Exchange Traded Funds: Smarter investieren

Exchange Traded Funds: Smarter investieren

Heike Fürpass-Peter, Head of Public Distribution bei Lyxor. Der Vermögensverwalter zählt mit über 220 ETFs zu den weltweit führenden Anbietern.

Mit Exchange Traded Funds (ETF's) kann man einfach und günstig in vielen Märkten und Branchen veranlagen.

Sich auf die profunde Expertise erfahrener Fonds manager zu verlassen, ist ein Weg der erfolgreichen Geldanlage. Doch Fondsmanager haben ihren Preis. Wer einen Fonds kauft, muss zunächst bis zu fünf Prozent des investierten Kapitals als Ausgabeaufschlag bezahlen. Zudem fallen jährliche Gebühren für die Verwaltung an. Doch es geht auch günstiger. Und zwar mit sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs). Heike Fürpaß- Peter, Head of Public Distribution beim führenden ETF-Anbieter Lyxor: "Dabei handelt es sich um passive Indexfonds, in denen die Aktien in der gleichen Anzahl und Gewichtung enthalten sind wie in dem zugrundeliegenden Index." Ein ETF auf den ATX beispielsweise enthält also die gleichen Aktien in der gleichen Gewichtung wie der Leitindex der Wiener Börse.

Günstige Gebühren

Beim Kauf eines ETFs fallen in der Regel aber keine Gebühren an. Und die laufenden jährlichen Kosten liegen nur bei etwa 0,2 bis 0,5 Prozent. ETFs sind deshalb so günstig, weil kein aufwendiges Management dahintersteckt, das versucht, die richtigen Aktien und die besten Einstiegskurse zu ermitteln. Der Emittent begibt lediglich einen passiven Fonds auf den Index. Die eingezahlten Gelder werden entsprechend dem zugrundeliegenden Index veranlagt.

Optimale Strategie

Klassische ETFs sind dann eine gute Anlageform, wenn es an einer Börse oder in einer Branche einen klaren Trend gibt. Steigen beispielsweise der ATX, der DAX oder die Mehrzahl der Aktien aus dem Hightech- oder Biotechnologie-Bereich, braucht man nicht unbedingt einen Fondsmanager, um an diesem Aufschwung zu partizipieren. Wenn man sich mit dem Anstieg der jeweiligen Börse oder der Branche zufriedengibt, sind ETFs eine ideale Investmentmöglichkeit. Legt der ATX um fünf Prozent zu, nimmt auch das in dem ETF auf den ATX veranlagte Kapital um fünf Prozent zu.

Smarte Variante

Doch mittlerweile gibt es ETFs, die mehr können, als nur einen Index nachzuvollziehen. Mit sogenannten "Smart Beta"- ETFs lässt sich diese Form der Geldanlage intelligent variieren. So kann zum Beispiel die Volatilität, also die Schwankungsstärke, eingedämmt werden. Das geschieht dadurch, indem man jene Aktien in einem Index, die in der Vergangenheit weniger im Kurs geschwankt sind, stärker gewichtet. Aktien mit höherer Volatilität werden hingegen schwächer gewichtet. Aber auch für eine Anlagestrategie so wichtige Kriterien wie die Höhe der Dividende oder die Unterbewertung von Substanzaktien können durch diese regelbasierten Modelle berücksichtigt werden.

Echter Inhalt

Üblicherweise kaufen die Anbieter von ETFs die in diesen Fonds enthaltenen Aktien auch (physische Replikation). In manchen Fällen, speziell bei ETFs auf den Goldpreis, führen die Emittenten komplizierte Tauschgeschäfte aus, um Gold nicht physisch lagern zu müssen (synthetische Replikation). Hier ist Vorsicht geboten, da es bei einem rapiden Kurssturz des Goldpreises dazu führen kann, dass plötzlich eine große Zahl von Investoren ihren ETF verkaufen will. Wenn der Anbieter dann aber nicht die physische Deckung hat, kann es zu massiven Zahlungsproblemen kommen.

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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