Ferrari auf Rekordfahrt an der Börse

Ferrari auf Rekordfahrt an der Börse

Ferrari wird heuer 70. Auch der Boxenstopp konnte Ferrari zum WM-Auftakt nicht den Schwung rauben. Sebastian Vettel hat die Mercedes-Konkurrenz mit seiner Siegfahrt verblüfft.

Der Comeback-Sieg für den Ex-Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit seinem neuen Ferrari "Gina" wird dem italienischen Autobauer auch weiterhin Auftrieb an der Börse geben. Im 70. Jahr des Firmenbestehens verspricht Vettel, dass der Sieg zum Auftakt der Formel-1-Saison nur die "Spitze des Eisbergs" sei. Die Anleger sind zumindest genauso begeistert wie Vettel und sein Team zum Formel-1-WM-Auftakt.

Ferrari feiert heuer das Jubiläumsjahr: Der italienische Sportwagenbauer wird. 70. Und ist wieder schnell, so wie es sich die Ferraristi wünschen. Zum WM-Auftakt der Formel-1 in Melbourne hat die "Ferrari Scuderia" jedenfalls einen kräftige Lebenszeichen gegeben. Der vierfache Ex-Weltmeister Sebastian Vettel ist der Konkurrenz einfach davon gefahren. Und hat somit die Konkurrenz verblüfft.

"Der Ferrari war einfach das schnellere Auto", hatte Motorsportchef Toto Wolff eine klare Antwort. Er und Niki Lauda kündigten eine gründliche Ursachenforschung an. Und das dürfte wohl noch ein wenig dauern.

Auch wenn Mercedes-Motorsport Wolff davon sprach, dass man "im Nachhinein ist immer schlauer ist", dürfte es mit der Ursachenforschung noch etwas dauern. Die genauen Gründe, warum der Mercedes-Bolide von Lewis Hamilton nicht an Vettels Ferrari vorbeisteuern konnte sind noch im Dunkeln.

"Ich weiß es nicht", gestand Wolff, der allerdings schon im Vorfeld gemeint hatte, dass es durch die Autos der neuen Generation an der Spitze enger zugehen dürfte als in den vergangenen Jahren. Die deutlich bessere Laufleistung des Mercedes in den Longruns im Freitagstraining hatte wiederum Anlass zur Prognose gegeben, es sollte heuer alles beim Alten bleiben.

Vettel hatte jedenfalls zum Auftakt der Formel-1-WM eine atemberaubende Vorstellung abgegeben, was vor allem die italienischen Motorsportfans in Extase bringt.

Aber zusammenfassend kann man sagen, dass wir nicht schnell genug waren. Deshalb ist Sebastian der verdiente Sieger", sagte Wolff, der Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene persönlich gratulierte.

Vollgas an der Börse

Die Gründe, warum Ferrari (Börsenkürzel: RACE) an der Börse langsam aber sicher abhebt, sind indes klar. Der italienische Nobel-Autohersteller verkauft so viel Autos wie nie zuvor. Das Formel-1-Theater dürft in Zukunft die Anleger noch positiver stimmen, als diese ohnehin schon sind. Obwohl der von Red Bull zu Ferrari gewechselte Ex-Weltmeister Sebastian Vettel - er hält immerhin bei - im Vorjahr hinter der Konkurrenz nachgefahren ist, hat dies dem Unternehmen und der Kursnotierung zuletzt nicht geschadet.

Und immerhin ist es schon etwas her, dass Ferrari in der Formel-1-Wertung "on the top" steht. Erstmals seit Fernando Alonso im Oktober 2012 führt wieder ein Ferrari-Pilot die WM-Wertung an. Vettel hatte vor seinem Wechsel zu Ferrari im Jahr 2015 immerhin vier WM-Titel für Red Bull in Folge eingefahren. Sein letzter Formel-1-Sieg liegt immerhin schon eineinhalb Jahre zurück.

Die Aktie hat nach dem Börsengang im Oktober 2015 in New York erst einmal Wert verloren. Nach einem Ausgabekurs von 52 Dollar ging es bergab bis zum Frühjahr 2016, als der Aktienkurs gegenüber dem IPO mit 28,50 nur noch halb so viel Wert war. Die Investoren hatten den Ausstieg von FiatChrysler als Großaktionär als wenig vertrauensbildend bewertet, was sich mit dem Kursverfall dokumentiert hatte.

Der Börsengang hatte dem Sportwagenbauer zunächst nicht den erhofften Schwung an der Börse gebracht. Im Markenranking der Formel 1 hatte Ferrari außerdem aufgrund des ausbleibenden Erfolg an Terrain gegenüber Mercedes und Red Bull verloren. Seit dem letzten Formel-1-Sieg um August 2015 ist Ferrari Mercedes und Red Bull hinterhergefahren. Das führte letztlich auch dazu, dass die Italiener den vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel von Red Bull geholt hatten, um auch sportlich in der Königsdisziplin wieder in die Pole Position zu fahren.

Nach dem Tiefstand Mitte Februar 2016 konnte Ferrari kräftig beschleunigen. Der Sportwagenbauer startete eine Rekordfahrt. Am Montag wurde nach dem Formel-1-Entrée dieser Saison in Australien der nächste Höhepunkt erreicht. Die Aktie hat nach Vettels Siegfahrt in Melbourne rund über drei Prozent auf 73,82 Euro (Montag 18:00 Uhr MEZ) zulegen könnten. Der Börsenwert der Company beläuft sich nun auf 13,8 Milliarden Dollar (12,7 Mrd. Euro). Binnen Jahresfrist hat die Ferrari-Aktie damit knapp 80 Prozent an Wert zugelegt, seit Anfang 2017 immer noch über 27 Prozent.

Sportlich lief es 2016 zwar nicht so, wie es sich die "Ferrari Scuderia" eigentlich erwartet. Geschäftlich dafür umso runder. Im abgelaufenen Jahr hat Ferrari ein Rekordjahr zu verbuchen. Der Umsatz ist um 8,7 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Gewinn konnte um rund 39 Prozent auf 398,7 Millionen Euro gesteigert werden. Die Zahl der verkauften Autos belief sich ebenso auf Rekordhöhe: 2016 wurde der Output um 4,6 Prozent auf 8014 Sportwagen gesteigert.

Lag die Rendite 2015 noch bei 15,6 Prozent, ist der Wert nach Firmenangaben im Vorjahr auf 19,2 Prozent gestiegen. Damit sind die Italiener Nummer 1 der Branche - doch Ferrari ist wesentlich kleiner, ihr Gewinn in absoluten Zahlen geringer.

Große Versprechen

"In den letzten paar Jahren war Mercedes die Benchmark. Mal schauen, wie es diese Saison wird.", meinte der 29jährige Vettel, der sich auffallend positiv auch über die Performance seines Ferrari-Teams äußerte. Über den Winter dürfte das Team wieder zur Ruhe gekommen sein. Und Vettels neues Auto "Gina" dürfte das Beste sein, was die Formel 1 zu bieten hat. Vettel: "All die langen Nächte und die harte Arbeit, die da reingeflossen ist, sind endlich belohnt worden." Den derzeitigen Stand sieht Vettel so: "Das ist nur die Spitze des Eisbergs."

Die Ansage dürfte auch die Aktionäre freudig stimmen. Ferrari-Aktien sind zu 50 Prozent im Streubesitz. Die Fiat-Dynastie Agnelli hält über ihre Holding Exor 23,5 Prozent der Ferrari-Anteile. Und die Ferrari-Familie soll noch etwas mehr als zehn Prozent der Aktien besitzen.

Freuen wird die Ansage von Vettel freilich auch die Ferrari-Aktionäre, die sich in ihrer Anlage bestätigt finden. Aber auf wirtschaftlicher Sicht hat Ferrari noch neue Märkte im Visier. So soll China noch ein Markt mit großem Potenzial sein. Aber auch die zahlungskräftigen Amerikaner seien für den italienischen Sportwagenbauer noch auf der Liste ganz oben angesiedelt.

Aber nicht nur die Aktionäre, auch die Analysten sehen Potenzial für das Papier. Die Citigroup hat zuletzt die Aktie von "neutral" auf "kaufen" hoch gestuft. UBS hat ebenso eine Kaufempfehlung abgegeben und das Kursziel von 70 auf 74 Dollar erhöht. Morgan Stanley Group hat das Kursziel auf 100 Dollar erhöht.

Dritter Markt: So locker sind die Vorschriften für Börsenkandidaten

Geld

Dritter Markt: So locker sind die Vorschriften für Börsenkandidaten

Eigentumswohnungen 2018: Steigende Preise, trotz weniger Verkäufe

Geld

Eigentumswohnungen 2018: Steigende Preise, trotz weniger Verkäufe

Geld

Geldanlage: 5 Tipps wie Sie das Risiko reduzieren