Die Großen Vier: Notenbanken schreiten zur Tat

Das Gebäude der Federal Reserve Bank in Washington.

Das Gebäude der Federal Reserve Bank in Washington.

Bis Ende nächster Woche jagt quasi eine Notenbank-Sitzung die andere. Bei drei der "Großen Vier“ stehen Entscheidungen an. Welche Zinsentscheidungen dabei getroffen werden könnten.

Bei den Notenbanken stehen Zinsentscheidungen an. Die Geldpolitik wird dabei auf das britische Referendum zum Ausstieg aus der EU reagieren. Das weltweit immer noch eher schwache Wachstum soll unterstützt werden, gleichzeitig wollen aber zumindest die Amerikaner den langsamen Ausstieg aus dem Krisen-Modus vorantreiben. Wer wann welchen Schritt setzen könnte, lesen Sie im Anschluss.

  • US Fed (nächste Zinsentscheidung 27. Juli):
    Mindestens seit Frühjahr 2013 versucht die amerikanische Notenbank, einen Weg aus der ultra-expansiven Ausrichtung zurück in die geldpolitische Normalität zu finden. Seinerzeit verwies der damalige Notenbankpräsident Ben Bernanke auf Überlegungen innerhalb der Zentralbank, den Umfang der damals noch durchgeführten Anleihekäufe möglicherweise zurückzufahren („Tapering“). Die zehnjährige US-Rendite steht heute übrigens exakt auf dem gleichen Niveau wie seinerzeit vor Bernankes Rede.
    Heute, mehr als drei Jahre später, sind wir immerhin schon sei weit, dass die Fed keine Anleihekäufe zur Ausweitung der Geldmenge mehr vornimmt, und eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte konnte auch schon umgesetzt werden. Der graduelle Ausstiegsprozess aus dem Krisenmodus wird immer wieder unterbrochen, zuletzt durch einen schlechten Arbeitsmarktbericht und das drohende Brexit-Referendum. Heute Abend ist eine Zinsanhebung extrem unwahrscheinlich. Wir erwarten ein vorsichtig formuliertes Statement. Gegen Ende des Jahres dürfte das Umfeld für die zweite Zinsanhebung geeignet sein. Der Markt preist dies nun mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit ein.
    http://www.federalreserve.gov
  • Bank of Japan (nächste Zinsentscheidung 29. Juli):
    In Japan werden die Beobachter dieser Tage etappenweise über Einzelheiten eines neuen Konjunkturprogramms informiert. Heute früh hieß es, das Programm habe ein Volumen von „mehr als 28 Billionen Yen“ (das sind mehr als 240 Milliarden Euro). Am Freitag dürfte die BoJ verkünden, mit welchen Maßnahmen der abermalige Konjunkturstimulus seitens der Notenbank unterstützt werden soll. Zur Diskussion stehen Medienberichten zufolge drei Optionen: Zinssenkung, Ausweitung der Anleihekäufe, Ausweitung der Käufe von ETFs. Helicopter Money und damit gleichsam die direkte Finanzierung des Konjunkturpakets durch die Zentralbank, sei demnach keine Variante.
    https://www.boj.or
  • Bank of England (nächste Zinsentscheidung 4. August):
    Die jüngsten Umfragen unter den Einkaufsmanagern signalisierten einen schlagartigen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität in Großbritannien. Einige Ratsmitglieder der BoE haben sich bereits für unmittelbare Stützungsmaßnahmen durch die Notenbank ausgesprochen. Wir erwarten eine Leitzinssenkung um 25 Basispunkte sowie eine Ausweitung des sog. Funding for Lending Modells. Damit soll die Kreditvergabe der britischen Banken angekurbelt werden.
    http://www.bankofengland.co.uk
  • Europäische Zentralbank (nächste Zinsentscheidung 8. September):
    Weitere geldpolitische Maßnahmen dürften davon abhängen, wie sich das Brexit-Votum auf die Konjunktur und daraus abgeleitet auf den Inflationsausblick auswirkt.
    https://www.ecb.europa.eu

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