Facebook & Co: Sind die goldenen Zeiten an der Börse für sie vorbei?

Facebook & Co: Sind die goldenen Zeiten an der Börse für sie vorbei?

Großen Internetkonzernen wie Facebook, Google und Amazon droht die Zerschlagung. Warum die Börsen-Aufsicht und die Justiz nun gegen die Tech-Giganten ermitteln und was das für die weitere Entwicklung der Aktienkurse bedeuten könnte.

In den USA passiert derzeit an der Börse ein Blutbad. Die Aktien der Technologiekonzerne Facebook (US30303M1027), Alphabet (Google) (US02079K3059) und Amazon (US0231351067) schmieren kräftig ab. Alleine am Montag (3. Juni) büßte die Aktie von Alphabet über sechs Prozent ein. Ähnliches spielte sich bei Facebook ab: Innerhalb eines Monats büßte die Facebook-Aktie 15 Prozent ihres Wertes ein, bei Alphabet waren es 13 Prozent. In den Abwärtssog geraten sind auch die Papiere von Amazon. Und den Highflyer Apple (US0378331005) hat es ebenso erwischt, wenn auch nicht ganz so heftig.

Verstöße gegen das Kartellrecht werden geprüft
Der Grund: Die US-Branchenaufsicht FTC zieht die Daumenschrauben an und hat die Voraussetzungen geschaffen, um prüfen zu können, ob Facebook, das weltgrößte soziale Netzwerk, nicht bereits eine zu dominante Marktstellung einnimmt und Konkurrenten überhaupt noch eine ernsthafte Chance haben. Dieser Schritt der Behörde hängt angeblich auch mit den geplanten Kartelluntersuchungen des US-Justizministeriums gegen Google zusammen.

Wie gehen die Konzerne mit Nutzerdaten um?
Im Zentrum der Ermittlungen stehen der Umgang mit Nutzerdaten und die Frage, welchen Regeln solche Konzerne künftig unterliegen sollen. Im Raum steht sogar eine Zerschlagung der Internet-Riesen.

Demokraten und Republikaner gegen die Internet-Elite der Wall Street
Den Stein ins Rollen brachte US-Präsident Donald Trump. Er behauptete, Social Media-Unternehmen wie Google und Facebook würden konservative Meinungen auf ihren Plattformen nicht zulassen und kündigte eine Untersuchung an. Eine weitere Begründung der Republikaner um gegen Facebook vorzugehen: Der Internet-Konzern hat mit dem Chatdienst WhatsApp und der Social Media Plattform Instagram bereits zu viel Macht.

Mit dieser Meinung, dass solche Tech-Konzerne insgesamt zu viel Einfluss haben, sind die Republikaner einmal nicht alleine. Auch den Demokraten bereitet die Machtkonzentration der Internetriesen Kopfzerbrechen. Eine Demokraten-Senatorin hat die Zerschlagung von Facebook gar zu ihrem Programm für die nächste US-Präsidentschaft erhoben. Die Demokraten wollen, dass untersucht wird, ob die Unternehmen ihre Monopolstellungen ausgenutzt haben oder wettbewerbsfeindlich agiert haben. In jedem Fall müssen die Unternehmen nun damit rechnen, große Dokumentenmengen nach Washington zu schicken und dort Rede und Antwort stehen zu müssen.

Apple könnten in den USA Klagen drohen
Apple ist zwar weniger im Visier der Politik, für den iPhone-Hersteller könnte aber sein AppStore zum Angriffspunkt werden. Mutmaßlich übt Apple mit seinen eigenen Diensten eine Vormachtstellung aus und begünstigt die eigenen Dienste obendrein. Konkurrent Spotify (LU1778762911) hat deshalb bei der EU-Wettbewerbsbehörde Klage eingereicht. In den USA könnte nun ähnliches drohen. Die Aktie wird von Raiffeisen (AT0000606306) daher nur noch zum Halten, nicht mehr zum Kauf empfohlen.

Was könnten die Ankündigungen der US-Politiker für Anleger bedeuten?
Die Analysten von City Research erwarten im Worst-Case-Szenario, dass die betroffenen Konzerne hohe Geldstrafen zahlen müssen. An die finanzielle Substanz der Unternehmen werden mögliche Forderungen aber letztlich kaum gehen. „Das Risiko ist jedoch, dass die Anleger trotzdem übertrieben reagieren“, warnt Horst Simbürger, Managing Direktor und Aktienexperte des Wiener Finanzspezialisten Convertinvest.

Übertriebene Reaktionen der Anleger wahrscheinlich
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Unternehmen tatsächlich aufgespalten werden, erachten Analysten aber als gering. „Letztlich weiß man aber nie welche Eigendynamik solche politischen Eingriffe entwickeln können“, schränkt Simbürger gegenüber trend.at ein. Wenn Regulatoren sich etwas einbilden, könne das unvorhersehbare Folgen haben. Für Anleger eine schwierige Situation: „Man fischt im trüben Wasser“, stellt der Aktienprofi klar. Die Bank of America (US0605051046) hält in einer ersten Einschätzung eine Aufspaltung von Google für möglich.

Facebook: Aktie halten empfohlen
Teuer sind die Aktien von Facebook, Alphabet (Google) oder Amazon derzeit allerdings nicht. So wird Facebook derzeit mit einem KGV von 16 gehandelt. „Bewertungstechnisch ist das angesichts der hohen Gewinne nicht so schlecht“, befindet Simbürger. Zum Kauf empfiehlt Raiffeisen die Aktie aber dennoch auch nicht. Die Analysten raten Aktien vonFacebook zu halten.

Dasselbe gilt für Alphabet, die sich auf einem ähnlich hohen Bewertungsniveau befinden und ebenso eine hohe Profitabilität aufweisen. So beträgt die Gewinnspanne derzeit 23 Prozent.

Amazon und Google trotzdem kaufen?
Kommt es zu strengeren staatlichen Auflagen oder gar zu einer Aufspaltung, ist Abwarten wohl die beste Empfehlung für Anleger. Zudem stellt sich die Frage wie hoch das Wachstumspotential dieser Konzerne nach all den Jahren noch ist. Ein derart dynamisches Wachstum wie in der Vergangenheit sei laut Experten nicht mehr realistisch, schließlich haben sie ohnehin schon fast ihre gesamte Zielgruppe als Kunden gewonnen.

35 Analysten raten zum Kauf von Amazon
Gerade im Fall von Amazon raten aber gleich sämtliche namhafte US-Analysten, die Aktie zu kaufen. Pivotal Research erwartet gar einen Kursanstieg von 50 Prozent auf 2.750 Dollar in nur einem Jahr. Insgesamt 35 Analysten raten derzeit zum Kauf der Amazon-Aktie. Ein Finanzdienstleister stellt innerhalb von 36 Monaten gar ein Kursziel von 3.000 Euro in Aussicht.

Die Gründe, die ihrer Ansicht nach dafür sprechen: Das weiterhin erfolgversprechende Cloud-Dienst Amazon Web Service und die geplante Verkürzung der Lieferzeit. Noch am Tag der Order soll geliefert werden können. Amazon Web Services ist bereits für rund die Hälfte des Gesamtkonzerngewinns verantwortlich und entwickelt sich damit zu einem der größten Erfolgsgeschichten im Unternehmen. Auch Raiffeisen empfiehlt Amazon zum Kauf. Die genaueren Daten zum Unternehmen finden Sie hier.

Börsenexperte Markus Koch: „Amazon agiert noch immer wie ein Start-up. Es ist experimentierfreudig, sehr innovativ.“ Das zahlt sich aus: Die Erlöse zogen im letzten Quartal um 17 Prozent auf knapp 60 Milliarden Dollar an. Wenn das Wachstum auch an Dynamik verliert, was an der Entwicklung des Umsatzwachstums bereits ablesbar ist.

Fast 30 Prozent Kurspotential bei Alphabet (Google)?
Auch die Alphabet-Aktie wird von den meisten Analysten empfohlen. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 1.334 Dollar. Das würde für Anleger aus heutiger Sicht einen Kursgewinn von 28 Prozent bedeuten. Die Schweizer UBS (CH0244767585) begründet die guten Aussichten vor allem mit der starken Position im Suchmaschinen- und Videobusiness. Die Deutsche Bank (DE0005140008) hat die Umsatz- und Gewinnprognosen aufgrund der nachlassenden Wachstums aber reduziert.

Insgesamt ist bei diesen Papiere in den nächsten Monate jedoch einmal Vorsicht angesagt. Gerade eine drohende Aufspaltung dieser großen Konzerne könnte ungeahnte Folgen haben, sowohl für die Unternehmen selbst als auch für die Kursentwicklung.


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