Nach dem Börsenhype: Droht Facebook & Co der Absturz?

Nach dem Börsenhype: Droht Facebook & Co der Absturz?

Technologie-Werte wie Facebook, Amazon, Netflix und Google haben Anleger in den vergangenen Jahren reich gemacht. Die rasante Wertentwicklung der Papiere begeistert, macht aber auch stutzig: Wie lange kann der Höhenflug noch weitergehen? Was Experten diesen Titeln prophezeien.

Schon der Blick auf die Kursentwicklung ist schwindelerregend. Binnen drei Jahren ist der Aktienkurs von Facebook um knapp 160 Prozent gestiegen, in fünf Jahren um 725 Prozent. Seit Jahresbeginn war es locker ein Wertzuwachs von fast 40 Prozent. Der Kurs von Amazon ist, ohne Übertreibung, ebenfalls explodiert. In nur drei Jahren sprang der Kurs um 270 Prozent, in zehn Jahren gar um 1.700 Prozent. In ähnlich hohen Kurssphären bewegen sich Netflix und Alphabet bzw. Google. Für die vier Aktien gibt es mittlerweile auch das Akronym FANG Aktien. Die Anfangsbuchstaben stehen für je einen der Titel.

Techbörse von FANG-Aktien getrieben

Die Internet-Titel, die an der US-Techbörse Nasdaq notieren, zählen dabei zu jenen Papieren, die Anleger am stärksten angezogen haben. An der großen Techbörse, die auch stark von diesen Börsen-Blockbustern getragen werden, gehen die Kurse seit fünf Jahren praktisch nur noch oben. Seit Anfang 2016 aber besonders heftig. Nicht einmal Seitwärtsbewegungen gab es seither. Mit Kursgewinnen von rund 30 Prozent ist es die Branche 2017 auch jene mit der besten Wertentwicklung am internationalen Aktienmarkt. In fünf Jahren legte der Kurs um 140 Prozent zu.

Technologie-Börse NASDAQ: Der Index kennt seit Jahren nur eine Richtung - nach oben.

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"Dotcom-Blase wird sich nicht wiederholen"

Für Investoren stellt sich daher zunehmend die Frage, ob aufgrund dieser hohen Kurssprünge das Risiko einer erneuten Dotcom-Blase wie um die Jahrtausendwende besteht. Lars Skovgaard Andersen, Senior Investmentstratege bei der Danske Bank, gibt jedoch Entwarnung: „Ein solches Szenario wird sich nicht wiederholen.“ Im Gegensatz zu damals erwirtschaften die Technologieunternehmen inzwischen hohe Erträge und weisen das stärkste Gewinnwachstum am Aktienmarkt auf, so seine Begründung.

Techfirmen mit hohem Eigenkapital

Die DNB Asset Management beruhigt ebenso. “Die Bewertungen der Hightech-Aktien sind noch weit von den Übertreibungen der „New Economy“ in den Jahren 1999 und 2000 entfernt. Andererseits erhält, wer jetzt Tech-Aktien kauft, für jeden investierten Dollar kaum 25 Cent Eigenkapital”, so Hagen-Holger Apel, Volkswirt der luxemburischen Fondsgesellschaft.

Facebook & Co werden Crash-anfälliger

Fakt ist aber auch: „Der Sektor wird allmählich anfälliger gegenüber der Entwicklung bestimmter Einzelaktien, in die sowohl professionelle als auch private Anleger stark engagiert sind“, so Andersen. Aktive Fondsmanager haben in den sogenannten FANG-Titeln (Facebook, Amazon, Netflix und Google) eine Übergewichtung von mittlerweile 64 Prozent. „Im Anbetracht der Tatsache, dass diese Unternehmen zu den Titeln mit den absolut höchsten Bewertungen am Aktienmarkt zählen, ein bemerkenswertes Ausmaß“, urteilt der Investmentstratege. Damit spielt das Einzeltitelrisiko im Technologiesektor eine große Rolle. Er warnt: „Wenn eines dieser Unternehmen negative Schlagzeilen macht, kann das eine Schockwelle im gesamten Sektor auslösen.“

Krisenherde bereiten mehr Sorgen als hohe Bewertungen

Bei der DZ-Bank machen sich die Aktienexperten ebenfalls Gedanken über die hohen Preise, die Techanleger bereits für diese Aktien zahlen müssen. „In der Tat sind am Aktienmarkt viele Merkmale beobachtbar, die eine typische Endphase einer Börsenhausse ausmachen. Dazu gehören die hohe Bewertung amerikanischer Technologieunternehmen“, heißt es in einer Analyse der deutschen Bank. Die Vorhersage eines Crashs sei aber nicht möglich. Das größte Risiko sehen die Experten der DZ Bank aber nicht aufgrund der Bewertungen sondern wegen geopolitischer Krisenherde. Die wirtschaftlichen Frühindikatoren seien dagegen weiter intakt. „Die Wirtschaft deutet weiterhin auf steigende Unternehmensgewinne hin. Die Notenbanken werden die expansive Geldpolitik nur langsam zurückfahren, sodass die Alternativen zu Aktien gering bleiben.“

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