Gaming-Aktien: Astronomische Gewinne erspielen

Gaming-Aktien: Astronomische Gewinne erspielen

"MASS EFFECT: ANDROMEDA" ist eines der bestverkauften Spiele 2017. Die Aktie des Produzenten Electronic Arts explodierte in fünf Jahren um 700 Prozent.

An den Börsen zählten Gaming-Aktien im Jahr 2017 zu den absoluten Highflyern. Und die Kurse steigen weiter. Die Top-Ten-Gaming-Aktien.

Die Aktien der großen Hersteller von Videospielen sind absolute Top-Performer an den Börsen. Der französische Spieleentwickler Ubisoft; ISIN FR0000054470 (aktuelle Spiele: "Assassin 's Creed", "Far Cry") erreichte in einem Jahr ein Plus von knapp über 95 Prozent. Über fünf Jahre waren es sogar sagenhafte 800 Prozent.

Activision Blizzard: ISIN US00507V1098 der Produzent der Weltkriegsserie "Call of Duty", kam in einem Jahr auf knapp 75 und in fünf auf 500 Prozent. Die Aktie von Electronic Arts; ISIN US2855121099, wo das Weltraumdrama "Mass Effect: Andromeda" (Bild) erdacht wurde, schaffte in den letzten zwölf Monaten zwar nur 36 Prozent, dafür konnte man über fünf Jahre astronomische 700 Prozent einspielen.

Kann dieser Hype so weitergehen? Sollte die Börsenstimmung mitspielen, prinzipiell ja. Wenn vielleicht auch nicht mehr im bisherigen Ausmaß. Aber eine große Änderung im Verhalten der Spielefans zeichnet sich nicht ab. Und gespielt wird in allen Alterschichten. Es gibt zwar immer mehr sogenannte "Indie Games", also Spiele, die nicht mit dem großem finanziellen Aufwand der internationalen Produzenten hergestellt werden, aber sie erreichen selten die extrem realitätsnahe Bildschirmqualität.

Die großen Hersteller setzten jedenfalls 2016 insgesamt 110 Milliarden US-Dollar um, und das jährliche Wachstum am Gaming-Markt beträgt 22 Prozent. Außerdem ist die Industrie mittlerweile erwachsen geworden. Die Abhängigkeit von einzelnen Glückstreffern ist deutlich zurückgegangen. Die großen Publisher haben ihre Sortiments zusammengestrichen und konzentrieren sich auf Blockbuster-Spiele. "Grand Theft Auto" erscheint in der fünften Fortsetzung, "Resident Evil" in der siebenten, und das Fußballsimulationsspiel "FIFA" von Electronic Arts geht mittlerweile sogar in der 18. Neuauflage. Trotz der jeweiligen Weiterentwicklungen und aufwändigeren, noch realitätsnäheren Simulationen lassen sich dadurch Kosten sparen und die Margen steigern.

Die Top-Ten-Gaming-Aktien

12-Monats-Performance; Angaben zur Kursentwicklung per 21.12.2017
Unternehmen Spiele (Auswahl) 12-Monats-Performance ISIN (f. aktuelle Kurse bitte klicken)
Take Two Interactive Grand Theft Auto, Bioshock 118% US8740541094
Ubisoft For Honor, Assassin's Creed, Far Cry, Watch Dogs 95% FR0000054470
Tencent Warfare, Crossfire, League of Legends 90% KYG875721634
Activision Blizzard Call of Duty, Star Craft, Blur 75% US00507V1098
Square Enix Final Fantasy, Tomb Raider, Deus Ex 73% JP3164630000
Nintendo Super Mario, The Legend of Zelda 60% JP3756600007
Zynga Mafia Wars, Farmville 49% US98986T1088
Sony Vita Pets, Demon's Soul, Linger in Shadow 42% JP3435000009
Konami Metal Gear Solid, Pro Evolution Soccer 36% JP3300200007
Electronic Arts FIFA 18, Mass Effect: Andromeda 36% US2855121099

NO RISK NO FUN.

Dennoch ist Vorsicht angesagt. Die Spielehersteller verfügen abseits ihrer immateriellen Rechten über keine nennenswerten Assets. Take Two Interactive; ISIN US8740541094 ist, obwohl sich das Spiel "Grand Theft Auto" bereits 85 Millionen Mal verkauft hat, jüngst in die roten Zahlen gerutscht, weil Sonderausgaben die Bilanz belasten. Der Kurs ist in einem Jahr dennoch um 118 Prozent gestiegen.

Wer mit Gaming-Aktien nicht voll auf Risiko spielen möchte, kann beispielsweise auf Tencent; ISIN KYG875721634 setzen. Der chinesische Internetgigant ist mit Nachrichtenkanälen und Social-Network-Diensten breit aufgestellt. Mit "Warfare" oder "League of Legends" zählt er aber auch zu den erfolgreichsten Spieleproduzenten. Genauso wie der Konsolenhersteller Nintendo; ISIN JP3756600007, der mit "Super Mario" immer noch ganz vorne in den Charts liegt.

Man kann aber auch voll auf Angriff spielen: Der französische Medienkonzern Vivendi; ISIN FR0000127771 lebt hauptsächlich vom Bezahlfernsehn Canal+ und von der Musikproduktion von Universal Music. Das Management ist daher auf der Suche nach einem neuen Standbein und hat dafür den Spielehersteller Ubisoft ins Visier genommen. Der will sich aber nicht so leicht schlucken lassen und treibt durch Aktienrückkäufe den eigenen Kurs in die Höhe. Wer am Ende den längeren Atem hat, ist noch nicht absehbar. Sehr wohl, dass das Spiel mit der Gaming-Aktien noch weiter gehen wird.


Der Artikel ist der trend-Ausgabe 47/2017 vom 24.11.2017 entnommen.

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