Geld am Sparbuch: 2022 droht erheblicher Wertverlust

Die letzten Jahre waren für Sparbuchsparer schon hart. Aber 2022 könnte sich für Sparer zum bisher schlimmsten Jahr seit 30 Jahren entpuppen. Milliardenverluste für Sparer drohen alleine im kommenden Jahr.

Geld am Sparbuch: 2022 droht erheblicher Wertverlust

Bis 2011 war die Welt für Sparbuchsparer noch halbwegs in Ordnung. Betrachtet man die Entwicklung ab der Jahrtausendwende, gab es abzüglich der Inflation zumindest noch eine bescheidene Vermehrung des Guthabens am Konto. Das letzte glorreiche Jahr war für Sparer aber 2009. Damals lagen die realen Zinsen also - also Zinsen abzüglich der Inflation, bei 2,8 Prozent.

Seither wird Geld am Sparbuch aber jährlich vernichtet. Es gab nur zwei Ausnahmen, 2015 und 2016. Schon 2011 verlor das Ersparte am Konto nach Abzug aller Taxen erstmals seit mehr als 20 Jahren ein Prozent an Wert. Von 2017 bis 2020 ging es im selben Tempo abwärts. Niedrige Zinsen und geringe Inflation schmälerten das Ersparte im Schnitt pro Jahr wieder um rund ein Prozent.

2021: Minus 2,4 Prozent
Die Talfahrt wird jedoch schneller. 2021 haben Sparer 2,4 Prozent ihres Geldes eingebüßt, ohne auch nur eine Anschaffung zu machen. Schuld daran sind die Mikrozinsen und die gleichzeitig steigende Inflation.

2022: Minus 2,8 Prozent prognostiziert
2022 droht besonders bitter zu werden. Den Inflationsprognosen des Wirtschaftsforschungsinstitutes Wifo zufolge sollen die realen Zinsen im nächsten Jahr bei minus 2,8 Prozent liegen. Das Ersparte wird damit am Ende des Jahres um fast drei Prozent weniger wert sein. Es kann aber auch noch schlimmer kommen und Chancen auf Besserung sind nicht in Sicht.

Reale Verzinsung am Sparbuch seit 2004

Seit 2017 wird am Sparbuch Geld vernichtet. Das Tempo Richtung Süden erhöht sich.

Mehr Börse, weniger Sparbuch
„Die Österreicher sparen viel“, so Agenda Austria-Ökonom Hanno Lorenz, aber nicht am richtigen Fleck. Denn sie investieren ihr Geld nicht an der Börse. Gerade in Zeiten wie diesen eine Entscheidung, die das Ersparte in wenigen Jahren in jedem Fall um vieles weniger wert macht. An der Börse sind gerade auf lange Sicht betrachtet, die Chancen auf Gewinne hoch. "Die Kapitalmarktkultur in Österreich ist unterentwickelt, das muss sich ändern“, so Lorenz. Sonst bleibt am Ende am Sparbuch nicht viel übrig. „Auch Kleinsparer können vom Kapitalmarkt profitieren und am langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft teilhaben“, resümiert Lorenz. Um an der Börse zu investieren, ist auch eine entsprechende Finanzbildung ratsam.

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Fondssparplan als einer der Alternativen zum Sparbuch
Doch Finanzbildung ist ein fortwährender Prozess. Wer jetzt dennoch investieren möchte, tut das am einfachsten in Form von Fondssparen. Das ist eine gute Möglichkeit, breit gestreut am Kapitalmarkt zu investieren und so sein Geld zu vermehren. Mit einem Fondssparplan profitieren Anleger nicht nur von einer möglichen Wertsteigerung an der Börse, sondern auch vom Zinseszinseffekt. Ein weiterer Vorteil: Bei niedrigen oder fallenden Kursen können mehr Fondsanteile für dasselbe Geld gekauft werden, in Aufschwungphasen sind viele breit diversifizierte Fonds auf der Gewinnerseite. Anleger sind schon ab kleinen Sparsummen je nach Anbieter ab 20 oder 30 Euro im Monat dabei. Diese Beträge fließen in Fondsanteile wie in einen Weltaktienfonds. Spezielle Branchen- oder Länderfonds bergen dagegen ein erhöhtes Risiko.

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