Geldanlage: 5 Tipps wie Sie das Risiko reduzieren

Geldanlage: 5 Tipps wie Sie das Risiko reduzieren

Was bringt das Jahr 2019? Volkswirte, Manager und Experten aus der Finanzwirtschaft sind sich uneinig wie kaum zuvor. Für Anleger ist es schwer, treffsicher Veranlagungen vorzunehmen. Der Verband der Financial Planners gibt 5 Tipps um das Risiko zu reduzieren.

Schuster bleib' bei Deinem Leisten - so könnte man die 5 Tipps zum Jahr 2019 subsumieren, die der Österreichische Verband der Financial Planners (ÖVFP) nun ausgegeben hat. Der Tipp schlechthin: Anleger sind gut beraten, einige wichtige Grundregeln der Vermögensanlage zu beachten. In Zeiten unzähliger Prognosen zum Jahreswechsel sei dies auf jeden Fall zu beherzigen, um das Geld sicher durch die kommenden zwölf Monate zu bringen.

Wohin die Börsen im kommenden Jahr 2019 tendieren, ob die Bullen oder die Bären im kommenden Jahr die Oberhand behalten werden, lässt sich derzeit nicht bestimmen.

Otto Lucius, Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Österreichischen Verbandes Financial Planners, hat fünf Tipps parat, die Anleger im Jahr 2019 schon jetzt beherzigen sollten:

1. Nur kalkulierbare Risiken eingehen


Risikoavers oder risikofreudig - was so der Anleger sein? Österreichs Privatanleger gelten zur ersteren Spezie, als den Risikoscheuen. Angesichts der bereits schon Jahre andauernden Niedrigzinsphase ist für den Risikoscheuen wenig zu holen, auch im kommenden Jahr. Und selbst die Anlage in Immobilien ist kein Allheilmittel. Ergo: Der Risikoappetit in risikoreichere Veranlagungen könnte sich allmählich entwickeln, um etwas Aktien zu kaufen.

ÖVFP-Vorstand Lucius steht diese Entwicklung grundsätzlich positiv, warnt jedoch auch davor, das Pendel zu stark in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen zu lassen. „Wer seine finanziellen Lebensziele erreichen möchte, muss heute zwangsläufig etwas Risiko in Kauf nehmen. Dieses muss jedoch gut kalkuliert sein“, sagt Lucius.

Fazit: Die Risiko-Chancen-Analyse soll dabei ins Auge gefasst werden. Und freilich nicht alles auf eine Karte setzen. Eine Streuung über unterschiedliche Anlageklassen, Investment-Regionen und -Branchen ist unerlässlich.

2. Langfristig planen, aber flexibel bleiben


Aus aktuellem Anlass: politische und ökonomische Unsicherheiten beeinflussen die Marktbewegungen. So ist 2019 im Frühjahr mit dem Brexit der erste Höhepunkt zu erwarten, der Zollkrieg zwischen den USA und China, der Boykott vom Iran sowie die Russland-Sanktionen sind bedeutende Einflußfaktoren. Was das für die Jahresprognose bedeutet, darüber sind sich die Finanzexperten noch uneins. Eines scheint aber gewiss: Den Märkten steht ein volatiles Jahr bevor, ein Jahr mit Schwankungen, die bereits im Herbst 2018 bis heute sich bemerkbar gemacht haben.

Für den Anleger bedeutet dies, dass er Investitionsentscheidungen mit einem langfristigen Horizont planen muss. Eine realistisch kalkulierte und kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserve soll daher bereit gehalten werden.

Von Direktiven à la „drei Netto-Monatsgehälter sind als Liquiditätsreserve ausreichend“ hält Lucius wenig. „Eine Liquiditätsreserve ist etwas höchst Individuelles und nicht zuletzt vom jeweiligen Lebensstandard und der familiären Situation abhängig.“ Langfristanleger, die ihre Reserve zu knapp kalkulieren oder gänzlich auf selbige verzichten, gehen jedenfalls ein finanzielles Risiko ein, da Vermögen im Rahmen einer langfristigen Planung oftmals auch langfristig gebunden wird. Ein Aus- beziehungsweise Umstieg ist zudem mit hohen Kosten verbunden.

3. Den Lebensabend im Auge behalten


Anleger betonen fast einstimmig, im Alter keine Abstriche machen zu wollen. Und den Lebensstandard auch in der Pension halten zu wollen.

Um im 3. Lebensabschnitt monatlich 1.000 Euro zusätzlich zur staatlichen Pension zur Verfügung zu haben, gilt es zuvor ein Vermögen von rund einer halben Million Euro aufzubauen.

Für jüngere Anleger bedeutet dies, sich schon rechtzeitig mit dem Thema Vermögensaufbau auseinander zu setzen, um vorzusorgen. Menschen ab 50 rät der ÖVFP-Vorstand Lucius das Risiko für das zu veranlagende Kapital "eher zurückzufahren".

4. Den Hausverstand nicht gänzlich ausblenden


Vorsicht bei allzu erfolgsversprechenden Angeboten, etwa mit zweistelligen Renditeversprechen, ist stets geboten. Und wenn "schnelles Geld" mit hohen Renditen versprochen wird, ist sowieso Alarm angesagt.

Auch wenn man glaubt Entscheidungen aufgrund von Zahlen, Daten und Fakten zu treffen, und dabei richtig liegt, hilft auch der Hausverstand noch weiter, um Angebote zusätzlich auf ihre Plausibilität abzuklopfen. "Manche Renditen sind beispielsweise einfach zu gut um wahr zu sein“, meint der Chef vom Verband Financial Planners Aber auch wenn die Angaben seriös und die angebotenen Produkte grundsätzlich tauglich sind, bedeute dies nicht automatisch grünes Licht.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt für die Investitionsentscheidung sind die Lebensumstände des Anlegers. „Ein pragmatisierter höherer Beamter 'verträgt' im Regelfall eine höhere Aktienquote, als ein Selbständiger, der ja mit seiner Firma ohnehin bereits einem gewissen unternehmerischen Risiko ausgesetzt ist“, so der Finanzexperte.

5. Kompetent investieren und in Kompetenz investieren


Bildung ist der beste Konsumentenschutz. Und beim Finanzwissen gilt das ohnehin. Ergo: Nicht blind auf die Kompetenz des Beraters einer Bank oder einen Finanzinstituts oder Anlageberater setzen. Sich selbst über den Vermögensaufbau kundig zu machen, das Know-how aufzubauen, schadet nicht. Wie die Erfahrungen vor dem Finanzcrash 2008 gezeigt haben, ist ein Zuviel an Vertrauen an Anlageberater nicht immer die bestes Beratung.

Sich selbst einen gewissen Grundstock an Finanzwissen und Veranlagungskompetenz anzueignen, kann dabei helfen, unangenehmen Überraschungen in Geld-Fragen aus dem Weg zu gehen. „Je komplexer sich persönliche Vermögensfragen darstellen, desto wichtiger ist es jedoch auch, in kompetente Beratung zu investieren und auf einen Experten zu vertrauen“, so der Vorstand des Verbandes.

Die Auswahl des Beraters sollte keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Neben Fachwissen, Objektivität und Integrität sind es dabei Zusatzausbildungen und Zertifizierungen, die einen kompetenten Berater auszeichnen.

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