EZB-Chef Draghi lässt den Geldhahn offen und die Zinsen bei Null

EZB-Chef Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi bei seiner Erklärung am 25. Jänner 2018: Das Anleihenkaufprogramm und die Zinsen bleiben vorerst unangetastet.

Die Europäische Zentralbank bleibt bei ihrer Geldpolitik auf Kurs. Das Anleihenkaufprogramm wird noch bis mindestens September ungebremst weiterlaufen und die auch die Zinsen bleiben bei 0,0 Prozent. EZB-Chef Mario Draghi will weiterhin das Inflationsziel von zwei Prozent erreichen.

Rund 2,3 Billionen Euro hat die Europäische Zentralbank (EZB) seit Beginn ihres Anleihenkaufprogramms im Jahr 2015 bereits in den Ankauf europäischer Wertpapiere investiert, um die europäische Wirtschaft anzukurbeln und die Gefahr einer Deflation zu verhindern. Angesichts der zuletzt leicht gestiegenen Inflationsraten im Euroraum - laut lag sie im Dezember 2017 bei 1,4 Prozent - hatten viele vermutet, dass EZB-Chef Mario Draghi bei der ersten Zinssitzung des Jahres 2018 eine Abkehr vom expansiven Kurs ankündigen und die Anleihenkäufe zurükfahren wird.

Wer immer auf ein schnelles Ende der Anleihenkäufe gesetzt hatte, lag falsch. Die Zentralbank wird ihre mittlerweile nicht längst mehr unumstrittene Politik fortsetzen und noch mindestens bis September 2018 weitere Milliarden in Anleihen investieren. Sogar eine Ausweitung des Programms auf bis zu 30 Milliarden wurde in den Bereich des Möglichen gestellt. Sollte sich die Inflationsrate im Euroraum nicht dem Zielwert von knapp zwei Prozent nähern, dann ist nach dem heutigen Beschluss auch eine weitere Verlängerung der Anleihenkäufe über den September 2018 hinaus wahrscheinlich.

Das EZB-Präsidium will die weitere Entwicklung in den nächsten Monaten genau beobachten. Man müsse zwischen den Optionen einer Ausweitung des Programms, einer schrittweisen Drosselung und eines "plötzlichen Stopps" unterscheiden, meinte Draghi "Und das ist exakt ein Teil der Diskussion, die wir haben werden."

Das Anleihenkaufprogramm ist inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegt. Es ist bisher die wichtigste Waffe der Währungshüter im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht immer noch zu schwache Inflation.

Zinsen bleiben im Keller

Auch beim Leitzins hat die Zentralbank vorerst noch nicht eingegriffen und diesen weiter bei 0,0 Prozent belassen. Auf diesem Wert liegt er nun schon seit März 2016. Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen (Einlagenzins) zahlen.

Die EZB will erst dann Zinsschritte setzen, wenn die Anleihekäufe beendet sind - was nun frühestens im Jahr 2019 der Fall sein wird. Sparer und Kreditnehmer können daher noch mindestens ebenso lange mit Tiefstzinsen rechnen. "Auf Basis der heutigen Daten und Analysen sehe ich sehr wenig Chancen, dass die Zinsen in diesem Jahr steigen könnten", erklärte EZB-Präsident Mario Draghi.

Mit etwas Sorge wird der gegenüber dem Dollar erstarkte Eurokurs beobachtet. Befürchtet wird dass der stärkere Euro den Handel und damit auch das Wirtschaftswachstum in Europa wieder dämpfen könnte.


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