Gold erleidet Kratzer: Kein Trump-Effekt

Gold erleidet Kratzer: Kein Trump-Effekt

Analysten waren vor der Wahl in den Vereinigten Staaten von Amerika davon ausgegangen, dass der Goldpreis steigen wird, falls Donald Trump die Wahl gewinnt. Die Einschätzung war falsch. Gold hat seither acht Prozent an Wert verloren.

Wie viele andere Anlageklassen auch verhielt sich der Goldpreis nach dem Wahlsieg von Donald Trump nicht wie erwartet. Statt zu steigen, sank das Edelmetall auf den tiefsten Stand seit Februar.

Alleine im November verlor Gold über acht Prozent an Wert. Unter anderem kam der Goldpreis unter Druck, da der Markt derzeit eher mehr Zinsanhebungen von der US Notenbank erwartet als noch vor der Wahl. Trumps geplantes Infrastrukturprogramm hat die Inflationserwartungen und damit die Renditen steigen lassen.

Goldpreis-Entwicklung (5 Jahre) Stand vom 7. Dezember 2016: 1.171,22 $. Für aktuelle Preisinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Goldpreis-Entwicklung (5 Jahre) Stand vom 7. Dezember 2016: 1.171,22 $. Für aktuelle Preisinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Da der Anleger bei Gold keine Zinsen bekommt, sind steigende Zinserwartungen Gift für den Goldpreis. Auch der stärkere Dollar stellt eine Belastung dar. Gold wird in Dollar gehandelt, wenn dieser also aufwertet, verteuert sich Gold für all jene, die in einer anderen Währung zahlen.

Euro-Dollar-Wechselkurs; Stand vom 7.12.2016: 1,072; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Euro-Dollar-Wechselkurs; Stand vom 7.12.2016: 1,072; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aber es gibt auch noch zusätzliche, dahinter liegende Faktoren. Einer der weltweit größten Nachfrager nach Goldschmuck ist Indien. Dort fand in November eine reichlich unglücklich verlaufene Bargeldreform statt, bei der die großen Geldscheine abgeschafft wurden. Das hat der Nachfrage nach Gold einen massiven Dämpfer erteilt, von dem sich der Markt erst erholen muss.

Dennoch schon gibt es erste Stimmen, die den jüngsten Kursrutsch für überzogen halten. Immerhin werden die geopolitischen Risiken nicht kleiner, und diese Tatsache stellt keinen Nachteil für den Goldpreis dar. Abgesehen davon ist Gold die erklärte Lieblingsfarbe des neuen US Präsidenten. Da sollte bei der Innenausstattung im Weißen Haus doch noch was gehen.


Monika Rosen ist Chefanalystin der Bank Austria Private Banking.
Folgen Sie der Autorin auf Twitter: @Monika_Rosen

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

Geld

Wiener Börse startet mit ETF-Trading

Geld

Schwarzer Montag: Kommt 30 Jahre danach der nächste Börsen-Crash?

Milliardär Soros überlässt Großteil seines Vermögens seiner Stiftung

Geld

Milliardär Soros überlässt Großteil seines Vermögens seiner Stiftung