FMA warnt vor betrügerischen Finanzdienstleistern

Österreichs Finanzmarktaufsicht (FMA) warnt einmal mehr vor unseriösen Finanzdienstleistern. Die Betrüger klonen via Internet real existierende Unternehmen und Personen, die teilweise auch über die notwendigen Zulassungen verfügen. Ein Selfcheck kann den Anleger vor Schaden schützen.

FMA warnt vor betrügerischen Finanzdienstleistern

Nicht alle Hochglanz-Angebote von Finanzdienstleistern vor allem via Internet sind seriös. Die FMA warnt vor allzu großer Leichtgläubigkeit.

Die Methoden von Finanzbetrügern werden immer dreister. Die FMA warnt einmal mehr, Finanzdienstleistungsangebote via Internet nicht leichtfertig zu nutzen.

Eine gängige Betrugsmethode ist derzeit die Verwendung von Namen bestehender Unternehmen oder Personen. Diese registrierten und konzessionierten Unternehmen werden im Internet geklont samt hinterlegter Daten bei Behörden.

Über sogenannte "Clone Firmes" oder "Clone Individuals" werden in betrügerischer Absicht tatsächlich existierende Namen von Unternehmen oder Personen verwendet. Zum Firmennamen werden zudem Registrierdaten von tatsächlich existierenden Finanzdienstleistern verwendet, die öffentlich zugänglich sind.

Der Betrüger bastelt mit den Daten eine virtuelle Kopie des echten Dienstleisters, für den es vorgibt tätig zu sein. Über zum Teil aufwändig erstellte Clone-Websites soll das Vertrauen von Anlegern erschlichen werden.

Zu den Daten wird häufig auch eine Aufsichtsbehörde erfunden, für die zusätzlich von den Betrügern eine Datenbank angelegt wird, auf der die gefälschten Dokumente abgelegt werden.

Die via Internet hinterlegten Daten werden vom Betrüger verwendet und auf die sogenannte "Clone Firmen" oder zum "Clone Individual" verlinkt.

So wurden in den vergangenen Wochen Finanzprodukte über Klon-Firmen auf den Internetseiten „www.afbauer.com“, „www.helmutkob.com“, „www.holzmannfriedrich.com“ sowie zu „Gerber and Partners“ angeboten. Letzteres Unternehmen hat sich laut FMA als unseriöser Anbieter herausgestellt, das sich sogar auf die frei erfundene österreichische Aufsichtsbehörde „FINSA“ beruft.

Ein Fake-Beispiel

Aus Großbritannien hat der Dienstleister "Gerber and Partners" Finanz- und Wertpapiergeschäfte angeboten. Das Unternehmen hat behauptet in Österreich von der „Financial Supervisory Authority“ (FINSA) mit Sitz Twin Tower 8 Flr., Wienerbergstrasse 11, 1100 Vienna, Austria konzessioniert und registriert zu sein. FINSA ist eine frei erfundene, nicht existierende Behörde.

Täuschend ähnlich waren die dabei verwendeten Kontaktdaten. Als "FINSA-Kontaktdaten" wurden folgende Daten angegeben: Ph: +43(720) 775336; Email: enquiries@finsa-gov.org sowie die Website: www.finsa-gov.org.

Auf der Website dieser frei erfundenen FINSA – verlinkt von „Gerber and Partners“ – findet sich auch ein Unternehmensregister, das eine Registrierung vortäuschen soll. Anleger erhalten von der FINSA dann gefälschte, der österreichischen Gewerbeberechtigung nachgebildete Urkunden zu den „registrierten“ Unternehmen. Die FMA hat den Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht.

Der Selbstschutz via Website und App

Die FMA empfiehlt daher die Zulassung eines Unternehmens nicht leichtfertig zu glauben. Und zu prüfen, welche Geschäfte und ob ein Unternehmen überhaupt Finanzdienstleistungen erbringen darf.

Die Nutzer sollen dabei die Kontaktdaten mit jenen im behördlichen Register vergleichen. Und vor allem empfiehlt die FMA zu prüfen, ob es die angegebene Behörde tatsächlich gibt, und ob sie tatsächlich zuständig ist.

Die Prüfungen von Finanzdienstleistern mit Bezug zu Österreich können die Nutzer über die FMA-Website (=> https://www.fma.gv.at/) vornehmen. Dabei kann geprüft werden, ob der Finanzdienstleister überhaupt in der FMA-Datenbank und somit in Österreich existiert oder eine Investorenwarnung bereits veröffentlicht worden ist.

Die Abfrage kann auch gratis via App per Smartphone abgerufen werden. Voraussetzung dafür ist die Installation der entsprechenden FMA-Sicherheits-App via https://www.fma.gv.at/fma-app/.

Wie im realen Leben abseits des Internets gelten wie etwa bei Haus-Tür-Geschäften oder Anrufen von Unternehmen, die etwas verkaufen wollen, auf für Finanzgeschäfte die Grundregeln: Wenn Anbieter unerbeten via Telefon, Fax oder Email Kontakt aufnehmen, sollte man nicht auf das Offert eingehen. Das sogenannte „Cold Calling“ ist in Österreich gesetzlich verboten. Und laut FMA ein "sicheres Alarmzeichen für betrügerische Absichten".

Die FMA ruft Nutzer auf, sich bei der betreffenden Aufsichtsbehörde zu melden und auch direkt - und vom Anbieter und dessen Website unabhängig - zu kontaktieren. Die FMA kann somit erneut von derartigen unseriösen Geschäftspraktiken informieren und so rasch eine Warnmeldung unter Nennung der Klon-Firma und der angegebenen Kontaktdaten machen. Die FMA untersagt die konzessionspflichtigen Geschäfte und bringt den Sachverhalt bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige.

ESG-Aufsteiger: Heute gut, morgen top

Viele Unternehmen sind bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele …

Inflation steigt im Euroraum auf ein 30-Jahres-Hoch

Die Inflation steigt weiter und erreicht in Europa mittlerweile Werte von …

Finance for Future: Klimaschutz durch Geldanlage

Klima- und Umweltschutz gehören zu den größten Herausforderungen für die …

Gewinnfreibetrag: Mit diesen Wertpapieren senken Sie Ihre Steuer

Einkommensteuerzahler können Ihre Bemessungsgrundlage für die Steuern …