Gewinnfreibetrag: Mit diesen Fonds senken Sie Ihre Steuer

Gewinnfreibetrag: Mit diesen Fonds senken Sie Ihre Steuer

Wer clever in Fonds, Wohnbauanleihen und speziellen Einzelanleihen investiert, kann bis zu 22.675 Euro Steuern sparen.

Selbstständige und Bilanzierer können seit 2017 Gewinne nicht nur durch Investments in Wohnbauanleihen senken, sondern auch in andere, teils lukrativere Wertpapiere. Trend.at sagt Ihnen mit welchen Fonds und Anleihen sie den Gewinnfreibetrag geltend machen können, wie sie abgeschnitten haben und wie sie gegen den aktuellen Kursverfall ankämpfen.

Beim Gewinnfreibetrag für Selbstständige, Landwirte und Gewerbetreibende gibt es seit 2017 eine wichtige Neuerung: Die Beschränkung der begünstigten Wertpapiere auf Wohnbauanleihen ist gefallen.

Doch die Suche nach Wertpapiere, den den Anforderungen des §14 des Einkommenssteuergesetzes entsprechen, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Denn bis auf wenige Ausnahmen haben etwa Fondsgesellschaften die diese §14-Fonds anbieten, nur selten als solche gekennzeichnet, noch sind sie in den wenigsten Fällen auf einen Blick auf deren Homepage übersichtlich zusammengefasst. trend.at sich deshalb auf die Suche gemacht hat und präsentiert Anlegern eine Auswahl dieser Spezialfonds. Lesen Sie welche Investmentschwerpunkte diese Produkte bieten und wie diese in den vergangenen Jahren bei der Rendite abgeschnitten haben.

Um überhaupt als § 14 Fonds in Frage zu kommen, müssen diese Produkte besonders konservative Anlagerichtlinien erfüllen. In diese Kategorie fallen Wohnbauanleihen, bestimmte Einzelanleihen und spezielle Anleihen-, Misch- und Immobilienfonds.

Die Neuregelung seit 2017 ist umso erfreulicher, da die Kurse von Wohnbauanleihen vielfach bereits zu hoch sind, um noch einzusteigen. Im Gegensatz dazu haben einige Fonds, die die Vorgaben für einen § 14-Fonds erfüllen, in den vergangenen Jahren zwar eine recht passable Performance abgeliefert, die ist jedoch in den vergangenen zwölf Monaten teilweise kräftig zusammengeschmolzen. Dennoch senken solche Fonds nicht nur mitunter stark die Bemessungsgrundlage für die Steuer von Selbstständigen und Gewerbetreibenden, langfristige Investments sollten auch wieder mit soliden Kurszuwächsen belohnt werden.

Besonders groß ist die Auswahl, die den § 14-Kriterien entsprechen, bei soliden Mischfonds

Der 5-Sterne-Klassiker KEPLER Vorsorge Mixfonds

Zu den Spitzenfonds in diesem Segment zählt seit Jahren der Kepler Vorsorge Mixfonds (ISIN: AT0000722640). Verschont ist auch dieser nicht vor den Kursverlusten der vergangenen Monate aber auch nicht geblieben, zählt aber weiterhin zu den besten globalen Mischfonds. Der Fonds fuhr im vergangenen Jahr ein Minus von 1,97 Prozent ein. Auf eine Zeit von fünf Jahren zurückblickend, betrug der Ertrag aber jährlich immer noch 5,6 Prozent. Wichtig bei Fonds ist auch immer auf die laufenden Kosten zu achten. Die jährlichen Spesen betragen 1,18 Prozent.

Im Kepler Vorsorge Mixfonds fließen mindestens 60 Prozent des global veranlagten Fondsvermögens in Anleihen, die in Euro-Währungen begeben werden oder gehedgt sind, der übrige Teil wird in Aktien großer Konzerne weltweit verlangt. Derzeit sind 20 Prozent in Staatsanleihen veranlagt, 15 Prozent in Unternehmensanleihen, 21 Prozent in Anleihen von Emerging Markets, 7 Prozent in inflationsgeschützten Bonds, 30 Prozent in Aktien von Industriestaaten.

KMU Starmix Ausgewogen: 40 Prozent in Aktienfonds investiert

Ganz gut gehalten hat sich heuer auch der KMU Starmix Ausgewogen (ISIN: AT0000A056H9) der Kepler KAG. Im letzten Jahr lag das Minus bei 1,3 Prozent, der des Vorsorge Mixfonds bei 1,97 Prozent. Im 5-Jahrescheck liegt der Wertzuwachs im Schnitt bei 4,3 Prozent. Der Anleihen- und Anleihenfonds-Anteil beträgt bis zu 60 Prozent und der Aktien- und Aktienfonds bis zu 40 Prozent. Aktuell setzt der 5-Sterne-Fonds zu rund 56 Prozent auf Renten und zu knapp 40 Prozent auf Aktien. Laufende Kosten: 1,12 Prozent.

Schoellerbank Global Pension Fonds: Euroland mit 60 Prozent gewichtet - Bank als bester Vermögensverwalter ausgezeichnet

Die Schoellerbank bietet in diesem Segment unter anderem den Global Pension Fonds (ISIN: AT0000820550) an. Der auf große, wachstumsstarke Titel spezialisierte Fonds hat sich mit -1,8 Prozent nicht schlecht gehalten. Betrachtet man den 3-Jahreszeitraum bleiben immerhin jährlich noch 5,1 Prozent Rendite. Rund 60 Prozent des Investments fließt in Subfonds aus Euroland. Amerika ist zu 18 Prozent gewichtet. Laufende Kosten: 1,54 Prozent. Die Einschätzungen über die Entwicklung an den Börsen dürfte von der Bank nicht schlecht sein, hat diese doch kürzlich wiederholt beim Elite Report, dem größten Bankentest im deutschsprachigem Raum, den ersten Platz erzielt. Weitere Schoellerbank §14-Fonds: Der Schoellerbank Kurzinvest und der Schoellerbank Vorsorgefonds.

Raiffeisen-§ 14-MixLight: USA stark untergewichtet, Frankreich stark übergewichtet

Der Mischfonds Raiffeisen-§14-MixLight (ISIN: AT0000726914) war in den vergangenen zwölf Monaten wie viele andere Mischfonds unter Wasser. Das Minus belief sich in diesem Fall auf 3,2 Prozent. Innerhalb der letzten fünf Jahre warf der Fonds eine jährliche Rendite von 2,6 Prozent ab. Derzeit ist der Fonds, der in Subfonds investiert, zu rund 60 Prozent in Anleihenfonds investiert, zu rund 20 Prozent in Aktienfonds.
Der Fonds ist in den USA stark untergewichtet und hält nur sechs Prozent der Anteile in Form von US-Papieren. Investments in Frankreich sind dagegen derzeit mit 20 Prozent relativ prominent vertreten. Gute Renditechancen erwartet sich das Management offenbar auch von Italien, an dessen Börse rund 14 Prozent veranlagt sind. Spanische Werte sind zu zehn Prozent vertreten. Die sechs größten Positionen im Depot sind mit eigenen Produkten von Raiffeisen bestückt. 19 Prozent sind momentan und wie auch im selben Zeitraum des Vorjahres alleine in ein Raiffeisen Treasury Produkt veranlagt. Die Kosten betragen bei diesem Raiffeisen-Fonds 1,26 Prozent pro Jahr.

KONZEPT : ERTRAG konservativ : 70 Prozent fließen in Anleihenfonds

Der KONZEPT : ERTRAG konservativ (ISIN: AT0000761655) ist ein defensiver Mischfonds. Der Anteil an Aktienfonds beträgt derzeit 20 Prozent und ist mit 30 Prozent begrenzt. Mit diesem Ansatz konnte der Fonds das Minus an den Märkten in den vergangenen zwölf Monaten mit Minus 2,2 Prozent begrenzen. Blickt man fünf Jahren zurück, steht per anno ein Plus von 1,7 Prozent davor. Laufende Kosten: 1,51 Prozent des veranlagten Geldes. Nahezu alle zehn Top-Positionen sind mit Amundi-Fonds bestückt.

Erste Responsible Balanced: Hoher US-Aktien-Anteil

Der Erste Portfolio Balanced (ISIN: AT0000A15VN2 ) musste ebenfalls Federn lassen und schmiert auch gegenüber anderen defensiv aufgestellten Mischfonds kräftig ab. Der Fonds verlor in den vergangenen zwölf Monaten 3,6 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren schafft es das Management mit 1,6 Prozent eine hauchdünne positive Bilanz. Investiert werden höchstens 30 Prozent in Aktien- und Aktienfonds. Aktien aus den USA machen mit 50 Prozent den größten Teil des Aktiendepots aus, gefolgt von Westeuropa (30 Prozent) und Japan (8 Prozent). Höhe der laufenden Kosten: 1,57 Prozent.

C-QUADRAT ARTS Total Return Vorsorge §14 EStG: In negativen Börsenphasen kann der Aktienanteil auf Null reduziert werden

Der Mischfonds C-QUADRAT ARTS Total Return Vorsorge §14 EStG orientiert sich an keiner Benchmark. Die Auswahl der Subfonds und anderer Wertpapiere erfolgt ausschließlich aufgrund eines computergesteuerten Trendfolgefonds, das die trendstärksten Fonds herauspickt. Dabei wird zumindest 70 Prozent in Euro denominierte Wertpapiere investiert. Die Aktienquote beträgt maximal 70 Prozent. In negativen Börsenphasen kann die Aktienquote sogar auf Null Prozent reduziert werden. Am stärksten sind derzeit Anleihenpapiere mit 40 Prozent gewichtet, der Aktienanteil beträgt 25 Prozent. Rund 35 Prozent werden in Cash und Geldmarktfonds gehalten. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,65 Prozent, hinzu kommt bei neuen Höchstständen eine 20 prozentige Performance Fee.

Mit Immobilienfonds Steuern senken

Noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres haben äußerst konservative Immofonds im Vergleich zu Mischfonds mit meist niedrigem Aktienanteil schlechter abgeschnitten. Seither haben die noch konservativeren Mischfonds aber aufgeholt.

Erste Immobilienfonds: Niedrige Spesen, gute Performance

Der Erste Immobilienfonds (ISIN: AT0000A08SH5) zählt mit einer Rendite von 2,4 Prozent zu den besten in seinem Segment. In drei Jahren warf der Fonds einen Ertrag von 1,80 Prozent ab. Das mag zum Teil auch daran liegen, dass der Fonds mit 0,93 Prozent jährliche Spesen recht günstigsten ist.

SemperReal Estate: Mit Einzel-Immobilien zu über zwei Prozent Rendite im Vorjahr

Gut hält sich auch der SemperReal Estate (ISIN: AT0000615158). Die Performance betrug im vergangenen Jahr 2,1 Prozent, in drei Jahren wares es per anno 2,2 Prozent. Der Fonds ist in einzelne Immobilien wie Wien, Seyring, Braunau oder Leipzig investiert. Laufende Kosten: 1,29 Prozent.

Real Invest Austria: 2,5 Prozent Plus

Der Real Invest Austria der Bank Austria (ISIN: AT0000634357) erzielte innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen Zuwachs von 2,5 Prozent und konnte damit den Ertrag gegenüber dem Jahr davor ebenfalls steigern. In drei Jahren lag das Plus bei 2,4 Prozent pro Jahr. Der Fonds ist in Immobilien am Wiener Hauptbahnhof (stärkste Gewichtung), am Schottenring, der Wiener Muthgasse oder in der Simmeringer Hauptstraße veranlagt.

Steuerlich absetzbare Anleihenfonds

Amundi Euro Bond: Schwerpunkt Euroland-Staatsanleihen

Anleger in denAmundi Euro Bond (ISIN: AT0000859004) der Bank Austria, mussten in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus von 2,5 Prozent hinnehmen. Noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Fonds in ähnlicher Höhe im Plus. Betrachtet man die letzten fünf Jahre ergibt das ein jährliches Plus von 1,7 Prozent. Der Anleihenfonds ist mindestens zu 51 Prozent in Euroland-Staatsanleihen investiert. Daneben wird, ohne geographische Einschränkungen, in Staatsanleihen, Anleihen staatsnaher sowie supranationaler Emittenten, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen investiert. Jährliche Fondsspesen: 0,68 Prozent.

Kepler Vorsorge Rentenfonds: Mit mündelsicherer Veranlagung im Plus
Der 4-Sterne-Rentenfonds Kepler Vorsorge Rentenfonds (ISIN: AT0000722566) veranlagt in gesetzlich mündelsichere österreichische Anleihen wie Staats-, Bankanleihen oder Pfandbriefe. Diese Strategie brachte den Fonds im letzten Jahre zumindest positiv über die Ziellinie. In drei Jahren schaffte der Fonds im Schnitt 0,35 Prozent, in fünf Jahren 1,5 Prozent. Spesen: 0,60 Prozent p.a.

Raiffeisen-§ 14-Rent: Italien und Spanien als Top-Anleihenwetten

Der Raiffeisen-§ 14-Rent (ISIN: AT0000805429) ist seit Ende November des Vorjahres leicht im Minus. In fünf Jahren schaffte der Fonds auf Jahresbasis einen Wertzuwachs von 1,4 Prozent. Staatsanleihen sind mit 47 Prozent ähnlich stark vertreten wie im Vorjahr. Das Management setzt wie im Vorjahr stark auf Spanien (17 Prozent) und Italien (20 Prozent). 15 Prozent liegen nunmehr auf Bankguthaben. Spesen: 0,50 Prozent pro Jahr.

Zwei Amundi-Rentenfonds seit Jahresbeginn im Minus

Bei Amundi stehen die Anleihenfonds Mündel Rent (ISIN: AT0000856505 ) und Mündel Rent Kurz (ISIN: AT0000859723) zur Auswahl. Beide Fonds sind seit Jahresbeginn unter Wasser.

Anleihen, die § 14-Regeln entsprechen

Auch einzelne Anleihen können den konservativen Anlagekriterien von & 14 Fonds entsprechen. Dazu zählt die ifa AG Unternehmensanleihe (ISIN AT0000A23GC0). Die Anleihe, die Ende 2022 getilgt wird, wird jährlich mit vier Prozent verzinst. Die Zinszahlung erfolgt halbjährlich im Nachhinein. Siehe auch trend.at-Artikel "Soravia-Gruppe begibt Anleihen für Privatanleger."

Weitere § 14 Fonds:

Amundi Euro Special Bond, Amundi GF Euro Core Rent, Amundi GF Euro Rent, Amundi GF Vorsorge Aktiv, Amundi Trend Bond, KONZEPT : ERTRAG ausgewogen, Amundi Öko Sozial Rent, Amundi Post Klassik und der Amundi Post Klassik Plus

Allerdings sind nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen risikobehaftet. Wenn die europäische Notenbank beginnt die Zinsen zu erhöhen und ältere Anleihen mit niedriger Verzinsung dadurch unattraktiver werden, sind Kursverluste vorprogrammiert. Doch es gibt Profis auf dem Gebiet der Anleihen die mit geschickt mit Laufzeiten und anderen Tools jonglieren können.

Wie bisher kann der Gewinnfreibetrag auch in Form von Wohnbauanleihen geltend gemacht werden.

Die Höhe des Gewinnfreibetrags hängt vom Gewinn des Unternehmens ab.
Gewinnfreibetrag bis zu 580.000 Euro gestaffelt
Der Gewinnfreibetrag ist wie folgt gestaffelt:
• 13,0 % für die ersten 175.000 Euro Gewinn
• 7,0 % für die nächsten 175.000 Euro Gewinn
• 4,5 % für die nächsten 230.000 Euro Gewinn

Somit ergibt sich ein maximaler Gewinnfreibetrag in Höhe von 45.350 Euro und in der Regel eine maximale Steuerersparnis von 22.675.


Beispiele für die Berechnung des Gewinnfreibetrags


Firmengewinn: 65.000 Euro, Gewinnfreibetrag: 8.450 Euro

Der Gewinn beträgt 65.000 Euro. Der Gewinnfreibetrag setzt sich aus dem Grundfreibetrag (13 % von 30.000 Euro) und dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag (13 % von 35.000 Euro) zusammen. Der Grundfreibetrag von 3.900 Euro steht automatisch zu – für diesen Betrag ist keine Investition notwendig. Eine Investition von 4.550 Euro kann getätigt werden. In Summe beträgt der Gewinnfreibetrag in diesem Beispiel 8.450 Euro.


Firmengewinn: 120.000 Euro, Gewinnfreibetrag: 15.500 Euro

Der Gewinn beträgt 120.000 Euro. Auch hier steht der Grundfreibetrag von 3.900 Euro ohne Investitionserfordernis zu. Der investitionsbedingte Freibetrag beträgt 11.700 Euro (13 % von 90.000 Euro). In Summe beträgt der Gewinnfreibetrag in diesem Beispiel 15.600 Euro (= 13% von 120.000 Euro).

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