6 Gründe, warum man in China-Aktien investieren sollte

6 Gründe, warum man in China-Aktien investieren sollte

Der Konsum ist eines der soliden Standbeine Chinas. Im Gegensatz vielen zu anderen Ländern ist dieser nicht von Notenbanken künstlich angefacht.

Chinesische Aktien zählen seit Jahren zu den am meisten gemiedenen Schwellenländer-Aktien. Doch die Ausgangslage für langfristig solide Kursgewinne ist gut. Wie die Schuldenkrise das Land beeinflusst, was die Transformation der Wirtschaft am stärksten beeinflusst.

trend.at sprach mit Wolfgang Fickus, China-Spezialist der französischen Investmentboutique Comgest über seine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage Chinas, wie er das Potential des Landes einschätzt.

Staatliche Unternehmen als Herd exzessiver Verschuldung

Der Schuldenstand staatlicher Betriebe erscheint bedrohlich hoch. Diese ist nach Einschätzung Fickus gar ein „Herd exzessiver Verschuldung.“ Wie erfolgreich China in den nächsten Jahren sein wird, wird auch davon abhängen, wie radikal die Schuldenproblematik angegangen wird.“ Um die maroden Unternehmen wirtschaftlicher zu führen, werden deshalb neben Restrukturierungen, weiteren Schließungen auch zahlreiche Fusionen erwartet. Davon betroffen sind vor allem die Industrie wie Stahl-, Papier- und Kohleunternehmen. Dort sind die Überkapazitäten am höchsten.

1. Schuldenproblem beherrschbar

Comgest-Manager Fickus erachtet die Schuldenproblematik Chinas aber für beherrschbar. Das Land verzeichnet kontinuierlich einen Handelsüberschuss, es verfügt über riesige Devisenreserven, die Sparquote der Bevölkerung ist groß und die Auslandsverschuldung gering. So liegt die Verschuldung in fremder Währung bei nur bei knapp zehn Prozent des Sozialproduktes. Zum Vergleich: In der Türkei beträgt dieser Anteil 60 Prozent. Jede Veränderung im Wechselkurs kann gravierende Folgen haben“, so der Comgest-Manager. Davon sei China durch die niedrige Außenverschuldung aber praktisch nicht betroffen. Es gebe auch keine Spekulationsexzesse wie 2008. „Das Land verfügt über keine System-Risiken“, ergänzt Fickus.

2. Wirtschaftliche Transformation erfolgreich eingeleitet

Die Überproduktion in der Stahl-, Kohle- und Zementindustrie ist zwar nach wie vor hoch, aber das ist für die wirtschaftliche Transformation hin zu einer starken Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft kaum relevant“, so Fickus. Gegenwärtig sind nämlich nur noch zehn Millionen Menschen, gerade
einmal ein Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, in diesen Industriezweigen beschäftigt.
Jene, die von Massenentlassungen solcher Industriebetriebe betroffen sind, finden rasch andernorts einen Job. So wurden bereits im Vorjahr über 700.000 Arbeitsplätze in der Kohle- und Stahlbranche gestrichen. Die Menschen sind jedoch laut Regierung rasch in anderen Firmen untergekommen. Das liegt auch daran, dass in Städten 2016 mehr als 13 Millionen Jobs entstanden sind. Für heuer ist die Schaffung von elf Millionen neuer Arbeitsplätze anvisiert. Bisher sind heuer bereits acht Millionen neue dazugekommen. „Die Regierung liegt im Plan“, so Fickus. Die wirtschaftliche Transformation schreitet erfolgreich voran.

3. Konsum als treibende Kraft

Die Konsumnachfrage in China steht auf soliden Beinen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Schwellen- und Entwicklungsländern ist dieser nicht künstlich angefacht“, so der Comgest Manager. Die Chinesen haben jedes Jahr mehr Geld in der Tasche.“ Der Einzelhandelssektor wächst sehr dynamisch, im Schnitt um zehn Prozent im Jahr. Nach schwächeren Jahren sei der Binnenmarkt nun wieder aufgewacht. Luxusartikelhersteller wie Hermes und Louis Vuitton profitieren davon.

4. Große Investitionen in Forschung und Entwicklung

Forschung & Entwicklung wird in Unternehmen stark forciert. So investiert das Land bereits zwei Prozent seines Sozialproduktes in diesen Bereich. Noch vor 15 Jahren war es ein halbes Prozent. „Und das bei einem Sozialprodukt das seither stark gestiegen ist“, so Fickus. Das sei auch der Grund, warum in einigen Industriezweigen technisch bereits große Fortschritte gemacht wurden. Das zwingt auch westliche Unternehmen zu Fusionen. „Der Druck aus Asien steigt“, konstatiert Fickus. Beispielsweise sind bereits 50 Prozent der Gleise weltweit im Besitz Chinas. China ist zugleich der größte Betreiber von Schnellzügen weltweit.“ Comgest-Manager sieht darin auch den Grund für die Fusion der Schnellzugspezialisten Alstrom und Siemens. Um gegen die Konkurrenz auch China stärker aufzutreten, wollen die beiden europäischen Konzerne mit ihren Highspeed-Zügeb TGV und ICE gemeinsam Züge bauen. Gemeinsam werden sie dann einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erwirtschaften.

5. Gewaltige Zunahme von Akademikern

Der erste Schritt Chinas war die Schaffung einer effizienten Infrastruktur. Nach dem ersten Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs und den damit einhergehenden Lohnerhöhungen, treibt China nun die Innovationen voran. Sie tragen auch dazu bei, dass die Reallöhne weiter wachsen. Das Riesenreich hat deshalb vor einigen Jahren eine Bildungsoffensive gestartet. Besonders der Bau von Universitäten und Bildungseinrichtungen in kleineren Städten wird forciert werden. Derzeit machen pro Jahr acht Millionen Chinesen ihren Hochschulabschluss. Bis 2020 will China auf insgesamt 195 Millionen Absolventen kommen, so das ambitionierte Ziel. Fruchtet die Bildungsoffensive, könnte die Zahl der Akademiker im Land der Mitte gewaltig werden - und der Wirtschaft Chinas einen gewaltigen Schub geben.

6. A-Aktien mit Potential

Neben den klassischen in Hong Kong notierenden China-Aktien (Hang Seng), ist es nun seit wenigen Jahren bestimmten institutionellen Unternehmen aus dem Ausland erlaubt in chinesische Aktien, die in Festland-China notieren, zu investieren. Dort werden zwar vielfach Aktien der großen verschuldeten Staatsbetriebe gehandelt, „aber es gibt auch viele Unternehmen, die sich sukzessive öffnen und modernisieren“, weiß Fickus. Auf diesem Handelsplatz finden sich mittlerweile auch Aktien vieler privat geführter Unternehmen mit erfolgreichen Strategien. Zudem sind A-Aktien in den globalen Schwellenländerportfolios noch deutlich untergewichtet. „Wer jetzt schon einsteigt, wird davon profitieren“, glaubt der Comgest-China-Profi.

MitChina-Aktien-Fonds partizipieren

Der beste Fonds auf Basis der Performance der vergangenen drei Jahre ist bei China-Fonds der Comgest Greater China (ISIN: IE0030351732). Der Fonds erzielte im heurigen Jahr eine Rendite von 28,4 Prozent. In den vergangenen drei Jahren im Schnitt 18,8 Prozent. Der Fonds hängt damit die durchschnittliche Rendite der Fonds dieser Kategorie und den Vergleichsindex deutlich ab. Der Fonds setzt auf Qualitätsaktien mit hohem Wachstum. Diese hohe Performance erzielt der Fonds, laut dem Urteil der Fondsrater Morningstar, noch dazu mit überdurchschnittlich geringem Risiko. Demnächst wird der Fonds auf einen reinen China-Fonds umgestellt. Das derzeitige Exposure von 25 Prozent in Form von Taiwan-Aktien wird abgebaut. Fickus: "Die Auswahl bei interessanten chinesischen Aktien ist mittlerweile groß genug."
Die Nummer zwei am Markt ist derzeit der UBS Greater China
(ISIN: LU0501845795). Der Fonds machte in den vergangenen drei Jahren im Schnitt einen Ertrag von 20 Prozent. Ebenfalls zu den renditestärksten Fonds zählt der Fidelity Greater China-Fonds. Pro Jahr erwirtschaftete der Fonds in drei Jahren im Schnitt knapp 18 Prozent.

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