Die EZB kämpft weiter gegen die Deflation

Die EZB kämpft weiter gegen die Deflation

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Die Preise in der Euro-Zone sind dem Europäische Statistikamt den zweiten Monat in Folge gefallen. Eine echte Trendwende ist laut Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking, nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu erwarten.

Die EZB startet die nächste Eskalations-Phase ihrer Geldpolitik. Pro Monat werden jetzt 80 statt bisher 60 Milliarden Euro an Anleihen gekauft, außerdem hat die EZB schon im März den Leitzins auf null Prozent und den Einlagenzins von -0,3 auf -0,4 Prozent gesenkt.

Welchen Einfluss sie damit auf Wachstum und Inflation in der Eurozone nehmen kann, bleibt abzuwarten. Die erste Schätzung zur Teuerung in der Eurozone im März klingt jedenfalls wenig berauschend: Mit einem Rückgang von 0,1 Prozent ist die Deflation zwar zuletzt zurückgegangen, besiegt ist sie offenbar aber noch nicht.

Die Sockelrate, die die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausklammert, ist zwar von 0,8 auf ein Prozent gestiegen. Manche Analysten vermuten dahinter aber den Vorzieh-Effekt des frühen Osterfestes, der bei einigen Dienstleistungen für höhere Preise gesorgt hat. Aber egal ob man Gesamtwert oder Sockelrate betrachtet, derzeit verharrt die Inflation der Eurozone deutlich unter dem Zielwert der EZB von knapp unter zwei Prozent.

Eine echte Trendwende ist wohl nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu erwarten. Dann sollte der Basiseffekt der drastisch gesunkenen Energiepreise nachlassen. Insgesamt fürchten Notenbanken Deflation weit mehr als Inflation, weil Deflation eine Spirale aus fallenden Preisen und Konsumzurückhaltung auslöst, aus der es nur schwer ein Entkommen gibt.


Monika Rosen ist Chefanalystin, Bank Austria Private Banking.
Twitter: @Monika_Rosen

Monika Rosen

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