Fondsbilanz: So haben die Anlageklassen 2020 performt

Anleger, die in Fonds in Europa, den USA, Asien und Japan anlegten, mussten in manchen Kategorien hohe Verluste hinnehmen, in anderen waren gute Gewinne drinnen. Die österreichische Fondsindustrie zog Bilanz. Fonds, die bei der Aktienauswahl auf Nachhaltigkeit achten, erzielen die besten Ergebnisse.

Fondsbilanz: So haben die Anlageklassen 2020 performt

Investmentlegende Warren Buffett hatte im Vorjahr wieder einmal den richtigen Riecher. Er hat mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway im Vorjahr sechs Milliarden Dollar in japanische Aktien investiert – und kräftig verdient. Das Land ist von der Pandemie weitgehend verschont geblieben. Die Unternehmen gelten als solide geführte, extrem kapitalkräftig und sind meist schuldenfrei und mit dickem Cashpolstern ausgestattet. Und sie sind in der Robotik, Automatisierung, Spezialchemikalien und elektronische Komponenten weltweit führend. Die Bewertungen sind längst nicht so hoch wie an der teuren Wall Street. Die Konstellation hat sich auch für österreichische Investoren in Nippon-Fonds 2020 als Glücksfall erweisen. Sie erzielten mit Aktienfonds dieser Kategorie im Schnitt einen Wertzuwachs von rund 13 Prozent (siehe Grafik).

US-Aktienfonds unter den Top-3 im Fondsranking
Keine andere Länder-Fondskategorie hat im Corona-Jahr bessere Ergebnisse erzielt. Auch nicht US-Aktienfonds - und das obwohl der breite US-Aktienindex S&P seit Jahresmitte neue Höchststände erreichte. Bei der Techbörse Nasdaq zogen die Kurse sogar bereits seit März des Vorjahres steil nach oben. Schließlich hatte die amerikanische Regierung mit raschen und hohen Coronaszuschüssen aus allen Rohren gefeuert. Was auch mit Wertzuwächsen von rund sieben Prozent bei US-Aktienfonds, die in Österreich zugelassen sind, belohnt wurde, und womit diese Kategorie, laut der aktuellen Fondsbilanz der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG), auf Platz drei im Fondsranking landete. Auch Mischfonds mit höherem Aktienanteil gelang es höhere Gewinne zu erzielen als die Inflationsrate von akutell 1,3 Prozent. Mischfonds der Kategorie Dynamisch-Flexibel konnten im Vorjahr Kurszuwächse von im Schnitt 2,7 Prozent einfahren.

In Europa erwiesen sich Fonds-Investments grosso modo jedoch im Vorjahr als Verlustgeschäft. Europäische Aktienfonds büßten durchschnittlich 5,5 Prozent ein. Auf Mittel- und Osteuropa spezialisierte Fonds haben mit einem Minus von 17 Prozent besonders herbe Verluste verzeichnet. Nur etwas geringer die Verlustbilanz von Fonds, die in österreichische Aktien investieren: Sie verbuchten im Vorjahr Rückgänge von im Schnitt 9,5 Prozent (siehe Grafik).

Japan-Fonds führen 2020 das Performance-Ranking an. Osteuropa-Fonds bilden das Schlusslicht.

Aktienfonds: Die großen Gewinner der vergangenen zehn Jahre - Anleihenrenditen schmelzen dahin
Aktienfonds lange zu halten, war wie die vergangenen zehn Jahre bewiesen haben, eine gute Idee. Diese warfen im Schnitt Zuwächse zwischen 4,6 und 5,5 Prozent im Jahr ab (siehe Grafik unten). Auch Mischfonds mit einem Ertrag um die zwei, drei Prozent erzielten wie Aktienfonds vergleichsweise konstante Erträge. Nur Anleger in Anleihen waren seit 2010 mit laufend sinkender Performance konfrontiert. Vor zehn Jahren ließ sich mit Anleihenfonds noch 2,5 Prozent Kursgewinn erzielen, 2020 waren es nur noch rund ein Prozent.

In den vergangenen zehn Jahren betrug die Wertentwicklung jährlich im Schnitt 4,7 Prozent. Das ist fast doppelt so hoch als Anleger für Mischfonds und Anleihenfonds erzielten.

Performance-Knüller nachhaltige Aktienfonds
Den großen Move nach oben machte 2020 vor allem nachhaltige Aktienfonds. Mehr als die Hälfte der Zuflüsse von rund sechs Milliarden Euro ging in Österreich auf Investments mit nachhaltige Investments zurück. Auch was die Performance betrifft, waren nachhaltige Aktienfonds ganz vorne. All diese Aktienkatogrien konnten aber Fonds in nachhaltige Investments nicht das Wasser reichen. Die 1-Jahres-Performance der nachhaltigen Aktienfonds betrug 20,1 Prozent, gemischte nachhaltige Portfolios legten dagegen nur um 1,7 Prozent zu. Im 10-Jahresbereich stiegen nachhaltige Aktienfonds jährlich um 6,2 Prozent im Wert, nachhaltig gemischte Fonds zeigen ein jährliches Plus von 3,7 Prozent per anno.

Fast unglaublich: Aktienfonds, die in Unternehmen investieren, die nachhaltig agieren, erzielten 2020 überdurchschnittlich hohe Gewinne.

Ökofonds mit hohen Zuwächsen - Erste Bank WWF Fonds mit 77 Prozent Plus
Den Kursschnitt kräftig hinaufgezogen hat die Kategorie nachhaltige Aktienfonds vor allem Ökofonds wie der von Morningstar mit fünf Sternen ausgezeichnete Erste Bank WWF Stock Environment (ISIN: AT0000705660)Fonds, der den Schnitt ordentlich nach oben gezogen hat. Nur im Vorjahr hat der Fonds 77 Prozent dazugewonnen, 2019 betrug das Plus 49 Prozent. Investiert wird weltweit vor allem in mittelgroße, wachstumsstarke Unternehmen der Umwelttechnologie. Die Titelauswahl konzentriert sich auf Unternehmen, die auf Wasseraufbereitung und -versorgung, Recycling und Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energie, Energie-Effizienz und Mobilität spezialisiert sind. Zwischen Erste Asset Management und WWF besteht seit Oktober 2006 eine Kooperation, in deren Rahmen das Fondsmanagement durch einen vom WWF initiierten Umweltbeirat unterstützt wird. Gleichzeitig spendet die Erste Asset Management einen Teil ihrer Verwaltungsgebühr des Fonds.

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