Der neue Goldrausch: Neues Kurshoch prognostiziert

Der neue Goldrausch: Neues Kurshoch prognostiziert

Klettert Gold auf 1.600 Dollar je Feinunze?

Der Preis für Gold ist am höchsten Stand seit sechs Jahren. Experten sprechen von einer Trendwende und erwarten neue Kursanstiege. Was für weitere Kurszuwächse spricht, welche Kursziele Experten ausgeben und was Goldpreisanstieg bis zum Jahr 2020 noch aufhalten könnte. Welche Frage die Ökonomen derzeit am meisten beschäftigt.

Im August ist die Goldpreisrallye ein Jahr alt. Seither ist der Wert der Feinunze Gold um 16 Prozent auf 1.419 Dollar erhöht. Fast senkrecht zeigt der Chart seit dem 21. Mai nach oben.

Wenn der Goldkurs steigt, geht die Angst vor weltweiten wirtschaftlichen Rückgängen aus. Angst machen Anlegern auch die erhöhten Kursschwankungen an den Aktienmärkten. Zudem dürfte ein wichtiges Investment für sicherheitsorientierte Anleger, US-Staatsanleihen, bald weniger Zinsen abwerfen und damit die Attraktivität von Gold weiter steigen. Denn in den USA dürfte eine Zinssenkung kurz bevorstehen – eine Kehrtwende der US-Notenbank bei der Geldpolitik. Erstmals seit 2008 wird in den USA eine Zinssenkung erwartet. Fallende US-Zinsen senken zudem die Opportunitätskosten des Goldbesitzes. Zudem steigen die Goldkäufe der Zentralbanken zuletzt kräftig an.Auch das erklärte Ziel von US-Präsident Donald Trump den Dollar abzuwerten, spricht für ein Engagement in Gold.

Wichtige charttechnische Marke bereits gebrochen
Beim Goldpreis ist eine wichtige charttechnische Hürde bereits gefallen. Mitte Juni dieses Jahres übersprang der Goldpreis erstmals wieder die 1.360-Marke. Seit 2013 die Obergrenze für alle Goldpreiserholungen. Derzeit steht Gold bei 1.419 Dollar. Die US-Investmentgesellschaft Goldman Sachs hatte erst Anfang Juli das Kursziel 1.475 Dollar ausgegeben. Aber auch diese Zielmarke dürfte bald fallen.

Goldpreis, 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Preisinformation auf den Chart klicken.

Goldpreis, 5-Jahres-Entwicklung. Für aktuelle Preisinformation auf den Chart klicken.

Zuflüsse in Gold-ETFs auf 6-Jahreshoch
Joe Foster, Portfoliomanager bei VanEck, glaubt, dass der Goldpreis im Juni einen bedeutenden, womöglich historischen Ausbruch verzeichnete. Das Durchbrechen der Widerstände bei 1.365 Dollar und 1.400 Dollar und das Hoch bei 1.439 Dollar traten allesamt im asiatischen Handel auf. Unterstützung und Momentum setzten sich im anschließenden Handel in London und New York fort. So stieg das Anlagevolumen bei Gold-ETFs auf Sechsjahreshöchststände, und im Juni wurden die größten monatlichen Zuflüsse seit drei Jahren verzeichnet. Foster: „Nach einer sechsjährigen Seitwärtsentwicklung des Preises befindet sich Gold nun in einer Übergangsphase.“


Notenbanken sind mit ihrem Latein bald am Ende

Schwache Konjunktur, sinkende Zinsen und Geldentwertung machen Gold interessant
„Gold ist zwar charttechnisch nach oben ausgebrochen, aber noch immer weit von seinen Höchstständen entfernt“, so John Roque, technischer Analyst bei Wolfe Research. Dass Gold gute Zeiten auch noch vor sich hat, glaubt auch Bridgewater Associates, ein US-Hedgefonds der 160 Milliarden Dollar verwaltet. Gründer Ray Dalio geht davon aus, dass sich die Weltkonjunktur abschwächt, die Notenbanken mit ihrer Politik der tiefen Zinsen und des Quantitative Easings (Anleihekäufe) mit ihrem Latein am Ende sind. Er glaubt, dass in Folge dass Notenbanken in großer Menge Schulden von Staaten und Unternehmen in Form von Anleihen gekauft haben und so der Wert des Geldes verringert wurde, im Umkehrschluss Gold zu einem interessanten Investment mache. Vorteilhaft sei zudem, dass Gold von den meisten Anleger derzeit untergewichtet wird.


Schwäche Schmucknachfrage in Indien wegen höherer Zölle

Hohe Nachfrage dürfte anhalten
Die DZ Bank ist für Gold ebenfalls zuversichtlich und erwartet einen Anstieg auf 1.600 Dollar innerhalb von zwölf Monaten. Innerhalb des nächsten halben Jahres gehen die Banker von einem Kurs von 1.500 Dollar je Feinunze aus. Zwar könnte die Schmucknachfrage im zweiten Halbjahr diesmal zwar etwas schwächer ausfallen, da Indien, der zweitgrößte Goldkonsument der Welt, aufgrund der bevorstehenden Einfuhrsteuererhöhung Indiens, weniger kaufen dürfte. Doch die zweite wichtige Komponente, die die Nachfrage stark beeinflusst, die Entwicklung Weltkonjunktur, werde diese mehr als ausgleichen können, prognostiziert die DZ Bank.


Übergreifen der Rezession vom verarbeitenden Gewerbe auf den Konsum?

Wie sich der Goldpreis in den nächsten zwei Jahren entwickelt, hängt nach Einschätzung von Goldexperten Forster jedoch vor allem von zwei mögliche Konjunkturszenarien ab:

• Weiche Landung – begrenzte Kurschancen. In China, Europa und in den USA präsentiert sich das verarbeitende Gewerbe schwach und am Rande einer Rezession. Eine „sanfte“ Landung der Wirtschaft, ohne Rezession, wäre möglich, wenn es durch geldpolitische Impulse der Notenbanken gelingt, das Übergreifen einer Rezession im verarbeitenden Gewerbe auf die gesamte Wirtschaft zu verhindern. Gelingt das, würde der Aktienmarkt steigen, die Zinsen würden nicht weiter sinken, und der Dollarkur würde sich stabilisieren oder erholen. In diesem Fall wäre der Aufwärtstrend des Goldes begrenzt. Ein neuer Preiskorridor für Gold könnte sich entwickeln, begünstigt durch geopolitische Risiken und die Nachfrage der Zentralbanken.

• Harte Landung – hohe Kurschancen. Eine „harte“ Landung tritt ein, wenn die aktuelle Rezession im verarbeitenden Gewerbe die Wirtschaft auf breiter Front erfasst. Die US-Zinsen würden wahrscheinlich gegen Null sinken oder sogar ins Negative sinken. An den Aktienmärkten könnte es zu einer Korrektur kommen. Die Zentralbanken könnten die quantitative Lockerung wieder aufnehmen oder sogar noch radikalere Maßnahmen ergreifen. In diesem Szenario würde Gold für Anleger als sicherer Hafen angesteuert werden und weiter steigen.

Risiken bleiben aber auch beim vielzitierten sicheren Hafen Gold, wie bei jedem anderen Investment, bestehen. Deutsche Verbraucherschützer warnen deshalb, Risiken beim Goldkauf nicht zu unterschätzen.

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