Fed-Signale für Zinssenkung - Kursfeuerwerk in New York

Fed-Signale für Zinssenkung - Kursfeuerwerk in New York

Die Wertpapiermärkte rechnen fest mit Zinssenkung zum Monatsende. Die Indices S&P500, Dow Jones und der Nasdaq 100 zogen zum Börsenauftakt kräftig an. Bis Ende Juli wird eine Zinssenkung der Fed erwartet. US-Präsident Trump macht weiter Druck auf Fed-Chef Powell.

Washington. Angesichts des Zollstreits und der schwächelnden Weltwirtschaft steuert die US-Notenbank Fed auf die erste Zinssenkung seit der Finanzkrise zu. Fed-Chef Jerome Powell nährte am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Kongress Spekulationen an den Märkten, dass sie Ende des Monats die geldpolitischen Zügel lockern wird.

Die Fed stehe bereit, "angemessen zu handeln", um nachhaltiges Wachstum zu sichern, erklärte Powell laut Redetext vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses. Die Aussicht auf eine baldige Senkung beflügelte die Wall Street.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte im frühen Handel auf einen Rekordwert zu. Der breiter gefasste S&P 500 stieg ebenfalls und durchbrach erstmals die Marke von 3.000 Zählern.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg zunächst auch auf einen neuen Höchststand. An den Märkten gilt eine Zinssenkung um einen Viertel Prozentpunkt am 31. Juli praktisch als ausgemachte Sache. 2018 hatte die Fed den Schlüsselsatz vier Mal angehoben - zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent, bevor sie eine Pause einlegte.

Der Handelskonflikt und die schwache Weltwirtschaft lasteten weiter auf dem Konjunkturausblick, warnte Powell. Hinzu komme die Gefahr, dass sich die gedämpfte Inflation noch hartnäckiger halten könne als erwartet und sich somit nicht als vorübergehendes Phänomen erweise. Zudem hätten sich Investitionen "spürbar verlangsamt" und das Wirtschaftswachstum habe ein mäßigeres Tempo angeschlagen.

Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner sprach von einem "deutlichen Signal" für eine baldige Leitzinssenkung. Ökonom Michael Pond vom Finanzhaus Barclays sieht die Fed auf einen Zinsschritt zusteuern, der als Absicherung gedacht sein könne: "Falls sich die Wirtschaft abkühlt und die Fed den Zins senkt, tut sie eigentlich nichts anderes als das schwächere Wachstum auszugleichen."

Die US-Wirtschaft hatte zu Jahresbeginn zwar mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,1 Prozent kräftig zugelegt. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass sich das Wachstum im Frühjahr abgekühlt haben dürfte. Zur Eintrübung könnte auch der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Zollkonflikt mit China beitragen.


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Wiederholte Drohungen von Donald Trump

US-Notenbankchef Powell sah sich auch kurz vor seinem Auftritt vor dem Kongress mit Forderungen aus dem Weißen Haus nach einer Zinssenkung konfrontiert. Die letzte liegt mehr als zehn Jahre zurück - im Dezember 2008. Trump hat der Fed immer wieder vorgeworfen, mit zu hohen Zinsen den Aufschwung zu gefährden.

Trump hat der Fed immer wieder vorgeworfen, mit zu hohen Zinsen den Aufschwung zu gefährden. Er hält die unabhängigen Währungshüter für "ahnungslos". Die mehrfachen Angriffe Trumps auf die Notenbank gipfelten in der Aussage des US-Präsidenten, dass er Powell degradieren könne. Zuletzt meint Trump, er könne Powell absetzen, auch wenn er dies derzeit nicht vorhabe.

Fed-Chef Powell hat vor dem US-Kongress angekündigt, dass er einen Rücktritt unter politischem Druck kategorisch ausgeschließt. Auch falls Präsident Trump ihn dazu auffordern sollte, werde er nicht abtreten, erklärte er am Mittwoch vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses.

Das Gesetz sehe ein vierjähriges Mandat für den Fed-Chef vor: "Ich beabsichtige voll und ganz es zu erfüllen", sagte Powell und bekräftigte damit nahezu wortgleich eine frühere Aussage.

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