EZB-Präsidium: Inflation nur temporär, Höhepunkt im November

Die Entwicklung der Inflationsrate wird aktuell mit Sorge beobachtet. Im August kletterte sie auf den höchsten Wert seit einem Jahrzehnt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Luis de Guindos geben Entwarnung

Luis de Guindos und EZB-Chefin Christine Lagarde

Sehen die gestiegene Infaltion nur als ein kurzfristiges Strohfreuer: EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Luis de Guindos

Die Inflationsrate ist im August in der Euro-Zone auf 3,0 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit rund zehn Jahren. In Österreich betrug die Inflationsrate im August 3,2 Prozent. Die aktuellen Preissteigerungen werden mit Sorge beobachtet und die Meinungen zur künftigen Entwicklung gehen weit auseinander.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde und Vizepräsident Luis de Guindos geben aber Entwarnung. Ein Großteil des Inflationsanstiegs ist nach Ansicht der Europäischen Zentralbank nur temporär. "Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Jahr zu viel mehr Stabilität zurückkehren werden, da viele der Ursachen für höhere Preise vorübergehend sind", betont Lagarde. Die Ursache der aktuellen Inflation sieht sie zum Großteil an den Energiepreisen, die während der Coronakrise massiv eingebrochen waren und sich in den vergangenen Monaten wieder an das Vorkrisenniveau angenähert hatten.

Vizedirektor Luis de Guindos sieht den Höhepunkt des Inflationsschubs in der Eurozone im Herbst erreicht. Um den November herum dürfte die Teuerungsrate mit Werten von 3,4 bis 3,5 Prozent am höchsten sein, erklärte der Spanier. De Guindos betonte zugleich, die Europäische Zentralbank müsse "sehr wachsam" sein, was Überraschungen mit Blick auf mögliche Ausreißer nach oben beim Preisauftrieb betreffe.

Augenmaß bei KV-Verhandlungen

Bisher seien zwar kaum Auswirkungen der hohen Inflation auf die Lohnrunden zu sehen. Doch warnte de Guindos davor, Gehaltserhöhungen an die im Zuge der Pandemie in diesem Jahr deutlich gestiegene Teuerungsrate fest zu koppeln. Er verwies darauf, dass einige Staaten in Europa bei Renten und Löhnen im öffentlichen Dienst entsprechende Regelungen hätten. Diese sollten seiner Ansicht nach jedoch 2021 nicht greifen, damit sich der vorübergehende Inflationsanstieg nicht verstetige. "Das ist etwas, das wir vermeiden sollten", fügte er hinzu.

Die Ökonomen der EZB sagen für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent voraus. Für 2022 erwarten sie einen Wert von 1,7 Prozent und für 2023 von 1,5 Prozent. Damit würde die Teuerungsrate wieder unter dem von der EZB angestrebten Zielwert von 2,0 Prozent liegen.

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