Glaube und Geld: Die 10 Gebote für ethische Investments

Glaube und Geld: Die 10 Gebote für ethische Investments

In welchen Unternehmen, Aktien oder Staatsanleihen nach den neuen Richtlinien der Kirche nicht veranlagt werden darf.

Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut. Doch welche Gebote schreibt sich die Katholische Kirche bei ihren eigenen Investments vor, um ihre irdischen Güter nach Möglichkeit zu vermehren? Die Kriterien und Richtlinien für katholisch-moralische Investments.

  1. MENSCHENRECHTE UND ARBEIT. Keine Veranlagung in Anleihen von Staaten oder in Unternehmen, bei denen eine massive Einschränkung der Menschenrechte herrscht oder Korruption verbreitet ist. Der Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International darf einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Der Mindeststandard der ILO in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Arbeitszeit muss eingehalten werden.

  2. WELTERNÄHRUNG. Keine Spekulationsgewinne aus dem Handel im großen Stil mit Derivaten auf Lebensmittelrohstoffen. Kein Land-Grabbing-Aufkauf von Ackerland in armen Ländern zur Bodenspekulation. Einhaltung des Basler Übereinkommens für die Verbringung gefährlicher Abfälle.

  3. LEBENSSCHUTZ, SEXUALETHIK. Gänzlicher Ausschluss von Unternehmen, die Gewinnung von und Forschung an embryonalen Stammzellen ("verbrauchende Embryonenforschung") betreiben, Abtreibungsmittel herstellen oder Abtreibungskliniken betreiben. Keine Staatsanleihen von Ländern, in denen die Todesstrafe laut Amnesty International nicht abgeschafft ist oder die aktive Sterbehilfe legalisiert haben. Keine Aktien von Unternehmen, bei denen der Umsatzanteil von In-Vitro-Befruchtungen oder die Herstellung von Verhütungsmitteln größer als zehn Prozent ist. Pornografische Produkte und Dienstleistungen sind zur Gänze ausgeschlossen.

  4. SUCHT. Keine Veranlagung in Unternehmen, bei denen die Herstellung von Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent mehr als zehn Prozent vom Umsatz ausmacht. Ausschluss von Unternehmen, bei denen der Anteil von Glücksspiel mit Suchtpotenzial größer als zehn Prozent ist.

  5. KRIEG UND RÜSTUNG. Ausschluss der Veranlagung in Staatsanleihen von Ländern, deren Militärbudget höher als zwei Prozent des BIP ist. Keine Unternehmen, die vom Internationalen Strafgerichtshof geächtete Waffen (Landminen, ABC-Waffen) produzieren.

  6. INDIVIDUELLE GEWALT. Gänzlicher Ausschluss der Aktien von Unternehmen, die Videospiele mit wirklichkeitsnahen Tötungshandlungen oder Grausamkeiten herstellen. Beim Vertrieb von Gewaltvideos darf der Umsatzanteil nicht über zehn Prozent liegen.

  7. KLIMASCHUTZ. Keine Veranlagung in Staatsanleihen von Ländern, die die UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, die Klimakonvention und das Pariser Abkommen zur Treibhausgasreduktion nicht ratifiziert haben. Die Veranlagung in Unternehmen, die Fracking betreiben, ist zur Gänze ausgeschlossen.

  8. LANDWIRTSCHAFT. In Unternehmen, deren Umsatzanteil bei Herstellung und Handel mit von der WHO als "extremly hazardous" eingestuften Bioziden und der Herstellung gentechnisch veränderter Pflanzen über fünf Prozent liegt, darf nicht investiert werden. Die Verarbeitung von gentechnisch veränderten Futtermitteln darf nicht mehr als zehn Prozent vom Umsatz ausmachen.

  9. ÖKOLOGIE. Unternehmen, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes aus dem Betrieb von Kernkraftwerken oder Serviceleistungen für die Atomindustrie erzielen, sind von Investments ausgeschlossen. Ein gänzlicher Ausschluss gilt für Unternehmen, die allgemein anerkannte ökologische Mindeststandards bei Pipelines, Minen oder Staudämmen missachten.

  10. TIERE. Eine Veranlagung in Unternehmen, die Massentierhaltung bzw. -transporte oder Pelztierhaltung betreiben, ist ausgeschlossen. Ebenso in Unternehmen, die Produkte mit gesetzlich nicht geregelten Tierversuchen herstellen.

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