Immofinanz steigt mit 26 Prozent bei CA Immo ein

Immofinanz steigt mit 26 Prozent bei CA Immo ein

Immofinanz und CA Immo kommen den Angaben zufolge auf einen kombinierten Marktwert von fast 6 Mrd. Euro.

Die Bieterschlacht um die beiden börsennotierten Immobilienkonzerne geht zu Ende. Die Immofinanz hat 26 Prozent an der CA Immo für 604 Millionen Euro gekauft. Durch die Fusion sollen 33 Millionen jährlich eingespart werden.

Die angepeilte Verschmelzung der beiden Immobilienkonzerne Immofinanz und CA Immo soll letztlich Einsparungen in Höhe von 33 Mio. Euro jährlich bringen. Allein der neue 26-Prozent-Anteil der Immofinanz an der CA Immo bringe jährlich 10 Mio. Euro, so Immofinanz-Chef Oliver Schumy.

"Gleich mit dem Anteilserwerb" könne die Immofinanz Synergien in Höhe von 6,5 Mio. Euro erzielen, aufseiten der CA Immo seien es 3,5 Mio. Euro. So könnten etwa die operativen Kosten um 15 Mio. Euro gesenkt werden. Weiters gebe es um jährlich 3 Mio. Euro günstigere Finanzierungskonditionen. Beim gemeinsamen Umsatz erwartet Schumy infolge von "Leerstandsreduktion und Mietoptimierung" Synergien im Ausmaß von etwa 15 Mio. Euro.

Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger sieht die Einsparungen skeptisch: "In den ersten Jahren werden die Kosten für Rechtsanwälte und Berater die Synergien auffressen", so Rasinger. "Ich halte die Synergien bei Immobiliengesellschaften im Gegensatz zu Industriegesellschaften, wo sie leicht gehoben werden können, für begrenzt", betonte der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA). Einsparpotenzial gebe es bei Immobilienunternehmen "bestenfalls im mittleren und oberen Management", also bei den Chefs. Bei Immobilienfirmen bringe es nicht die Größe allein, so Rasinger. "In der Regel ist mit zusätzlichen Kosten zu rechnen."

Abspaltung des Russland-Portfolios

Als nächstes will die Immofinanz noch ihr Russland-Portfolio loswerden. Konkret geht es um fünf Einkaufszentren in Moskau, so Schumy.

Die Russland-Assets "passen nicht zu dem übrigen gemeinsamen Portfolio", erklärte er. Das Unternehmen will das Russland-Geschäft entweder an die bestehenden Immofinanz-Aktionäre abspalten oder an einen Dritten verkaufen. Damit werde heuer in der zweiten Jahreshälfte begonnen.

Die angestrebte Verschmelzung zwischen der Immofinanz und der CA Immo soll in drei Stufen erfolgen: "Die Akquisition von 26 Prozent und die Abspaltung Russlands sind die Voraussetzung dafür", betonte Schumy in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Der neue CA-Immo-Chef Frank Nickel, der per 1. Jänner 2016 die Nachfolge des langjährigen CEO Bruno Ettenauer antrat, war dabei nicht anwesend.

Schumys Begründung für die Abtrennung des russischen Portfolios: Russland folge einer "anderen Marktdynamik" und habe ein "höheres Risikoprofil". Das hätten die vergangenen zwölf Monate gezeigt.

Die beiden Unternehmen kommen den Angaben zufolge auf einen kombinierten Marktwert von fast 6 Mrd. Euro - 41 Prozent der Bestandsimmobilien befinden sich in Deutschland und Österreich. Auf Deutschland entfielen auch 66 Prozent der gemeinsamen Entwicklungspipeline im Gesamtvolumen von 2 Mrd. Euro. In den Ländern Ungarn, Polen, Tschechien und Rumänien seien die Immofinanz und die CA Immo "klarer Marktführer bei Büroimmobilien", so Schumy. Zwei Drittel des gesamten Vermögenswertes entfielen auf Büroimmobilien, ein Drittel auf den Handel.

Börsenwert von knapp 3 Milliarden Euro

Durch die Fusion entstünde ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 2,8 Mrd. Euro - die Marktkapitalisierung der Immofinanz beträgt 1,6 Mrd. Euro, jene der CA Immo 1,2 Mrd. Euro.

Vor fast genau einem Jahr hatte die Immofinanz schon einmal versucht, ein riesiges Aktienpaket an der CA Immo zu erwerben - damals war man bereit, 531 Mio. Euro für 29 Prozent der Anteile zu bezahlen. Jetzt, beim zweiten Versuch, war der Vorstoß mit 604 Mio. Euro für nur 26 Prozent wesentlich teurer. "Das Unternehmen ist profitabler geworden und hat am Net Asset Value orientiert deutlich an Wert zugelegt", begründete Schumy den massiven Preisaufschlag. Vor einem Jahr waren 18,50 Euro je Aktie geboten, jetzt waren es 23,50 Euro.

Den Kaufpreis will die Immofinanz "zu 50 Prozent via Bankkredite und den Rest über Kapitalmarktinstrumente" abdecken, so Schumy. Ein bisschen über 200 Mio. Euro sollen "cash on hand" bezahlt werden - die entsprechende Liquidität komme aus dem Verkauf der Logistikimmobilien, ergänzte Immofinanz-CFO Stefan Schönauer inanzchefin Birgit Nogglerr, der erst vor kurzem (am 11. März 2016) die langjährige Finanzchefin Birgit Noggler ersetzte. 50 Prozent des Kaufpreises werden mit Convertible Bonds finanziert, die "in einem entsprechenden Marktfenster in den nächsten Monaten" emittiert werden sollen, und die Differenz werde mit "Margin Loans" ausgeglichen, so der neue Finanzchef.

Auf die Frage, ob die Immofinanz noch weitere Anteile an der CA Immo kaufen möchte erwiderte Schumy diplomatisch: "Wir haben jetzt gerade 26 Prozent erworben und das ist ganz ordentlich."

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