Handelskrieg zwischen USA und China erschüttert die Börsen

Handelskrieg zwischen USA und China erschüttert die Börsen

China reagiert auf die Erhöhung der US-Zölle mit einer Vergeltungsaktion. Die Börse starten mit kräftigen Kursverlusten.

Die Antwort Chinas auf die Erhöhung der Zölle durch US-Präsident Trump ließ nicht lange auf sich warten. China hat nur drei Tage danach die Zölle gegen US-Importe erhöht. Die Börsen reagierten mit Kursverlusten, die zum Teil empfindlich ausgefallen sind.

New York/Frankfurt/Wien. Chinas schlägt mit fast gleicher Münze zurück - auf die Zollerhöhungen der USA hat nun auch China mit Vergeltungsmaßnahmen reagiert. China wird ab Juni auf ausgewählte US-Produkte zusätzliche Zölle erheben. Dabei handelt es sich um ein Volumen von 60 Milliarden Dollar (rd. 53 Mrd. Euro), dass in die Staatskasse der Volksrepublik fließen soll.

Betroffen von den Zollerhöhungen sind 5140 US-Produkte. Für knapp die Hälfte der Waren sollen die Zölle um zusätzliche 25 Prozent angehoben werden.

Noch während der Verhandlungen mit den Vertretern Chinas hatte US-Präsident Donald Trump eine Erhöhung der Zölle auf chinesische Importe angekündigt. Trump verspricht sich damit zusätzliche Einnahmen in der Höhe von 200 Milliarden Dollar.

Damit ist die nächste Eskalationsstufe im Handelsstreit zwischen den USA und China. "Wir haben China nun dort, wo wir sie hinhaben wollen", tönte am Wochenende US-Präsident Donald Trump. Nachdem die Verhandlungsrunde in Washington gescheitert war, erhöhte Trump noch einmal den Druck. Er warnte China vor Vergeltungsmaßnahmen, die nun ausgesprochen wurden. Er will die Sonderzölle auf alle Importe chinesischer Waren ausweiten. Dabei geht es Strafzölle in Höhe von zusätzlichen 300 Milliarden Euro. Die USA würde somit binnen weniger Tage die Zollerhöhungen auf insgesamt 500 Milliarden Dollar erhöhen.

China reagierte selbstbewusst und will in "Grundsatzfragen" keine Kompromisse eingehen. Doch kurz nach der Show des eigenen Selbstbewußtseins hatte die Volksrepublik ebenso mit Zollerhöhungen gegen die USA zurückgeschlagen.

Die Börsen in Europa und den USA haben umgehend reagiert und waren mit kräftigen Kursverlusten die Börsenwoche gestartet. Vor allem die Aktien der Unternehmen, die mit China Geschäfte machen, wurden kräftig gerupft.

Die New Yorker Börsen NYSE und Nasdaq sind nach der Retourkutsche Chinas zu Wochenbeginn mit herben Verlusten in die Börsenwoche gestartet. Der Dow Jones Industrial Index [ISIN US2605661048] ist um 2,27 Prozent auf 25.354,06 Punkte gefallen. Der [S&P-500 Index ISIN US78378X1072] notiert gegen 18 Uhr (MEZ] mit 2,41 Prozent auf 2.811,86 Zähler im Minus, drehte allerdings danach leicht ins Plus. Der Nasdaq Composite Index [ISIN US6311011026] 3,15 Prozent schwächer auf 7.663,31 Einheiten. Stark belastet waren Apple [ISIN US0378331005], Caterpillar [ISIN US1491231015] und Boeing [ISIN US0970231058]. Aber auch Facebook kam unter Druck, weil die Rufe nach Zerschlagung des Konzerns lauter werden. Eine mutmaßliche Datenaffäre drückt ebenso auf den Kurs. Kräftig gerupft wird der US-Fahrdienstleister Uber [ISIN US90353T1007]. Am ersten Tag nach dem Börsengang hat die Uber-Aktie nochmals kräftig verloren. Nach einem Minus von rund 6 Prozent am Freitag hatten die Uber-Aktien nochmals über zehn Prozent an Wert verloren.

Für Frankfurter Aktienindex DAX [DE0008469008] , der bereits in der vergangenen Woche knapp 3 Prozent eingebüßt hatte, ging es am Montag um 1,52 Prozent auf 11.876,65 Punkte abwärts. Die erhoffte Einigung im Handelsstreit werde nun wieder ausgepreist, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Der Euro-Stoxx-50 [ISIN EU0009658145] notierte mit einem Minus von 1,19 Prozent bei 3.320,78 Punkten. Relativ geringer waren die Verluste hingegen in London. Der FTSE-100 Index [ISIN GB0001383545] ging um 0,55 Prozent tiefer bei 7.163,68 Punkten aus dem Handel.

Ökonomen warnen vor der Erhöhung der Zölle. Denn die US-Importeure werden die Zollerhöhungen in Form von Preiserhöhungen weiterreichen. Und am Ende werden Konsumenten die Rechnung bezahlen. Es wird bereits damit gerechnet, dass die Zollerhöhungen die US-Konsumenten über weitere Preiserhöhungen zu bezahlen haben.

Dies wird auch von US-Regierungsberater Larry Kudlow im Interview mit dem US-TV-Sender Fox-News eingeräumt. "Beide müssen zahlen" , meint der Wirtschaftsberater.

Kudlow hatte zudem früheren Aussagen des Präsidenten widersprochen, wonach Geld aus China fließe und direkt dem amerikanischen Staat zugutekomme. China zahle die auferlegten Zölle bisher nicht.

Die erhöhten Strafzölle haben in erster Linie die Importeure von Waren aus China zu bezahlen. In weiterer Folge werden die Importeure die Zollerhöhungen an die Händler weiterreichen. Diese wiederum werden die Preise erhöhen. Vor allem bei Produkten mit niedrigen Gewinnmargen, dazu zählen elektronische Produkte wie Waschmaschinen, Staubsauger oder Trockner, wurden schon die Preise erhöht.

Im Sommer 2018 hatte die US-Regierung erstmals die Strafzölle auf Produkte "Made in China" erhoben. Nach eine Studie der University of Chicago müssen die US-Konsumenten bereits für Waschmaschinen im Durchschnitt um 82 Dollar mehr bezahlen.

Damit ist die nächste Eskalationsstufe im Handelskrieg zwischen den USA und China erreicht. Die Börsen reagierten weltweit mit zum teil empfindlichen Abschlägen. Die Furcht vor einer Talfahrt der Konjunktur wird dadurch befeuert. "Die Rezessionsgefahren sind definitiv gestiegen, getrieben durch die Unsicherheit, was China und die USA angeht", sagte Justin Onuekwusi, Fondsmanager bei der Legal & General Investment Management.


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