Börsewissen: Wie Börsen funktionieren #IC19

Börsewissen: Wie Börsen funktionieren #IC19

Der Handel an den Börsen wird über Makler, Broker oder Trader abgewickelt.

Financial Literacy: Wie Börsen funktionieren, wozu man sie braucht und wie man dort investieren kann.

Aktien oder andere an der Börse gehandelte Finanzprodukte zu kaufen - das erscheint vielen wie ein großes Rätsel und oft mit einem viel zu großen Risiko verbunden. Dabei ist die Sache gar nicht so komplex und um das Risiko einzugrenzen folgt der Handel zum Schutz aller Anteilsinhaber und zur Wahrung eines fairen Handels auch strengen Regeln, die im Börsegesetz festgelegt sind.

Die Börsen-Aufsicht, in Österreich die Finanzmarktaufsicht, überwacht in jedem Land der Welt die Rechtmäßigkeit des Handels. So müssen etwa Unternehmen vorab über relevante Ereignisse oder Aktivitäten, die in der Folge den Kurs einer Aktie im positiven oder negativen Sinn beeinflussen könnten, informieren. Derartiges Wissen darf von Insidern auch nicht ausgenutzt werden. Insiderhandel ist strafbar. Die Unternehmen müssen zudem Jahres- und Zwischenberichte veröffentlichen oder wenn Beteiligungen von einzelnen Teilhabern bestimmte Prozentsätze überschreiten, entsprechende Meldungen veröffentlichen.

Die aktuelle Version des Börsegesetzes aus 2018 (Bundesgesetz über die Wertpapier- und allgemeinen Warenbörsen 2018) umfasst insgesamt 98 Seiten und hält alle Bestimmungen sowie Sanktionen und Strafbestimmungen fest. Sie finden das österreichische Börsegesetz hier zum Download.

Der Ursprung der Börsen

Die älteste Börse der Welt wurde um 1409 in Brügge gegründet - obwohl auch Antwerpen den Anspruch anmeldet, die erste richtige Börse gewesen zu sein, da dort 1460 das erste Börsengebäude der Welt eröffnet wurde. Sicher ist jedenfalls, dass die Bezeichnung "Börse" auf die aus Brügge stammende Kaufmannsfamilie Van Der Beurse zurückgeht, in deren Haus sich regelmäßig Geschäftsleute trafen.

Damals wie heute waren die Börsen Orte, an denen mit Gütern gehandelt wurde - um die Sache einfacher zu machen allerdings nicht mit echten, physischen Gütern, sondern mit Wertpapieren, die diese Güter repräsentierten und an keine bestimmte Person gebunden, also übertragbar waren. Der Wert dieser Papiere stieg oder fiel mit der Nachfrage nach den Gütern.

Erster Aktienhandel

Aktien - Anteilsscheine an einem Unternehmen, einer Aktiengesellschaft oder einer Kommanditgesellschaft - an die man heute zuerst denkt, wenn von Börsen die Rede ist, kamen erst etwas später ins Spiel. Um 1600 begannen Unternehmen mit dem Verkauf von Anteilsscheinen. Die East India Company und die Vereinigte Ostindische Kompanie gelten als erste Unternehmen, die Anteile an Aktionäre außerhalb des Unternehmens ausgegeben haben. Und 1612 entstand mit der Amsterdam beurs schließlich die erste Börse, die einen regelmäßigen Handel mit diesen Papieren ermöglichte.

Am grundlegenden Prinzip wie der Handel abgewickelt wurde hat sich seither eigentlich wenig geändert: Käufer und Verkäufer waren nicht persönlich anwesend sondern wurden durch Makler vertreten, die den Wert der Aktien - die Börsenkurse - untereinander aushandelten.

Papiere und Depots

An den Börsen wird aber natürlich nicht nur mit Unternehmensanteilen gehandelt. Es gibt etwa auch Warenbörsen - Rohstoffbörsen, wo in großem Stil mit Erzen, Agrarprodukten oder auch mit Strom gehandelt wird, Terminbörsen für Termingeschäfte oder Devisenbörsen für den Handel von Devisen in Fremdwährungen.

Echte, bedruckte Papiere werden dabei schon lange nicht mehr getauscht. Um mit Aktien handeln - sie kaufen oder verkaufen zu können - braucht man zunächst ein Depot, entweder bei der Hausbank oder bei einem Online-Broker. Die Aktien werden nach einer entsprechenden Order nur noch elektronisch aus einem Depot ausgebucht und einem anderen gutgeschrieben. Das Geld dafür wird ebenfalls elektronisch verschoben.

Die Banken und die Broker, die den Handel abwickeln, heben dafür Depotgebühren für die Führung der Depots und Transaktionsgebühren ein. Trotz der dabei anfallenden Gebühren sind Aktien-Investments trotzdem auf lange Sicht gesehen die Geldanlageform mit der höchsten zu erwartenden Rendite. Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen bieten sie eine der wenigen Möglichkeiten, Geld wertsteigernd zu investieren.

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