In Gold we trust: Warum ein Bullenmarkt bevorstehen könnte

In Gold we trust: Warum ein Bullenmarkt bevorstehen könnte

Wenn eine Rezession droht und die Aktienmärkte abstürzen, ist man meist gut beraten Gold im Depot zu haben.

Mit Gold war in den vergangenen acht Jahren nicht viel zu verdienen. Doch mehrere Entwicklungen sprechen für ein Trendwende beim Goldpreis. Der aktuelle in "In Gold we Trust Report 2019" liefert eine umfassende Analyse.

Die Zeiten in denen Gold glänzte sind schon Jahre her. Den höchsten Kurs hat der Goldpreis (XC0009655157) im Jahr 2011 erreicht. Der folgende Absturz war brutal und fast genauso rasch wie der vorangegangene Anstieg.

Bis 2016 verlor der Goldpreis über 40 Prozent seines Wertes. Im selben Zeitraum fuhren Anleger mit Aktien enorme Gewinne ein. Seit 2014 dümpelt der Goldpreis vor sich hin. In fünf Jahren stieg der Kurs, bei heftigen Schwankungen bis heute, gerade einmal knapp fünf Prozent. Im breiten US-Aktienindex konnten Anleger in der selben Zeit fast 50 Prozent Kursgewinn erzielen.

Nimmt man den Goldrausch in den wirtschaftlichen Krisenjahren von 2009 bis 2013 aus, entwickelte sich der Goldpreis insgesamt stetig nach oben und notiert nun auf einer Zeitachse von 20 Jahren, seit 1999, um 36,7 Prozent höher.

Goldpreis in Euro legte in den letzten 20 Jahren um rund 37 Prozent zu. Seit 2014 gab es jedoch, bis auf heftige Kursschwankungen, nur geringe Zuwächse.

Nun könnte sich die Entwicklung aber wieder umkehren, glauben die Analysten des nun erschienen "In Gold we Trust Report 2019" der Liechtensteinischen Investmentgesellschaft Incrementum. “Wir befinden uns in einer Frühphase eines neuen Gold-Bullenmarktes“, glaubt Report C-Autor Ronald-Peter Stöferle. Wann der Goldpreis tatsächlich nachhaltig wieder an Fahrt gewinnt, sei zu beobachten. Seit 30. Mai geht es jedenfalls beim Gold wieder kräftig bergauf. Der Kursgewinn betrug seither 4,6 Prozent.

Als Grund für die bisherige Schwäche des Edelmetalls am Markt nennen die Experten des nun erschienenen Goldreports vor allem „das hohe Vertrauen in die Fähigkeiten der Notenbanker und die vermeintliche Stärke der US-Ökonomie.“


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Wenn die Börsen wackeln hat Gold Oberwasser

Einer der stärksten Gründe für einen Kursanstieg bei Gold, wäre ein Börsencrash. Wie stark Gold auf Kurseinbrüche an den Börsen reagiert, zeigte sich zuletzt, als im vierten Quartal 2018 die Aktien einknickten. Internationale Aktien brachen in diesem Quartal um 12,5 Prozent ein, US-Blue-Chips um 13,5 Prozent, Aktien von Schwellenländern um 12,5 Prozent. Gold verteuerte sich dagegen in der selben Zeit um 8,1 Prozent, die Aktien von Goldminien-Gesellschaften konnten ihren Wert an der Börse um 13,7 Prozent steigern. „Eine beachtliche Entwicklung", so die Studienautoren.

Aktien brechen ein und die Anleger stürzen sich auf Gold - ein typisches Anlegerverhalten, so auch im vierten Quartal 2018.

Für einen höheren Goldpreis spricht laut Report auch eine sich abzeichnende Abschwächung der US-Konjunktur. „Wenn der Glaube an die Fähigkeiten der Zentralbanken oder der kreditgetriebene Aufschwung von den Märkten in Frage gestellt wird, wird das einen grundlegenden Paradigmenwechsel einläuten und Gold zu neuen Höhen verhelfen“, so die Erwartung von Incrementum. Wenn der kreditgetriebene Aufschwung sich auch wieder verstärken könnte, nachdem US-Notenbank-Chef Jerome Powell Anfang Juni erstmals wieder Zinssenkungen andeutete.

Schwellenländer: Goldnachfrage vor weiterem Anstieg

Für einen Anstieg des Goldpreises spreche auch der steigende Einfluss der Schwellenländer auf die Goldnachfrage, die bereits in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist. „Insofern könnte sich die historisch inverse Beziehung zwischen dem Dollar und dem Goldpreis abschwächen“, so Goldreport-Autor Mark Valek. Der Grund für die steigende Goldnachfrage in Ländern wie Indien oder China erläutert Valek so "Gold fließt aus jenen Ländern ab, in denen wie im Westen der Kapitalstock aufgezehrt wird und fließt in jene, in denen Kapitalaufbau stattfindet, die Wirtschaft prosperiert und das Sparvolumen steigt." 2020 werden laut Prognosen 50 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von den Schwellenländern erwirtschaftet, im Jahr 2000 betrug deren Anteil lediglich 19 Prozent.

Ein Großteil der Menschen in den Schwellenländer weißt laut Untersuchungen von Incrementum zudem ein deutlich größeres Faible für Gold auf, als jene in den Industrienationen. „ Daraus sollte sich ein natürliches, langfristiges Wachstum der Goldnachfrage speisen“, prognostiziert Incrementum Gold-Experte Stöferle.

70 Prozent Nachfrageplus in fünf Jahren

Gemessen an der jährlichen physischen Goldnachfrage stieg der Anteil der Schwellenländer in den letzten fünf Jahren auf 70 Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel dabei auf China und Indien. „Die historische Erfahrung finanzieller Repression, ein instabiles Geldwesens und der damit verbundenen Kaufkraftverluste dürften die ausschlaggebenden Faktoren sein“, so das Ergebnis des "In Gold we Trust Reports".

Schwellenländer, allen voran Russland und China, haben ihre Goldbestände in den vergangenen Jahren erheblich aufgestockt.

Incrementum-Experten erwarten, dass der Dollar seinen Status als sicherer Hafen, verlieren könnte. Ein Indiz dafür sehen sie dafür, dass der Greenback im Zuge der scharfen Korrektur der Aktienmärkte im vierten Quartal 2018 nur marginal fester tendierte. „Diese Entwicklung ist ein Paradebeispiel für einen Dollar-Bärenmarkt, dessen Startschuss die Mehrheit der Investoren nur nicht gehört hat", so ihre Analyse.

Mittlerweile mehren sich auch die Signale einer aufziehenden US-Rezession. So zeigt der Rezessionsindikator der US-Notenbank aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 27,5 Prozent für April 2020. In den vergangenen 30 Jahren war dieser Wert niemals so hoch, wenn in den darauffolgenden zwei Monaten keine Rezession eingetreten ist. "Das Vertrauen in die US-Konjunkturlokomotive und den Dollar wird in den nächsten Monaten zu bröckeln beginnen", prognostizieren die Goldprofis von Incrementum.

Inverse Zinskurve als Rezessionsindikator

Einen bewährten Konjunktur-Frühindikator, ob eine Rezession bevorsteht, lieferte in der Vergangenheit, eine inverse Zinskurve. Das ist bereits passiert. So liegt der 10-Jahres-Zinssatz für US-Staatsanleihen seit dem anhaltenden Zinsrückgang ab November derzeit nur noch 2,1 Prozent. Der Fed-Zins für kurzfristige Ausleihungen beträgt 2,5 Prozent - und ist damit invers. Die von der San Francisco Federal Reserve publizierte Studie zeigt, dass inverse Zinskurven Rezessionen seit den 1950er-Jahren angekündigt haben. Die Logik dahinter: In Erwartung eines Konjunkturabschwungs reduzieren Anleger ihre Nachfrage nach kurzfristigen Anleihen, da wie derzeit Zinssenkungen drohen, und schichten ihr Geld in länger laufende Anleihen um. Verringert sich der Zinsabstandes folgten konjunkturelle Abschwünge und daran anschließend die Aufwertung von Gold. Dieser chronologische Ablauf ist vor allem seit dem Nixon-Schock im Jahr 1971 bemerkbar.

Allerdings: Von den 87 von Bloomberg befragten Analysten rechnet derzeit kein einziger in den Jahren 2019, 2020 oder 2021 mit einem stagnierenden BIP in den USA. Das erwartete Wachstum liegt in diesen drei Jahren im Schnitt zwischen 1,8 Prozent und 2,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (2,1 Prozent bis 2,8 Prozent) sind die Wachstumserwartungen jedoch damit leicht rückläufig.

In den vergangenen 100 Jahren fiel die US-Konjunktur im Schnitt alle sechseinhalb Jahre in eine Rezession. Die meisten Experten erwarten trotz mittlerweile zehn Jahren wachsender Wirtschaft erst in zwei bis drei Jahren einen Konjunkturrückgang. Wenn das Risiko durch den Handelskonflikt zwischen China und den USA nun auch merklich steigt.

Von der Geldschwemme haben bisher Aktien profitiert

Die Geldmengeninflationierung, ausgelöst durch die Geldschwemme der Nationalbanken, hat bisher in erster Linie Finanzassets unterstützt (siehe Chart). Verglichen wird dazu die Entwicklung zwischen dem S&P 500 (repräsentativ für Finanzassets) und dem Gold/Silber-Ratio (repräsentativ als Indikator für die Realwirtschaft aber auch Preisinflation).

Seit die US-Notenbank die Wirtschaft mit Geld flutet, boomen die Börsen, Gold dagegen ist durch den künstlichen Wirtschaftsboom seither auf Talfahrt.


„Ein deutlicher Anstieg des Goldpreises wird erst mit einem stagnierenden oder schwächeren Aktienmarkt einhergehen“, erwartet Stöfele. Ein Vergleich der Entwicklung des Goldpreises mit der jener wichtigste Börsenindizes zeige, dass die relative Schwäche von Gold zu Ende zu gehen scheint.

Im Vergleich zum US-Börsenindex S&P 500 liegt der Gold-Index GSCI-Commodity-Index auf dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren. Rohstoffe sind so billig, wie zuletzt vor 100 Jahren. Rohstoffe im Verhältnis zu US-Aktien sind gemessen am Dow-Jones-Aktienindex derzeit auf einem Tiefststand. Das Bewertungsniveau ist so niedrig wie zuletzt Mitte der 1960er-Jahre. Gegenüber Aktien waren Rohstoffe nur noch vor dem Schwarzen Donnerstag am 24. Oktober 1929 und während der Übertreibungen der Dotcom-Blase ähnlich unterbewertet wie heute. „Wir sehen die Unterbewertung als antizyklische Chance“, so Stöferle von Incrementum. Der Experte erachtet das Kurspotenzial für Rohstoffe im Allgemeinen, Gold und Silber im Speziellen, weiterhin als intakt. Ein langfristiger Anlagehorizont wird jedoch empfohlen.

Was zu einem Trendwende bei Gold führen könnte

Incrementum erachtet zwei wesentliche Faktoren als wesentlich:
• Schwäche des US-Dollars
• Der Absturz der Börsen und eine Reallokation in reale Assets wie Gold (MMT)

Die aktuelle Hausse des S&P 500 zählt mit 122 Monaten und einem Gesamtanstieg von 278 Prozent zu den längsten und stärksten der amerikanischen Geschichte.

Auf den ersten Blick scheint der Dollar seine Muskeln zu zeigen und damit die Stärke und Stabilität der US-Wirtschaft zu bestätigen. Abgesehen von einer ausgeprägten Schwächephase im Jahr 2017 kennt der Dollar seit Ende 2011 nur einen Weg, nach oben. Langfristig wirkt die hohe Verschuldung der USA negativ für den Dollar. Bislang wurde die Schuldenobergrenze immer weiter angehoben.

Was ebenfalls für einen steigenden Goldkurs spricht, ist die Absicherung gegen die Inflation. Die Kaufkraftentwertung findet schleichend bereits stattfindet. So ist die Kaufkraft ist in den letzten 20 Jahren im Verhältnis zum Wert einer Unze Gold deutlich geschrumpft (siehe Grafik).

Der Chart bildet ab, wie viele Milligramm Gold einem Euro entsprechen. Kamen Anfang 1999 noch 124,8 mg Gold auf einen Euro, sind es 20 Jahre später nur noch 28,3 mg. Das entspricht einem Wertverlust des Euro gegenüber Gold von 77,5 Prozent.

Und noch eine Beruhigungspille für all jene die Gold halten oder jetzt einsteigen wollen: Nach unten hin sollte wenig passieren. Weitere Abstürze des Goldpreises sind nicht zu erwarten, das zumindest lesen Charttechniker aus der Entwicklung der letzten 200 Tage heraus. Der längerfristige gleitende Durchschnitt (200-Tage-Linie) liegt derzeit bei rund 1.260 Punkten. „Und sollte damit nach unten gut unterstützt sein“, so Stöferle. Kursverluste sollten sich damit laut Chartanalysten in Grenzen halten.

Starke Kursrückgänge sind derzeit beim Goldpreis nicht zu erwarten.

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