EZB und Ölpreiserholung bescheren Wall Street und Tokio Gewinne

EZB und Ölpreiserholung bescheren Wall Street und Tokio Gewinne

EZB-Chef Draghi schürt Hoffnung auf weitere Konjunkturhilfen, die Ölpreise legen rund fünf Prozent zu auf knapp 30 Dollar je Fass und die internationalen Börsen ziehen an.

Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa und ein Anstieg der Ölpreise haben die US-Börsen am Donnerstag in Schwung gebracht. Für gute Stimmung am Markt sorgten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi, die auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa hindeuteten. Bis März will Draghi die bisherigen Maßnahmen auf den Prüfstand stellen. An den Leitzinsen rüttelte die Europäische Zentralbank erwartungsgemäß nicht. Während der seit langem anhaltende Ölpreisverfall auch am Donnerstag zunächst noch auf dem Aktiengeschäft lastete, wendete sich das Blatt zur Freude der Anleger im Handelsverlauf: Die Preise ließen ihr jüngstes Zwölfjahrestief deutlich hinter sich.

Am Aktienmarkt pendelte der Dow-Jones-Index (ISIN US2605661048) der Standardwerte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.038 und einem Tief von 15.704 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 15.882 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 (ISIN US78378X1072) stieg um 0,5 Prozent auf 1868 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq (ISIN US6311011026) gab dagegen seine Gewinne kurz vor Börsenschluss ab und beendete den Handel kaum verändert auf einem Stand von 4472 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax (ISIN DE0008469008) mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 9574 Zählern. US-Rohöl kostete mit 29,70 Dollar je Barrel 4,8 Prozent mehr, Brent (--> aktueller Ölpreis) verteuerte sich um 5,8 Prozent auf 29,50 Dollar.

US-Aktienmarkt

An den US-Aktienmärkten standen Verizon (ISIN US92343V1044) und Avon (ISIN US0543031027) Titel im Mittelpunkt. Der US-Telekomkonzern erzielte im Weihnachtsquartal einen höheren Umsatz als erwartet. Die Aktie stieg 3,3 Prozent. Der Kosmetikkonzern Avon stellte seinen Investoren Einsparungen von 350 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren in Aussicht. Der Kurs ging 7,8 Prozent nach oben. Home Depot (ISIN US4370761029) wurde mit einem Plus von 3,2 Prozent für die Einschätzung von JP Morgan belohnt, dass der relativ warme Winter der Baumarktkette mehr Kunden bringen könnte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,2 Milliarden Aktien den Besitzer. 2001 Werte legten zu, 1077 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,4 Milliarden Aktien 1507 Titel im Plus, 1292 im Minus und 153 unverändert. Der Aufwärtstrend an den Aktien- und Ölmärkten dämpfte das Interesse der Anleger an den als besonders sicher geltenden US-Staatsanleihen. So büßten die zehnjährigen Bonds 12/32 auf 101-31/32 ein. Sie rentierten mit 2,0258 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-02/32 auf 103-28/32 und hatten eine Rendite von 2,8072 Prozent.

Gewinne in Fernost

Der japanische Aktienmarkt hat am Freitag ebenfalls deutliche Gewinne verzeichnet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index (ISIN XC0009692440) notierte zum Ende des Vormittagshandels 3,6 Prozent höher bei 16.592 Punkten und machte damit die Verluste des Vortages mehr als wett. Der breiter gefasste Topix-Index legte 3,4 Prozent auf 1345 Zähler zu. Händler begründeten die Entwicklung mit einem Anstieg der Ölpreise und Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Europa. Bis März will EZB-Präsident Mario Draghi die bisherigen Maßnahmen auf den Prüfstand stellen.

Auch die Börsen außerhalb Japans lagen überwiegend im Plus. Der entsprechende MSCI-Index legte 1,8 Prozent zu. Die chinesische Börse in Shanghai verlor dagegen 0,5 Prozent.

Der Euro wurde mit 1,0834 Dollar (--> aktueller Wechselkurs EUR/USD) leicht schwächer gehandelt nach 1,0874 Dollar im New York. Zum Yen notierte die US-Währung bei 117,84 Yen (--> aktueller Wechselkurs EUR/JPY). Der Schweizer Franken wurde mit 1,0081 Franken je Dollar und 1,0928 Franken je Euro gehandelt (--> aktueller Wechselkurs EUR/CHF).

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