Oft fordern Hacker von Betrieben Geld, um Daten und IT-Systeme wieder freizugeben. Lässt sich das auch versichern?
Grundsätzlich ja, obwohl das rechtlich eine gewisse Grauzone darstellt. Um Erpressung nicht zu fördern, versucht der Gesetzgeber, Lösegeldzahlungen zu unterbinden. Aber angesichts der Schäden, die bei Herstellern durch einen tagelangen Produktionsstopp entstehen können, ist das bei betroffenen Betrieben natürlich ein Thema.

Wie gut sind Österreichs Unternehmen gegen Cyberattacken versichert?
Leider mangelt es vielen Betrieben an Problembewusstsein. Aufgrund meiner Erfahrung schätze ich, dass nur rund 15 Prozent der heimischen Betriebe eine Cyber-Versicherung haben. Jeder ist überzeugt, dass die eigene IT-Abteilung das schon im Griff haben wird, das erlebe ich bei Beratungsgesprächen immer wieder. Die leisten ja oft auch sehr gute Arbeit, aber den hundertprozentigen Schutz gegen Cyberattacken gibt es nicht. Die Hacker arbeiten ja auch immer ausgetüftelter, schließlich ist Datenklau ein Milliardengeschäft. Je nach Qualität bringt eine Adresse am Schwarzmarkt zehn bis 15 Euro.


ZUR PERSON
DANIEL SCHOBER ist beim Finanzdienstleister Swiss Life Select Spezialist für Betriebs- und Industrieversicherungen sowie Experte für KMU.


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