8 Gründe, warum die US-Börsenparty bedroht ist

8 Gründe, warum die US-Börsenparty bedroht ist

Der amerikanische Ökonom Nouriel Roubini warnt in seinem aktuellen Blog vor den Auswirkungen der Pläne Donald Trumps. Warum diese Wirtschaft und Börsen hart treffen könnte.

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat sich als Anleger-Hit entpuppt. Der amerikanische Börsenindex S&P ist im Siegestaumel und hat seither um knapp zehn Prozent zugelegt. Die Anleger zum Kaufen animierten die Versprechen Trumps Steuerimpulse zu setzen, den Energie-, Gesundheits- und Finanzsektor zu deregulieren und eine deutliche Senkung der Körperschafts-, Einkommens-, Erbschafts- und Kapitalertragsteuer.

US-Starökonom Nouriel Roubini hat dennoch Zweifel, dass diese Maßnahmen das Wirtschaftswachstum befeuern und die Märkte weiter in Partylaune bleiben. Der Wirtschaftsprofessor nennt acht Gründe, warum den Börsen die Luft ausgehen könnte.

1. Steigende Zinsen
Steuerimpulse führen letztlich zu höheren langfristigen Zinsen. Das wirkt sich vor allem auf zinssensible Branchen wie den Immobiliensektor aus. Das dürfte mit sinkenden Investitionen in diesen Bereichen einhergehen.
2. Starker Dollar vernichtet Arbeitsplätze
Ein anziehender Dollar wird Arbeitsplätze vernichten, vor allem jene von Arbeitern. Roubini prognostiziert, dass die Aufwertung des Dollar fast 400.000 Arbeitsplätze in der produzierenden Industrie vernichten wird.
3. Steigendes Defizit treibt den Dollar
Wenn nur die Steuern gesenkt werden, ohne, dass Ausgaben gekürzt werden, wird das Haushaltsdefizit steigen. Zinsen und Dollar noch weiter in die Höhe treiben und der Wirtschaftsentwicklung langfristig schaden.
4. Stärker steigende Inflation als Wachstum
Da in den USA schon jetzt Vollbeschäftigung herrscht, werden Trumps Steuerimpulse stärker für Inflation sorgen als für Wachstum. Die US-Notenbank könnte so gezwungen sein, die Zinssätze früher und schneller zu erhöhen, als geplant. Das wiederum wird die langfristigen Zinsen und den Dollars weiter steigen lassen.
5. Wenig Zinsen für das Sparen, weniger Jobs
Die übertrieben lockere Fiskalpolitik und restriktiver Geldpolitik könnte die finanzielle Lage der Arbeiter verschärfen und deren Einkommen- und Beschäftigungsaussichten schaden. Die protektionistischen Tendenzen würden wahrscheinlich dazu führen, dass Trump sich gezwungen sieht seine protektionistischen Maßnahmen weiter zu verschärfen, um sich die Unterstützung dieser Arbeiter zu erhalten. Mit negativen Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinnen.
6. Handelskriege
Protektionismus führt zu Handelskriegen. Amerikas Handelspartner werden kaum eine andere Wahl haben, als auf die von den USA verhängten Importbeschränkungen ihrerseits mit Zöllen zu reagieren. Zum Schaden der globalen Wirtschaftswachstum. Bereits 1930 haben Amerikas Zollgesetz globale Handelskriege, die die Große Depression verschärften.
7. Hohes Maß an Protektionismus
US-Unternehmen mit Produktionen im Ausland werden bestraft. Die Ankündigungen Trumps legen nahe, dass der Wirtschaftsinterventionismus über einen klassischen Protektionismus hinausgehen wird. So hat Trump bereits signalisiert, dass Unternehmen, die im Ausland tätig sind. Importabgaben zahlen müssen und die Einwanderung zu beschränken und so den Arbeitsmarkt verknappen. Trump könnte bestehende US-Bündnisse in Frage stellen. Regierungschefs könnten vor den Kopf gestoßen werden, ebenso multinationale Konzerne und die Weltmärkte im Allgemeinen.
8. Schädliche Dollar-Intervention
Um den Schaden zu begrenzen, könnte Trump, wie angekündigt, versuchen, den Dollar zu schwächen und etwa Kapitalkontrollen einführen oder Druck auf die Notenbank ausüben. Das könnte der Wirtschaft zusätzlich schaden.

"Ausgewachsene Panik an den Märkten wahrscheinlich"

Viele Ankündigungen des US-Präsidenten machen die Märkte nach Einschätzung Roubini bereits nervös. Doch es könnte noch heftig kommen. „Eine ausgewachsene Panik ist wahrscheinlich, falls Protektionismus und eine rücksichtslose, politisierte Geldpolitik Handels-, Währungs- und Kapitalkontrollkriege auslösen.“

Doch zunächst können die Erwartungen über die zunächst positiv wirkenden oder erscheinenden geplanten Maßnahmen die Märkte weiter beflügeln. Doch über kurz oder lang würde das Wirtschaftswachstum in den USA leiden und weltweit langfristig Tribut fordern.

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Eric Bramoullé, CEO Amundi Austria

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