Forderung: Firmenrente für KMU staatlich fördern

Forderung: Firmenrente für KMU staatlich fördern

Das österreichische Pensionssystem schwächelt bei der betrieblichen und der privaten Vorsorge. Experten fordern die staatliche Förderung betrieblicher Vorsorge für KMU und Kleinverdiener.

Um im Alter nicht in die Armut abzugleiten, braucht es rechtzeitige und breit gestreute finanzielle Vorsorge. Vertreter der Branche haben deshalb die Bedeutung der zweiten und dritten Säule des Pensionssystems, nämlich der betrieblichen und privaten Vorsorge, hervorgehoben. Vor allem die betriebliche Vorsorge brauche mehr Förderung in Österreich.

Betriebliche Vorsorge führt ein Schattendasein

Bei der Altersvorsorge gelte es das Risiko zu streuen und alle drei Säulen des Systems zu nützen, sagte Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender der Valida Vorsorge Management. "Die zweite Säule führt ein absolutes Schattendasein in Österreich", so Sardelic heute im Rahmen des vierten "Institutionellen Altersvorsorge- und Investorengipfels". Die Menschen würden sich viel zu sehr auf die erste Säule, die staatliche Vorsorge, verlassen, auch aus Angst vor den Risiken der zweiten und dritten Säule. "Es stimmt, die zweite und dritte Säule sind kapitalmarktabhängig, aber auch die erste Säule hat Risiken", so Sardelic. So sei auch der Generationenvertrag nicht gänzlich risikofrei und unterliege staatlichen Gesetzen, die auch abgeändert werden können, sind sich Sardelic und NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker einig.

Auch Thomas Wondrak, Geschäftsführer von konsequent-wondrak-betriebliche Altervorsorge, betont die Schwäche der betrieblichen und privaten Vorsorge in Österreich: "So lange in Österreich weiterhin 90 Prozent der Pensionen von der staatlichen ersten Säule getragen werden, nur 4 Prozent von der zweiten und 6 Prozent von der dritten Säule, ist die Stabilität des Pensionssystems gefährdet." In anderen Ländern sehe dieses Verhältnis der drei Säulen deutlich ausgewogener aus. In Frankreich liege es bei 51:34:15 und in der Schweiz bei 42:32:26.

Staatliche Unterstützung nötig

Um auch in Österreich zu einer ausgewogeneren Verteilung zwischen den drei Säulen zu kommen, sei die Politik gefragt, denn "ohne staatliche Unterstützung wird es nicht gehen", so Wondrak. Wegen hoher Vertriebs- und Administrationskosten bräuchten vor allem Klein- und Mittelständische Betriebe (KMU) und Niedrigverdiener Hilfe, beispielsweise in Form einer staatlichen Förderung der betrieblichen Vorsorge. Wondrak verweist im Hinblick darauf auf Deutschland, wo es eine solche Förderung für Niedrigverdiener bereits gibt.

Neben finanzieller Förderung seien außerdem Bildungsmaßnahmen nötig, damit die Pensionslast in Zukunft nicht untragbar wird. Dies umfasse einerseits eine gute Basisausbildung sowie stetige Weiterbildung der Bevölkerung, so Axel Börsch-Supan, Direktor des Munich Center for Economics of Aging am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik. Denn dies ermögliche es, Menschen länger im Arbeitsprozess zu halten und damit das Pensionsalter nach hinten zu verschieben. Wondrak plädiert andererseits für bessere Information zu den Möglichkeiten der Altersvorsorge, denn hier herrsche ein klares Defizit: "Viele Leute wissen gar nicht, dass es drei Säulen der Altersvorsorge gibt."

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