Frequentis mit Kaltstart beim Börsedebüt

Frequentis mit Kaltstart beim Börsedebüt

Frequentis-Gründer und Aufsichtsratchef Hannes Bardach (li.) läutet mit Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, das Börsendebüt von Frequentis ein.

Das Wiener Hightech-Unternehmen für Funkkommunikation Frequentis hat mit Kursabschlägen sein Börsedebüt gestartet. Die Aktien werden in Wien und Frankfurt notiert. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 239 Millionen Euro. Die Aktie verliert zwischenzeitlich am Nachmittag über 5,5 Prozent zum Ausgabekurs.

Das Wiener Hightech-Unternehmen Frequentis ist ab sofort an den Börsen in Wien und Frankfurt notiert. Die Aktien wurden zum Ausgabepreis von 18 Euro in die Notierung aufgenommen. Der erste Börsenkurs der Frequentis-Aktie [ISIN ATFREQUENT09] hatte mit 18,10 Euro noch über dem Platzierungspreis gelegen. Danach hat die Aktie im Eröffnungshandel ihres ersten Handelstages gleich mit negativer Tendenz notiert. Gegen 9:50 Uhr tendierten die Anteilsscheine des Kommunikationssystem-Anbieters 1,7 Prozent unter dem Ausgabepreis von 18,00 Euro bei 17,70 Euro.

Kurz vor 13 Uhr (MEZ) notierte die Aktie in Wien mit 1,11 Prozent unter dem Ausgabepreis bei 17,80 Euro. Am Nachmittag stürzt der Aktienkurs ab. Bis kurz nach 14:30 Uhr fährt der Aktienkurs mit einem Minus von 5,5 Prozent auf 17 Euro in die Tiefe. Gegen 16 Uhr notierte die Aktie noch mit 2,39 Prozent schwächer bei 17,58 Euro. Zum Börseschluss des ersten Handelstages notierte die Aktie mit einem Minus von 1,22 Prozent bei 17,78 Euro

Die B&C Privatstiftung hatte im Vorfeld durch die Übernahme zusätzlicher Aktien den Börsengang von Frequentis unterstützt, weil es zu wenig Nachfrage gab. Im Gegensatz zur Frequentis-Aktie notierte der Wiener Börsenindex ATX [ISIN AT0000999982] mit einem Plus von 1,25 Prozent auf 3.047,34 Punkten zum Börseschluss.

"Der direkte Zugang zum Kapitalmarkt sichert dem Unternehmen die finanzielle Unabhängigkeit und Flexibilität zum weiteren Ausbau der Adressierung des Milliardenmarktes, den es für Frequentis-Lösungen im sicherheitskritischen Bereich gibt", kommentierte Bardach den Börsengang.

Die erste Kursbildung bei 18,10 Euro bedeutete eine Marktkapitalisierung von 238,9 Mio. Euro.

Der Platzierungspreis wurde nach Ablauf der Bookbuilding-Phase mit 18 Euro je Aktie festgelegt. Er liegt damit am unteren Ende der Preisspanne, die 18 bis 21 Euro je Aktie betragen hatte.

Am ersten Handelstag notiert die Frequentis-Aktie zunächst knapp unterm Ausgabepreis. Am frühen Nachmittag stürzt der Aktienkurs ab und verliert zwischenzeitlich um 5,5 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs (Stand:14:45 Uhr).

Das im Jahr 1947 gegründete Wiener Unternehmen Frequentis hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Weltmarktführer bei Flugsicherungs-Kommunikationssystemen entwickelt.

Mehrheitseigentümer bleibt die Familie Bardach, die bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption mit einem Anteil von rund 67 Prozent langfristiger Mehrheitsaktionär bleibt. Hannes Bardach wurde im Jahr 1983 technischer Geschäftsführung der Frequentis und übernahm dann 1986 im Rahmen eines Management-buy-out auch die Firmenanteile.

Bardach machte aus der kleinen Firma ein weltweit tätiges Hightech-Unternehmen mit aktuell 1.850 Mitarbeitern, davon rund 1.000 am Firmensitz in Wien. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist Frequentis laut Eigenangaben Weltmarktführer bei Sprachkommunikationssystemen für die Flugsicherung.

Frequentis bietet auch Software- und Hardwarelösungen für Leitzentralen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Schifffahrt und Bahn an. Zu den Kunden gehören etwa die ÖBB und Austro Control. Der erste Flugsicherungsauftrag war 1955 für den Flughafen Wien-Schwechat erfolgt. In Deutschland versorgt Frequentis unter anderem auch die Deutsche Bundeswehr, die Deutsche Bahn und die deutsche Flugsicherung. Seit 2007 beliefern die Wiener auch die US-Raumfahrtbehörde NASA. 2010 folgte ein Auftrag der Küstenwache in Kanada.

Neue Führung

Unternehmensgründer Bardach wechselte im Jahr 2018 vom Chefsessel in den Aufsichtsrat, wo er auch nach dem Börsengang den Vorsitz haben wird. Der für Vertrieb und Marketing zuständige Norbert Haslacher wurde von Bardach als neuer CEO ernannt. Haslacher kam erst im Jahr 2015 vom IT-Dienstleister CSC zu Frequentis. Die Ernennung zum CEO kam für ihn drei Jahre nach dem Einstieg ins Unternehmen eher unerwartet.

Frequentis hatte 2018 den Umsatz von 267 auf 286 Mio. Euro und den Gewinn von 10,7 auf 11,8 Mio. Euro gesteigert. In Zukunft sollen zwischen 20 und 30 Prozent des Jahresüberschusses ausgeschüttet werden.

Norbert Haslacher wurde im Jahr 2018 von Frequentis-Gründer und Langzeitchef Hannes Bardach zum CEO ernannt.

Frequentis-Gründer Bardach wollte schon einmal das Unternehmen an die Börse führen. Im Jahr 2007 waren bereits alle Vorbereitungen für das Börsedebüt getroffen. Im Herbst desselben Jahres wurde angesichts der heraufziehenden Finanzkrise der Börsegang abgesagt. Es sollte noch zwölf Jahre dauern, bis Frequentis den optimalen Zeitpunkt für den Börsegang gefunden hatte.

Das Börsendebüt von Frequentis ist der zweite Börsengang an der Wiener Börse in diesem Jahr. Anfang Februar hatte die Biotech-Firma Marinomed ihren Börsenstart hingelegt. Angaben der Börse zufolge liegt der Streubesitz bei rund 25 Prozent. Am morgigen Mittwoch werden die Frequentis-Titel in den ATX prime, den ATX global players und den ATX family aufgenommen. Neben der Wiener Börse werden die Aktien auch an der Frankfurter Börse behandelt.

Börsengänge 2019 an der Wiener Börse


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