Binäre Optionen: FMA schiebt Finanz-Zockern einen Riegel vor

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat den Handel mit riskanten Finanzprodukten (CFD) für Kleinanleger in Österreich deutlich eingeschränkt. Die Vermarktung, der Vertrieb sowie der Verkauf von "Binären Optionen" an Privatkunden wurden verboten.

Binäre Optionen: FMA schiebt Finanz-Zockern einen Riegel vor

All in, wie im Casino. Aber der Aktienmarkt ist kein Glücksspiel, und daher hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Vermarktung, den Vertrieb sowie den Verkauf von "Binären Optionen" an Privatkunden verboten.

"Binäre Optionen" ("binary options") sind Wetten auf eine Ja/Nein-Entscheidung. Tritt das zuvor definierte Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag, andernfalls verfällt die gekaufte Option wertlos. Als Basiswerte kommen Indizes, Aktien, Währungspaare oder auch Rohstoffe in Frage, wobei bezogen auf einen fixierten Zeitpunkt nur auf einen fallenden oder steigenden Kurs spekuliert wird. Die Online-Angebote von Binären Optionen sind häufig so ausgestaltet, dass für die Kunden zwangsläufig Verluste entstehen.

Basis dafür ist die "FMA-Produktinterventionsverordnung" (FMA-PIV), die bereits am 15. Mai 2019 in Kraft getreten ist. Die Zocker-Papiere, bei denen man mitunter bis zu 1.000 Prozent gewinnen aber auch alles verlieren konnte sind damit für Private tabu.

CFD-Handel deutlich eingeschränkt

Zudem werden Vermarktung, Vertrieb und Verkauf von Differenzgeschäften (CFD) deutlich eingeschränkt. Dabei geht es unter anderem um Hebelbegrenzungen, einen Negativsaldoschutz sowie das Verbot von Anreizprogrammen. Weiters müssen Werbe- und Verkaufsmaterialien künftig klar gekennzeichnete und verständliche Risikowarnungen enthalten, hieß es in einer Aussendung der FMA. "Die Maßnahmen dienen dem Schutz der Kleinanleger vor für sie unberechenbaren Risiken und Verlusten", so FMA-Vorstand Helmut Ettl.

Bei CFDs ("Contracts For Differences") handelt es sich um finanzielle Differenzgeschäfte. Bei diesem hochspekulativen Finanzprodukt spekuliert der Käufer auf die Preisänderung des zugrunde liegenden Vermögenswertes, etwa einer Aktie, einer Ware, einer Währung oder eines Index. Wenn der Preis fällt, ist der Kunde verpflichtet bei Fälligkeit eine Zahlung in Höhe der Differenz zwischen dem vereinbarten Terminkurs und dem im Erfüllungszeitpunkt geltenden aktuellen Wert zu leisten. Durch die Hebelwirkung kann es zu Verlusten kommen, die das investierte Kapital deutlich übersteigen.

Europaweite Verbote

Die FMA-Produktinterventionsverordnung ist auf binäre Optionen und CFDs anwendbar, die ab dem 30. Mai in oder aus Österreich vermarktet, vertrieben oder verkauft werden. Die FMA setzt damit die bereits seit einigen Jahren europaweit geltenden, aber zeitlich begrenzten Bestimmungen der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) in nationales Recht um und macht sie somit auch zeitlich unbegrenzt geltend.

Die ESMA hat im Juli 2017 zum ersten Mal für die gesamte Union das Verbot für Binäre Optionen und im August 2018 erstmals die Beschränkungen für CFDs erlassen. Seitdem wurden beide Bestimmungen jeweils drei Mal verlängert. Ohne weitere Verlängerungen würden die Maßnahmen am 1. Juli (für Binäre Optionen) bzw. am 31. Juli (für CFDs) 2019 auslaufen, hieß es in einer Stellungnahme der ESMA zu den FMA-Maßnahmen.

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