Diese vier Geldtipps sollten Frauen beachten

Das wichtigste Form der Emanzipation ist die finanzielle Unabhängigkeit. Wie jede Frau, auch trotz Babypause und geringerem Einkommen, finanziell vorsorgen kann.

Diese vier Geldtipps sollten Frauen beachten

Viele Frauen beschäftigen sich nicht mit der finanziellen Vorsorge und erleben oft im späteren Leben so eine böse Überraschung.

Frauen nehmen ihre finanzielle Zukunft oft auf die leichte Schulter. Hauptsache im Hier und Jetzt kommt man gut über die Runden und die mittelfristigen Aussichten sind in Ordnung. Viele von ihnen fühlen sich auch nicht in der Lage von ihrem Gehalt etwas zu sparen und denken deshalb erst gar nicht darüber nach, wie sie Geld gewinnbringend anlegen können und sich so finanziell langfristig abzusichern. So manche hofft still und heimlich, etwa in der Pension, auf die finanzielle Unterstützung ihres Mannes und begibt sich so nicht nur in eine unnötige Abhängigkeit, sondern erliegt mitunter einer Hoffnung, die sich vielleicht nicht erfüllt.

Viele können nach Trennungen und Schicksalsschlägen ihren Lebensstandard nicht mehr halten
Das erleben Finanzexperten immer wieder. "Wer frei nach dem Prinzip „Mein Mann wird schon für mich sorgen“ in den Tag hineinlebt, erlebt mit ziemlicher Sicherheit im Laufe des Lebens böse Überraschungen", weiß erzählt Ebhart-Pfeiffer, Finanzberaterin bei FiNUM.Private Finance und Vorstand der Financial Planners. Doch was tun, wenn die Liebe scheitert? Überraschende Trennungen oder gar Schicksalsschläge eintreten? „In solchen Fällen geraten viele Frauen in finanzielle Schwierigkeiten, weil sie sich nie eingehend mit dem Thema Geld beschäftigt haben. Sie können dann ihren gewohnten Lebensstandard alleine – schon aufgrund des oftmals geringen Einkommens – nicht halten“, erzählt Ebhart-Pfeiffer, Finanzberaterin bei FiNUM.Private Finance und Vorstand der Financial Planners aus ihrer täglichen Beratungspraxis. Um sich vor solchen Ereignissen zumindest finanziell zu schützen und auch sonst selbstbewusst und unabhängig, und im eigenen Interesse handeln zu können, ist finanzielle Unabhängigkeit der einzige Weg. Dazu ist ein finanzieller Polster unabdingbar.

Der Österreichische Verband Financial Planners appelliert daher an Frauen, sich stärker mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen und haben vier Regeln herausgearbeitet, die Frauen unterstützen sollen, finanziell besser auf eigenen Beinen zu stehen.

1. Unabhängigkeit: Weg mit der rosaroten Brille – alle Einnahmen und Ausgaben auf den Tisch - Sparrate definieren
Denn während die langfristige Finanz- und Anlageplanung häufig Männersache bleibt, verwalten Frauen eher alltägliche Ausgaben. So trivial es auch klingt: Sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, ist das erste und oberste Gebot. „Zuallererst sollte die finanzielle Ist-Situation erhoben werden. Es gilt alle Einnahmen und Ausgaben zu definieren und im nächsten Schritt zu entscheiden, welchen monatlichen fixen Sparbetrag man zur Seite legt.“, rät die Finanzexpertin.

2. Selbstbewusstsein: Im Job verlangen, was einem zusteht
Eine zusätzliche Möglichkeit zum Sparen ist natürlich mehr Geld zu verdienen. Wir befinden uns im Jahr 2020 und trotzdem klafft die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen noch immer weit auseinander. Ein Indikator dafür ist der Equal Pay Day, der in Österreich heuer auf den 25. Februar fiel. Umgerechnet sind das also 56 Arbeitstage, an denen Frauen kostenlos arbeiten. Auf dieses strukturelle Problem hat eine Einzelperson leider kaum Einfluss, allerdings können Frauen aktiv etwas tun, um ihre Chancen auf höheres Einkommen zu steigern. „Viele Frauen bringen nicht den Mut auf, nach Gehaltserhöhungen zu fragen, sondern warten, bis der Vorgesetzte zu ihnen kommt. Anlässe wie größere Verantwortung oder gelungene Projekte sollten genutzt werden, um zu verhandeln. Wer öfter fragt, erhöht auch seine Chancen. Männer agieren da eher nach dem Motto ,Frechheit siegt’ und pokern hoch“, erläutert Ebhart-Pfeiffer. Zudem würden Frauen dazu neigen, einem sicheren Arbeitsplatz zuliebe, öfter auf einen finanziell lukrativen Jobwechsel zu verzichten als Männer.

3. Mut: Etwas riskieren, um der Geldentwertung zu entkommen
Das Bewusstsein für das eigene Vermögen und damit auch die Nachfrage für Finanzberatung steigen jedoch. „Das ist teilweise auf die Nullzinspolitik zurückzuführen, die viele Frauen veranlasst, in Veranlagungen abseits des Sparbuches zu investieren. Ebhart-Pfeiffer: „Was früher nur Akademikerinnen beschäftigt hat, ist nun auch in der Mittelschicht angekommen.“ Zudem bilden sich immer mehr Organisationen, die das Thema vorantreiben.

So versucht etwa das OnlinefinanzportalDamensache als unabhängige Plattform Wissenslücken durch Aufklärung zu schließen und Finanzberatungen speziell für Frauen anzubieten. Die Sozialberatungsstelle der Caritas Wien diente 2019 für rund 3.800 Frauen als Anlaufstelle in Notsituationen. „Es kommt oft vor, dass Frauen, zwar über ihren Schatten springen und zur Beratung kommen, dann aber keine Entscheidungen treffen“, beobachtet die Expertin vom Verbandes Financial Planners. Sie beobachten, dass Frauen bei Anlageentscheidungen deutlich konservativer agieren würden als männliche Investoren, was auch Studien. „Ein risiko-affines Anlageverhalten ist per se nicht schlecht, führt in extremer Ausprägung aber dazu, dass nur sehr niedrige Erträge erwirtschaftet werden, was einer inflationsbedingten Geldvernichtung gleichkommt“, warnt die Expertin.

4. Solidarität: Während der Babypause Sparpläne nicht stoppen, Männer sollen diese Zahlungen übernehmen und Pensionssplitting machen
Kinderbetreuung ist immer noch hauptsächlich Frauensache. Das bezahlen Frauen mit Blick auf die eigene Pension aber recht teuer. Sobald die Kinder etwas größer sind, steigen viele Frauen zwar wieder ins Berufsleben ein, sind aber meist nur teilzeitbeschäftigt. Das reißt aber ein Riesenloch in die Pension. Die Höhe des Einkommens als Bemessungsgrundlage für die Pension wird nämlich über alle Berufsjahre hinweg gerechnet, nicht mehr nur über die „Bestverdiener-Zeit“. Ein weiteres Problem: Oft werden schon mit Beginn der Schwangerschaft alle laufenden Sparpläne in die Altersvorsorge gestoppt. „Ein großer Fehler“, so Ebhart-Pfeiffer, die in diesem Zusammenhang auch mehr Solidarität von den Männern einfordert: „Hier muss man auch die Väter in die Verantwortung nehmen. Sie sollten innerhalb der Familie einen Ausgleich schaffen und die Altersvorsorge-Sparpläne ihrer Frauen übernehmen.“

Für mehr finanzielle Gerechtigkeit sorgt auch die Möglichkeit des Pensionssplitting, das jedoch zu beantragen ist. Wenn der Mann erwerbstätig ist und der Frau die Betreuung der Kinder übernimmt, gibt es derzeit dieses freiwillige Splitting für die ersten vier Lebensjahre des Kindes. Die Frau erhält dadurch eine Gutschrift von ihrem Partner, die später ihre eigene Pension erhöht. Der Antrag muss bis zum vollendeten siebenten Lebensjahr des Kindes gestellt werden. „Das Pensionssplitting ist im neuen Regierungsprogramm als verpflichtend vorgesehen. Das wäre ein großer Fortschritt für alle Frauen und würde die Pensionslücke zumindest teilweise entschärfen“, so Ebhart-Pfeiffer.

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