wikifolio-Gründer Kern: "An Wertpapieren führt kein Weg vorbei" #IC19

Wikifolio CEO Andreas Kern

Wikifolio CEO Andreas Kern

Andreas Kern, Gründer von wikifolio.com, über die Strategien der Trader, die Bedeutung von Aktien für den Vermögensaufbau und der Schule für Wirtschaftswissen.

trend: Wie beurteilen Sie die Performance der Teilnehmer der trend Investors Challenge?
Andreas Kern: Die Investors Challenge 2019 ist der Beweis dafür, dass die Anleger in der Lage sind, aktuelle Trends an den Aktienmärkten zu erkennen und auf diese Züge aufzuspringen. Die Topteilnehmer setzen zum Beispiel verstärkt auf die Aktien von Goldminenbetreibern und profitieren hier massiv vom stark steigenden Goldpreis. Auch Technologie bleibt innerhalb der Challenge ein dominierendes Thema. Das gilt für alle drei Risikogruppen gleichermaßen.

Manche Trader setzen aber fast ausschließlich auf diese beiden Branchen. Manche haben sogar nur ein, zwei Aktien in ihrem Depot.
Kern: Ja, bei der Diversifikation gibt es große Unterscheide. Sie spielt erwartungsgemäß in den Top- Challenge-wikifolios der Risikogruppe eins eine größere Rolle als etwa in der Risikogruppe drei. Was aber auch auffällt: Wer glaubt, Blue Chips sind ein alter Hut, irrt. Vor allem in den besten wikifolios der Risikogruppe eins stößt man auf große, namhafte Unternehmen mit starken Marken.

Trotzdem sind bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung diese Aktien nicht bekannt. Umgekehrt beschweren sich Sparer über Minizinsen.
Kern: Deshalb soll die Investors Challenge die Themen Aktien und Veranlagung in der österreichischen Bevölkerung wieder ein Stück weiter bekannt machen. Der unterhaltsame Zugang soll dabei auch Menschen ansprechen, die sich bisher vielleicht weniger mit dem Thema Investment auseinandergesetzt haben. Die Notwendigkeit dazu sollte man schließlich durchaus ernst nehmen. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen führt an Wertpapieren nahezu kein Weg vorbei, will man sein Vermögen langfristig erhalten und absichern.

Aber selbst junge Menschen vertrauen dabei immer noch vermehrt dem Sparbuch und der Lebensversicherung und nicht dem Kapitalmarkt.
Kern: Da wird leider viel verschlafen. Gerade wenn es um langfristigen Vermögensaufbau oder finanzielle Absicherung geht, macht es einen massiven Unterschied, ob man mit 25,35 oder 45 beginnt, einen regelmäßigen Betrag zum Investieren einzuplanen.

In den kommenden Wochen ist Schulbeginn. Werden die Themen Wirtschaft und Börse von den Lehrern ausreichend vermittelt?
Kern: Aus meiner Sicht ist die Auseinandersetzung mit Börsenwissen extrem wichtig. Sie sollte idealerweise bereits im Schulalter beginnen. Denn nicht zuletzt fördert dies auch ein grundsätzlich unternehmerisches Denken und höheres Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge im Allgemeinen. Und Aktien eines Unternehmens zu besitzen ist schließlich eine sehr "greifbare" Form der Geldanlage, über die man an viele Themen anknüpfen kann.


Zur Person

Andres Kern ist Gründer der Social-Trading-Plattform wikifolio.com.


Das Interview ist dem trend 35/2019 vom 30. August 2019 entnommen.

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