Fixkosten in der Pension werden unterschätzt

Fixkosten in der Pension werden unterschätzt

Handy, Auto, Wohnung: Die Fixkosten sind auch in der Pension nicht ohne - viele unterschätzen das.

Wie viel Prozent Ihrer Pension werden Sie für laufende Kosten ausgeben? Wie viel wird Ihnen für Freizeit und andere Dinge in der Pension noch übrig? Eine Umfrage unter 22.000 Menschen weltweit kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Wofür Pensionsten abseits der Fixkosten am meisten ausgeben.

Wenn man in Pension geht, kauft man sich vielleicht ein kleineres Auto, wohnt günstiger und schraubt auch andere Fixkosten herunter und dann wird für den vergnüglichen Teil des Lebens schon noch genug Geld übrig bleiben. Viele heute noch Berufstätige sind relativ optimistisch, was ihr finanzielles Auslangen in der Rente anbelangt. Sie glauben, dass sie mit der monatlichen Rente, die sie in Zukunft bekommen werden, ganz gut durchkommen werden. Doch nun kommt eine bereit angelegte Umfrage der Investmentgesellschaft Schroders zu einem anderen Ergebnis. Demnach klafft zwischen den Erwartungen und der finanziellen Realität des Lebens im Ruhestand eine erhebliche Lücke. Befragt wurden mehr als 22.000 Anleger, die mindestens 10.000 Euro veranlagen, aus 30 Ländern.

Fast 50 Prozent der Rente gehen für Lebenserhaltungskosten drauf - für Ausgaben bleibt viel weniger als gedacht

Weltweit gehen noch nicht im Ruhestand befindliche Befragte davon aus, dass sie durchschnittlich 34 Prozent ihrer Bezüge im Ruhestand für die Lebenshaltung ausgeben werden. Tatsächlich aber müssen Ruheständler dafür fast 50 Prozent ihrer Einkünfte aufwenden. Und auch in Deutschland und auch in Österreich ist dieser Irrglaube weit verbreitet: In Deutschland befragte Personen erwarten, für die Lebenshaltung nur 38 Prozent ihrer Rente einsetzen zu müssen. In der Realität sind es jedoch 47 Prozent. Für andere Dinge stehen somit weniger Mittel als geplant zur Verfügung.

Im Schnitt erhalten Pensionisten weltweit nur 61 Prozent des Aktivgehalts

"Menschen ab einem Alter von 55 Jahren, die schon näher am Ruhestand sind, könnten eine böse Überraschung erleben, wenn sie sich zu viel von ihren Ruhestandsbezügen erwarten", so Schroders Analyst Karsten Siegmund. Sie gehen weltweit davon aus, dass sie durchschnittlich 74 Prozent ihres aktuellen Gehalts benötigen werden, um im Ruhestand komfortabel zu leben. Tatsächlich aber erhalten Ruheständler weltweit nur durchschnittlich 61 Prozent ihres letzten Jahresgehalts. In Deutschland liegt dieser Wert bei 65 Prozent.
In Österreich erhalten derzeit viele noch bis zu 80 Prozent ihres Aktivgehalts oder etwas drunter. Doch das bleibt nicht so. Spätestens all jene, die heute um die 50 Jahre sind, werden in der Pension durch die längeren Durchrechnungszeiträume wesentlich weniger kriegen als die Pensionisten von heute.

19 Prozent der Pensionisten veranlagen ihr Geld auch in der Pension

Damit man in der Pension sein Auslangen findet, veranlagen Ruheständler auch ihr Geld in der Pension. 19 Prozent der Befragten weltweit legen sogar ihre gesamten Altersersparnisse an. In Deutschland legen Rentner 16 Prozent ihrer Altersersparnisse an. "Diese relativ hohen Werte deuten darauf hin, dass sich viele bewusst sind, dass es auch im Alter nötig ist, Geld zu vermehren", so Siegmund.

„Auch in unseren Breiten zehren die Lebenskosten im Ruhestand mehr Einkommen auf als gedacht. Die Folge: Für andere Verwendungen wie Freizeit oder Hobbys steht weniger Geld als erwartet zur Verfügung“, erläutert Charles Neus, Leiter Altersvorsorge-Lösungen bei der Schroder Investment Management. „Um dem entgegenzuwirken, ist rechtzeitiges Handeln erforderlich." Investments an der Börse zählen langfristig zu einer wesentlichen Säulen, für einen guten finanziellen Polster.

Niedrige Zinsen: Gefahr für den Wohlstand

„Überall auf der Welt unterschätzen die Menschen, wie viel Ruhestandsbezüge sie für die Lebenshaltung aufwenden werden müssen und wie viel Geld sie für ein komfortables Leben im Ruhestand benötigen“, so Lesley-Ann Morgan, Ruhestandexpertin bei Schroders. „Gerade in der gegenwärtigen Phase niedriger Renditen und anziehender Inflation bedeutet das eine nicht zu unterschätzende Gefahr für ihren Wohlstand.“

Fixkosten in der Realität um rund zehn Prozent höher als erwartet

Die Kosten für Reisen, Gesundheit und Hobbies werden von zukünftigen Pensionsten relativ realistisch eingeschätzt. Nur wenn es darum geht, wie viel von der Pension für die Fixkosten draufgeht, liegt Annahme und Realität deutlich auseinander.

47 Prozent des Jahreseinkommens gehen in Deutschland derzeit bei Pensionisten im Schnitt für Lebenserhaltungskosten drauf. Viele haben damit nicht gerechnet.

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