Das große Geschäft mit Überalterung und Fettleibigkeit

Neueste Schätzungen über das Ausmaß der Überalterung und der zunehmend ungesünderen Ernährung von Menschen in Asien und Lateinamerika zeigen die gravierenden Veränderungen, die auf die Menschheit noch zukommen. Pharma-Firmen rüsten sich bereits. Auch Anleger können partizipieren.

Das große Geschäft mit Überalterung und Fettleibigkeit

Menschen mit großem Körperumfang sind anfälliger für Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten.

Die Welt Ende des 21. Jahrhunderts wird demographisch nicht mehr wiederzuerkennen sein. In China werden 1,7 Millionen Einwohner über 100 Jahre alt sein. Europa ist zu diesem Zeitpunkt, nach Schätzungen der Vereinten Nationen, ebenfalls längst vergreist. Und viele werden wesentlich mehr Kilos mit sich herumtragen als ihrer Gesundheit zuträglich ist.

Die Vergreisung wird damit sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern steigen. Noch ist nur Japan von der Vergreisung betroffen. Sprich über 30 Prozent der Bevölkerung sind über 60 Jahre. Aber schon im Jahr 2050 wird die Welt voll von über 60 jährigen sein. So werden laut Schätzungen der WTO dann auch in Europa, den USA und China über 30 Prozent der Bevölkerung zu den älteren Herrschaften zählen.
Die Gesundheitsbranche wittert das große Geschäft. „Überalterung ist für die Gesundheitsbranche in den nächsten Jahrzehnten der große Treiber“, analysiert Ingo Grabowsky, Leiter Healthcare-Fonds von Bellevue Asset Management und Berater für die beiden Gesundheitsfonds Lacuna – BB Adamant Asia Pacific Health (ISIN: LU0637847533) und Lacuna – BB Adamant Global Healthcare (ISIN: LU0385207252). Für Anleger kein schlechter Zeitpunkt um einzusteigen, zumal viele Anleger im Vorjahr Biotech- und Pharmaaktien gemieden haben und viele Unternehmen zuletzt gute Zahlen vorgelegt haben.

70 Prozent der Amerikaner sind fettleibig, viele von ihnen haben Diabetes

Denn die Menschen werden nicht nur älter, sondern auch kränker. Das liegt auch daran, dass sie sich immer mehr Menschen weltweit ungesünder als je zuvor ernähren. „Die Essgewohnheiten der Chinesen beispielsweise ändern sich massiv“, diagnostiziert Lacuna-Gesundheitsexperte Grabowsky. Derzeit leben die meisten Menschen mit Fettleibigkeit in den USA. Im Ranking der Wohlbeleibten auf Platz zwei rangiert Großbritannien, dicht gefolgt von Australien. Die Asiaten mit dem größten Körperumfang wohnen in Malaysien. Fast 50 Prozent der Bevölkerung sind dort bereits adipös. In den USA sind es jedoch schon über 70 Prozent. Mit gravierenden Folgen. Die Zahl jener, die Zivilisationskrankheiten wie Diabetes haben, steigt vor allem in Asien seit Jahren. Im Jahr 2000 wurde in China bei 24 Millionen Menschen Diabetes diagnostiziert, 2030 dürften bereits 131 Millionen Chinesen von diesem Leiden betroffen sein.

Diabetes, eine der möglichen Folge von Fettleibigkeit, dürfte in den nächsten Jahren stark ansteigen. Besonders Amerikaner und Chinesen sind von dem Problem betroffen.

Bevölkerungswachstum in Asien explodiert

Während in den USA die Zahl der Fettleibigen stagniert, steigt sie in Asien dramatisch. Das Problem wird sich in den nächsten Jahrzehnten laut Prognosen potenzieren. Verglichen mit den USA leben zehnmal so viele Einwohner in China, Indien und Indonesien und jedes Jahr entspricht der Nettozuwachs der Menschen in diesen Länder der gesamten Bevölkerung Skandinaviens.

Ab 65 nehmen die chronischen Krankheiten deutlich zu

Doch wer mehr ist und noch dazu mehr Ungesundes, hat im Alter nicht nur mit Diabetes sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dieser oder anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Ab einem Alter von 65 Jahren nehmen chronische Krankheiten generell stark zu“, erklärt Grablowsky, Berater für die Lacuna-Gesundheitsfonds. Ab diesem Alter haben mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Arthritis, ebenso viele leiden unter Bluthochdruck. Knapp 25 Prozent erhalten ab diesem Alter die Diagnose Krebs, gefolgt von Herzkrankheiten und Diabetes. Die Zahl jener, die davon betroffen sind, ist aufgrund der geänderten Ernährung weltweit in fast allen Bereichen deutlich steigend. Denn vor allem in Asien werden die Menschen nicht nur älter, sie essen nicht nur mehr, sondern ernähren sich deutlich ungesünder als noch vor Jahren. Seit 1965 haben die Asiaten ihren Kalorienverbrauch in ständig gesteigert. Begnügte sich ein Asiate noch vor rund 50 Jahren mit 2.000 Kalorien am Tag, nehmen heute Asiaten im Schnitt 2.700 Kalorien zu sich, bis zum Jahr 2030 dürften es noch mehr sein. In Industrieländern liegt der Kalorienverbrauch seit 1990 im Schnitt konstant bei 3.500 Kalorien am Tag.

Vor allem Krankheiten wie Bluthochdruck, Krebs, Arthritiis, Herzkrankheiten und Hirnschlag sind im Vormarsch.

Mehr Raucher, mehr Krebstote

In China wird in den vergangenen Jahren nicht nur mehr gegessen, sondern auch mehr geraucht. Die Zahl der Menschen, die in China an Lungenkrebs gestorben sind, ist in den vergangenen zwölf Jahren merklich gestiegen. 60 Prozent von 100.000 die daran erkranken, überleben die Folgen nicht. Ein Plus von zehn Prozent in den vergangenen zwölf Jahren. In den USA wo ein starker Nicht-Raucherschutz besteht, ist der Anteil auf 40 Prozent gesunken.

Gesundheitsausgaben vor kräftigem Anstieg

Die Gesundheitsausgaben werden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WTO in den nächsten Jahren vor allem in den Schwellenländern explodieren. So liegen die Ausgaben für Gesundheit in China derzeit bei 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der globale Durchschnitt ist doppelt so hoch. Die WTO schätzt das China im Jahr 2025 rund 2.400 Milliarden Dollar für Gesundheit ausgeben wird – ein Vielfaches von heute.

Hoffnungsmarkt Asien

Besonders Asien zählt daher für Lacuna-Gesundheitsexperte Grabowksy zu den Investmentnische mit dem größten Kurspotential. Darauf hat sich unter anderem der Lacuna – BB Adamant Asia Pacific Health, der im Vorjahr drei Prozent Rendite erzielte, in den vergangenen drei Jahren 55 Prozent, spezialisiert.

Große Wachstumschancen sieht Grabowsky bei Robotern, die den Menschen im Alter oder nach Unfällen behilflich sind, bei medizinischen Techteilen, die miniaturisiert minimalinvasive Eingriffe ermöglichen - so ist ein Herzschrittmacher heute nicht mehr viel größer als eine Wallnuß - oder in Form von maßgeschneiderte Medikamente aus der Biotechnologie. Besonderes gute Wirkungen und bessere Ergebnisse als klassische Pharmapillen erzielten Biotechpillen bei Krebs, Multiple Sklerose, HIV und rheumatischer Arthritis.

Roboter helfen nach Schlaganfall wieder auf die Beine

Lacuna hält in seinem Asienfonds unter anderem Aktien von Unternehmen, die Roboter erzeugen, um das Leben von Patienten nach einem Schlaganfall zu erleichtern. Das japanische Unternehmen Cyberdyne etwa stellt Roboter her, die Menschen, die einen Gehirnschlag erlitten haben und in Folge dessen in ihrem Bewegungsapparat eingeschränkt sind, rasch wieder selbstständig gehen lernen. Ein hydraulisches Gerät, dass man sich anschnallt, gibt automatisch Befehle an die Muskel die Füße optimal zu bewegen. „Auf diese Weise spart man sich teure Physiotherapien“, erläutert Grablowksy, der das Gerät in Japan selbst getestet hat. Ein einzelnes Gerät, das rund 10.000 Euro kostet, rechnet sich für das betreffende Gesundheitssystem in rund einem halben Jahr. Das Geschäft blüht. Seit 2013 haben sich die Umsatzerlöse auf rund 10,5 Millionen Euro fast verfünffacht. Der Umsatz ist seither um 100 Prozent gestiegen.

Generika profitiert von auslaufenden Pharma-Patenten

Bei vielen Spezialmedikamenten laufen in den kommenden Jahren Patente aus. Günstige Generika, sogenannte Biosimilars, werden voraussichtlich von dieser Entwicklung profitieren, erwartet Fondsanbieter Lacuna. Generika-Produzenten sitzen hauptsächlich in Nordamerika und Asien. Wichtige Player wie Calltrion oder Samsung Biologics sind beispielsweise in Südkorea angesiedelt. Generika-Hersteller sind bereits heute einer der Haupttreiber des weltweiten Biotech-Umsatzes. Lacuna geht davon aus, dass der Umsatz von Biosimilar-Produzenten bis 2018 auf 20 Milliarden Dollar wachsen wird. Das wäre die Hälfte des in diesem Zeitraum erwarteten Umsatzwachstums auf dem Pharma-Markt.

Milliarden-Umsätze mit Biotech

Zu den größten Positionen im Asien-Gesundheitsfonds von Lacuna zählen derzeit zwei Generika-Hersteller, der südkoreanische Samsung Biologics. Das Unternehmen ist der weltweit größte Auftragsfertiger für Biopharmazeutika, also Mittel, die mit Hilfe von Biotech erzeugt werden. Das Unternehmen hat langjährige Verträge mit großen Pharmakonzernen und verfügt selbst über eine breite Palette von Nachahmerprodukten in diesem Bereich. Ziel für 2020: Eine Milliarde Dollar Umsatz, eine halbe Milliarde Gewinn.

Wer sein Gesundheitsportfolio lieber weltweit streut, bietet Lacuna den BB Adamant Global Healthcare (ISIN: LU0385207252) interessante Perspektiven. Der Fonds ist derzeit zu 27 Prozent in den USA in mittelgroßen Unternehmen investiert, Emerging Markets sind an zweiter Stelle im Portfolio-Ranking, Westeuropa ist mit 23 Prozent auf Platz drei. Der Fonds erzielte im vergangenen Jahr sogar ein höhere Rendite als der Asien-Gesundheitsfonds der Gesellschaft. Seit Jahresanfang konnten sich Anleger einen Renditezuwachs von mehr als sieben Prozent erfreuen. Seit Fondsstart 2008 steigerte der Fonds seinen Wert um mehr als 100 Prozent.

Der Kampf um die Verwertungsrechte von Genen

In diesem Fonds ist das kalifornische Unternehmen Incyte stark gewichtet. Es betreibt die größte Gendatenbanken der Welt. Sie arbeiten derzeit fieberhaft daran sämtliche Gene zu entschlüsseln. Das Ziel des Unternehmens: So schnell wie möglich zu den Daten zu gelangen und an den meistbietend verkaufen. Die Verwertung der Gene ist laut Experten längst ein industrieller Prozess geworden, wo es um das große Geld geht. Einziger Konkurrent ist Venter. Wer den Kampf um die Gene gewinnt, ist Monopolist und hat die Alleinrechte auf die Gene. So können mit Hilfe bestimmter Gene Medikamente gegen Fettsucht entwickelt werden und maßgeschneiderte Wunderpillen gegen alle möglichen Krankheiten hergestellt werden. Schon heute macht Incyte mit einem Medikament gegen eine seltene Form des Blutkrebses alleine einen Umsatz von 600 Millionen Dollar.

Sechs Milliarden Dollar Umsatz mit Krebsmedikamente

Celgene ist ein amerikanischer Pharmahersteller, der sich auf die Herstellung von Arzneimitteln gegen Krebserkrankungen und Krankheiten des Immunsystems spezialisiert hat. Das Unternehmen zählt im Bereich Onkologie zu jenen, mit den bestverkauften Medikamenten und sorgt in dieser Sparte für einen Umsatz von sechs Milliarden Dollar und hat die Möglichkeit dieses Anwendungsgebiet zu erweitern. Das Wachstum ist rasant. Seit 2006 steig der Umsatz von unter 900 Millionen Dollar auf über elf Milliarden. Die Quartalszahlen lagen zuletzt mehrfach über den Erwartungen. Ein neues Brustkrebsmedikament steht kurz vor der Zulassung, womit ein neuer Blockbuster bereits in der Pipeline sein dürfte.


Aktien großer Pharma-Konzerne, die in klassischen Pharma-Fonds vielfach enthalten sind, wie Pfizer, Merk, Roche oder Novartis findet man in den Lacunafonds nur zu einem geringen Anteil, derzeit sind im weltweit veranlagten Fonds gerade einmal rund fünf Prozent. Drei Viertel des Vermögens sind in Mid Caps, Aktien mittelgroßer Unternehmen, investiert. „Diese sind im Schnitt deutlich günstiger und bieten großes Kurspotential.“ Am billigsten sind derzeit Aktien von Generika-Unternehmen. Sie werden mit einem Kurs-Gewinn/Verhältnis von sieben gehandelt. Klassische Pharmawerte dagegen mit 16, Medtech-Hersteller mit 18. Lacuna investiert zu einem Viertel in Biotech-Werte, einem Viertel in Generika, ein Viertel Gesundheitsservice und rund 30 Prozent in Medtech-Unternehmen.

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