Girokonten und Kreditkarten: Österreichs beste Angebote

Girokonten und Kreditkarten: Österreichs beste Angebote

Die Gesellschaft für Verbraucherstudien ÖGVS hat in Kooperation mit dem trend die Girokonten- und Kreditkartenangebote österreichweit tätiger Institute getestet. Bei den Konten gewinnt die Sparda Bank vor Bank Austria und ErsteBank, bei den Kreditkarten hat die Oberbank das beste Angebot.

Österreich ist auch bei Bankgeschäften anders. Die Anzahl der Institute ist laut OeNB seit der Finanzkrise durch Fusionen und Strukturanpassungen von 2008 bis Ende 2016 zwar um rund 25 Prozent gesunken. Bei den Zweigstellen fiel die Flurbereinigung aber deutlich geringer aus. Von 2008 bis Ende des Vorjahres schrumpfte das Filialnetz nur um sechs Prozent auf 3.900 Standorte.

Damit liegt die durchschnittliche Kundenanzahl je Filiale laut EZB in der Alpenrepublik bei rund 2.100 Einwohnern. Das ist deutlich weniger als in Deutschland, wo in einer Filiale im Schnitt 2.400 Kunden betreut werden. Ganz zu schweigen von Holland, wo 9.600 Einwohner auf eine Filiale entfallen.

Wer bei seinen Geldgeschäften auf den Gang in eine der rund 3.900 Filialen Wert legt, ist gut beraten, die Leistungen einzelner Institute zu vergleichen. Einen Überblick über aktuelle Konditionen und Serviceleistungen bei Girokonten und Kreditkarten liefern zwei aktuelle Studien der Gesellschaft für Verbraucherstudien (ÖGVS). Im Zuge der "Studie Girokonto Filialbanken" sowie der "Studie Kreditkarten Filialbanken" hat ÖGVS jeweils fünf überregional sowie 13 regional tätige Institute auf den Prüfstand gestellt. Projektleiterin Christina Berger: "Mit BKS Bank, Steiermärkische Sparkasse, Sparkasse Oberösterreich sowie Hypo NÖ wurden vier Banken nicht in die Tests aufgenommen, da die gelieferten Informationen für eine Bewertung nicht ausreichten."

GIROKONTEN. Die von Direktor Günter Umfahrer geleitete Sparda Bank gewinnt den ÖGVS-Test zu Girokonten.

GIROKONTEN. Die von Direktor Günter Umfahrer geleitete Sparda Bank gewinnt den ÖGVS-Test zu Girokonten.

Stichwort Bewertung: In Bezug auf Girokonten sind Konditionen wie Kosten des Kontos und für Überweisungen oder Gebühren für eine Bankomatkarte mit einem Anteil von 70 Prozent im ÖGVS-Urteil mit Abstand am höchsten gewichtet. Transparenz von Kosten und Bedingungen gehen zu 15 Prozent in den Test ein. Mit 15 Prozent sind auch Komfort und Sicherheit berücksichtigt.

Bei Kreditkarten spielen Gebühren und Kosten mit einer Gewichtung von 80 Prozent im Testergebnis ebenfalls die Hauptrolle. Aspekte zu Transparenz und Service sind bei der Analyse zum Plastikgeld mit 20 Prozent gewichtet.

Bei den Girokonten ist die Sparda Bank, die im vergangenen August mit der Volksbank Wien fusioniert wurde, in der überregionalen Gesamtwertung der Testsieger. Bank Austria und Erste Bank folgen auf den Plätzen zwei und drei. Projektleiterin Berger: "Die Sparda Bank kann mit den besten Konditionen punkten. Bank Austria offeriert ebenso gute Konditionen und überzeugt bei der Transparenz. Die Erste Bank erzielt gute Werte in allen Testkategorien."

Bei Kreditkarten gewinnt die Oberbank die überregionale Gesamtwertung vor Bank Austria und Sparda Bank. Bei den Konditionen erfüllen Oberbank sowie Bank Austria die ÖGVS-Kriterien zu 94 Prozent und gehen damit ex aequo als Kategoriesieger durchs Ziel.

KREDITKARTEN. Oberbank- Boss Franz Gasselsberger gewinnt den Kreditkarten-Test und teilt sich mit Bank- Austria-Vorstandschef Robert Zadrazil Platz eins bei den Konditionen.

KREDITKARTEN. Oberbank- Boss Franz Gasselsberger gewinnt den Kreditkarten-Test und teilt sich mit Bank- Austria-Vorstandschef Robert Zadrazil Platz eins bei den Konditionen.

Berger: "Im Rahmen der Girokonten-Studie wurden bei den einzelnen Instituten jene Konten berücksichtigt, die auf Basis der gesetzten Kriterien die besten Ergebnisse erzielten. So offeriert etwa die Oberbank ein Konto mit monatlichen Kontoführungsgebühren von 3,25 Euro. Bei der Sparda Bank sind monatlich elf Euro zu bezahlen. Es ist aber zu beachten, dass beim Sparda-Konto bereits Kosten für eine Kredit-sowie Bankomatkarte sowie für Überweisungen an Selbstbedienungsautomaten und beleggebundene Überweisungen enthalten sind."

Auf Zusatzkosten achten

Die Höhe der voraussichtlichen Gesamtkosten lässt sich nur unter Berücksichtigung von Zusatzkosten zu Kontoführungsgebühren ermitteln. Beleggebundene Überweisungen am Schalter sind etwa bei der Sparda Bank und der Bank Austria kostenlos. Bei den anderen getesteten Instituten reicht die Bandbreite der Kosten je Transaktion von 0,95 Euro bei der Erste Bank bis zu 2,9 Euro bei der Bawag P.S.K.

So gut wie nichts zu holen gibt es generell bei den Habenzinsen. Die Bank Austria zahlt gar keine Zinsen. Auch die Bawag ist mit 0,06 Prozent extrem knausrig. Bei den Kosten für Kontoüberziehung kommen Kunden der Bank Austria mit Überziehungszinsen von sieben Prozent am günstigsten weg. Erste Bank und Oberbank stellen hingegen 12,75 Prozent in Rechnung. Im Rahmen der "Studie Kreditkarten Filialbanken" zeigte sich, dass bei allen untersuchten Filialbanken bereits die erste Kreditkarte mit Kosten verbunden war. Am wenigsten verrechnen Bank Austria und Oberbank mit jeweils 19,20 Euro im Jahr. Die Bawag verlangt als teuerster Anbieter 24 Euro jährlich. Bis auf Bawag P.S.K. und Erste Bank bieten sämtliche Finanzinstitute auch eine Zusatzkarte als Ergänzung zur Standard-Kreditkarte an. Diese ist jedoch in allen Fällen kostenpflichtig.

Unter den Angeboten, die regional tätige Institute bei Girokonten schnüren, schneidet die Volksbank Wien in der Bundeshauptstadt am besten ab. In Graz ist die Bank Austria top, in Linz die Sparda Bank. Bei Kreditkarten sind Kunden bei regionalen Raiffeisenbanken am besten bedient. In Wien schnürt die RLB NÖ-Wien das beste Paket, in Graz ist es RLB Steiermark, in Linz die RLB Oberösterreich.


Studiennachweis

Die beiden ÖGVS-Studien sind für insgesamt 1.490 Euro Schutzgebühr zuzüglich USt. unter info <AT> qualitaetstest.at erhältlich.

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