In 5 Schritten: Weisheiten der finanziellen Lebensplanung

Der Österreichische Verband Financial Planners hat eine Checkliste zusammengestellt, die vor allem Jugendlichen in fünf Schritten Orientierungshilfe im Umgang mit Geld und der finanziellen Lebensplanung geben soll. Das Finanzielle hätte bei Jugendlichen oft nicht die oberste Priorität. Ein Seitenhieb auf das Bildungssystem kann sich der Verband nicht verkneifen.

In 5 Schritten: Weisheiten der finanziellen Lebensplanung

Der Durchblick bei der finanziellen Lebensplanung - besser fürh starten als zu lange warten.

Die Zinsen sind an der Nulllinie, das Wissen um Vorsorge, um Wertpapiere wie Aktien, Investmentfonds oder ETF ist bei vielen Menschen eher als gering einzuschätzen. Die Welt der Börsen, wie es zu Angebot und Nachfrage und Preisbestimmung kommt, ist vielen Menschen eine "Black Box". Dazu kommt, dass die Ausgestaltung und Absicherung der eigenen finanziellen Zukunft bei jungen Erwachsenen oft nicht die oberste Priorität genießt. Das ist zumindest die Überzeugung beim Österreichischen Verband Financial Planners .

Damit das nicht so bleibt, hat der Verband der Finanzspezialisten eine Anleitung in Form einer "Checkliste" herausgegeben, wie vor allem Jugendliche sich für die Finanzthemen und Veranlagung fit machen können.

„Man muss jung sein, um große Dinge zu tun“, zitiert der Verband Goethe. "Auch wenn Themen wie Eigenheim, Risikoabsicherung oder ein gesicherter Lebensabend noch sehr weit weg erscheinen, wenn man gerade dabei ist, die ersten selbständigen Schritte im Leben zu gehen, sollte der finanzielle Grundstein für die Erreichung der Lebensziele besser früher als später gelegt werden“, meint der Verbandsvorsitzende der Financial Planners, Otto Lucius.

In der sogenannten "Checkliste" werden fünf Szenarien aufgezeigt, die für Jugendliche Anregungen zum Thema Finanzbildung bringen soll. Eines vorab: Das Bildungssystem bekommt von der Finanzbranche auch sein Fett ab, weil es dort nach Meinung der heimischen Finanz-Experten nicht den gebührenden Platz bekommt.

1. Der Start

Die Finanzplaner raten Jugendlichen sich schon früh, am besten schon "Anfang 20", mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen. "Konsequent und kontinuierlich" soll damit begonnen zu werden, einen teil des frei verfügbaren Einkommens zur Seite zu legen.

Das Argument: "Gerade die Generation der sogenannten Millennials muss sich der Tatsache bewusst sein, dass die Pensionssysteme von morgen keineswegs gesichert sind."

Ein Beispiel soll die Wichtigkeit des Pensionsthemas unterstreichen. Um im Alter monatlich 1.000 Euro zusätzlich zur staatlichen Pension zur Verfügung zu haben müsse zuvor ein Vermögen von rund einer halben Million Euro aufgebaut werden. So lautet eine von den Financial Planners bemühte Faustregel. „Wer erst mit Mitte 30 oder Mitte 40 damit beginnt, für den Lebensabend vorzusorgen, wird es kaum mehr schaffen, einen derartig großen Betrag anzusparen“, warnt Lucius.

2. Das Wissen und die Macht

Der zweite Check bereitet die Jugendlichen auf drohende Enttäuschungen und Verlusten vor. Nach dem Motto: "Selbst ist der Mann oder die Frau" schlagen die Financial Planners vor, selbst die Initiative zu ergreifen, um Grundlagenwissen zu erwerben.

Ein Seitenhieb auf das Bildungssystem können die Finanzexperten sich dabei nicht verkneifen. Verbandschef Lucius unterstellt den Bildungsverantwortlichen ein "konsequentes ignorieren" beim Thema Finanzbildung. "Jeder Einzelne ist selbst gefordert, die Initiative zu ergreifen. Nur wer die Grundregeln des Kapitalmarkts und volkswirtschaftliche Zusammenhänge durchschaut, versteht auch, in welche Finanz- und Vorsorgeprodukte er oder sie investiert“, rät der Vorstandsvorsitzende des Verbands.

3. Im Leben gibt es nichts geschenkt

Hohe Rendite, hohe Risiko - lautet die Mahnbotschaft der Financial Planners, die jungen Menschen mit auf den Weg gegeben werden soll. "Sich diese Tatsache immer wieder in Erinnerung zu rufen, hilft nicht nur dabei, keinen falschen Versprechen oder unseriösen Angeboten auf den sprichwörtlichen Leim zu gehen", so Lucius.

Es geht dabei um die Einschätzung bei der Planung und Abschluss von Finanzprodukten. Neben Einkommen spielen auch bereits getätigte Veranlagungen sowie das Lebensalter eine wichtige Rolle. Aufgrund der längeren Zeitspanne bis zu ihrem Ruhestand „vertragen“ junge Erwachsene im Vergleich mit älteren Menschen beispielsweise ein etwas größeres Risiko.

4. Die unangenehmen Eventualitäten

Liquiditätsengpässe, Unfälle, Krankheiten oder der eigene Tod - die unangenehmen Themen sollten bei Finanzanlagen nicht ausgegrenzt werden. „Daher schieben viele Menschen diese Eventualitäten gerne vor sich her, oder sogar gänzlich von sich weg“, kritisiert Verbandschef Lucius. Junge Menschen – und vor allem jene, die vorhaben eines Tages eine Familie zu gründen – müssen sich seiner Meinung nach "früh genug auch mit unangenehmen Szenarien auseinandersetzen".

5. Die Erfahrung

Finanz- und Vorsorge-Themen sind mittlerweile eine hochkomplexe Materie. „Fehlentscheidungen sind nicht nur leicht passiert, sondern können auch drastische Folgen für jeden einzelnen Konsumenten mit sich bringen“, räumt Lucius ein.

Daher: Die Auswahl des richtigen Beraters sei entscheidend. Und der muss die entsprechende Ausbildung und Erfahrung mitbringen. Wichtig dabei: Der Finanzberater darf keinen außergewöhnlichen Interessenskonflikten oder Abhängigkeiten unterliegen.

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